Laurence Olivier

Fühlte sich auf der Bühne am wohlsten: Laurence
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Fühlte sich auf der Bühne am wohlsten: Laurence Olivier, hier in "Hamlet"
Laurence Olivier
Geboren: 22.05.1907 in Dorking, England, Großbritannien
Sternzeichen: Zwillinge
Gestorben: 11.07.1989 in Steyning, England, Großbritannien

"Du bist England" rief Charles Laughton, nachdem er Laurence Olivier als Heinrich V. gesehen hat. Als Mitglied des Oberhauses, als Peer der Krone, als Baron auf Lebzeiten, ist der Schauspieler Laurence Olivier wirklich England geworden - oder wenigstens ein Stück davon. Als Lord Olivier of Brighton leistete er den Treueeid. 1947 bereits hatte ihn König Georg VI. zum Sir ernannt. Ein Jahr später erhält er für die episch patriotische Verfilmung des "König Heinrich V." von der amerikanischen Filmakademie den Oscar als Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller. Es ist der erste Film, den Olivier inszeniert und produziert.

Mit 15 spielt er in Shakespeares Geburtsstadt Stratford on Avon die Katharina in "Der Widerspenstigen Zähmung", nach dem Zweiten Weltkrieg übernimmt er die Leitung des legendären "Old Vic". Er beginnt seine Zeit als Intendant des neuen Nationaltheaters 1962 mit "Hamlet", den er bereits 1948 neben Jean Simmons als Ophelia gespielt und inszeniert hat. Als Sohn eines streng religiösen Pastors mit gewaltiger Stimmkraft kommt er 1907 in Dorking zur Welt. Er besucht die zentrale Schule für dramatische Kunst und tritt sehr zur Begeisterung seines Vaters der Burmington Theatergruppe bei. Mit 20 Jahren spielt er seine erste Hauptrolle in London, 1929 gibt er sein Broadwaydebüt. Drei Jahre später nach Hollywood, kehrt aber 1933 nach London zurück, um dort auf der Bühne und im Kino zu arbeiten.

Die erste Rolle, die Olivier in einem langen Spielfilm verkörperte, war der Part des Peter Bille in der englischsprachigen Version des berühmten Curt Goetz-Stückes "Hokuspokus" (1930) an der Seite von Lilian Harvey. Die Hollywood-Stummfilmlegende Gloria Swanson holt ihn als Partner in dem von ihr produzierten Film "Perfect Understanding" (1932). Seine erste Shakespeare-Rolle erhält Olivier erst als Orlando in "Was ihr wollt" (1936) neben Elisabeth Bergner. An der Seite von Merle Oberon wird er als Heathcliff in William Wylers Emily-Bronte-Verfilmung "Stürmische Höhen" (1939) als großer Star gefeiert. Seine spätere, zweite Ehefrau Vivien Leigh lernt er bei den Dreharbeiten des historischen Abenteuerfilms "Feuer über England" (1936) kennen. Gemeinsam drehen sie noch "21 Days" (1937) und "Lord Nelsons letzte Liebe" (1940), Filme, die sie weltberühmt machten. 1940 unternimmt Olivier mit Vivian Leigh eine äußerst erfolgreiche Theatertournee mit Shakespeares "Romeo und Julia".

Foto: KSM In diesem Jahr spielt er auch unter der Regie von Alfred Hitchcock in "Rebecca" den Maxime de Winter mit Joan Fontaine als Partnerin. Danach folgen die großen Shakespeare-Filme ("Hamlet", 1948, "Richard III.", 1955) die ihn zur Legende machen. Auch wenn er 1951 mit seiner Frau in die USA übersiedelt, bleibt er dem britischen Kino erhalten, ja produziert sogar 1953 als Krönungsgeschenk für Queen Elizabeth John Gays "Bettleroper". Für die Rolle des Captain MackHeath nimmt er Gesangsunterricht, die Inszenierung übergibt er seinem Freund Peter Brook. Die "Bettleroper" - auf ihr beruht Bertolt Brechts "Dreigroschenoper" - ist einer der schönsten Filme von Laurence Olivier.

Olivier, der vielen Schauspielern zum Durchbruch verhilft, besetzt auch Marilyn Monroe zum ersten Mal in einer dramatischen Rolle in "Der Prinz und die Tänzerin" (1957) und zeigt, dass sie eine ernstzunehmende Schauspielerin ist, während sie ihre vorherigen Kinoerfolge wie etwa Howard Hawks' "Blondinen bevorzugt" noch der geschickten Benutzung ihres naiven Auftretens verdankt.

Mit großem Spaß spielt er unter der Regie von Guy Hamilton den General Burgoyne in der Verfilmung von George Bernard Shaws "Der Teufelsschüler" (1959) und den Crassus in Stanley Kubricks eindrucksvollem Monumental-Kammerspiel "Spartacus" (1960). Großartig ist er auch 1973 in Joseph L. Mankiewiczs "Mord mit kleinen Fehlern" an der Seite von Michael Caine. Auch als dämonischer KZ-Arzt in John Schlesingers "Der Marathon-Mann" (1976) mit Dustin Hoffman und in "Kein Koks für Sherlock Holmes" (1976) stellt er sein darstellerisches Können unter Beweis, 1978 folgte "The Boys from Brazil".

Seine letzte Rolle spielt der Schauspieler, der schon zu Lebzeiten ein Mythos war, als Soldat im Rollstuhl in Derek Jarmans "War Requiem" (1988). Am 11. Juli 1989 stirbt Olivier, 82-jährig. Er war in den letzten Jahren von vielen Krankheiten geplagt, die er bis zuletzt immer wieder besiegte. Unter den Mimen war er ein Titan, sagt Antonius an Caesars Bahre: "Wann kommt seinesgleichen wieder?"

Weitere Filme mit Laurence Olivier: "Too Many Crooks" (1930), "Friends And Lovers", "The Yellow Ticket", "Potiphar's Wife" (alle 1931), "Westward Passage", (1932), "No Funny Business" (1933), "Moscow Nights" (1936),, "The Divorce Of Lady X" (1938), "Q Planes" (1939), "Stolz und Vorurteil", "Conquest Of The Air" (beide 1940), ""49th Parallel" (1941), "The Demi-Paradise" (1943), "Wunderbare Zeiten" (1944), "Der wunderbare Flimmerkasten" (1951), "Carrie" (1952), "John Gabriel Borkman" (1958), "The Moon And Sixpence" (1959), "Der Komödiant", "The Power And The Glory" (beide 1961), "Spiel mit dem Schicksal" (1962), "Uncle Vanya" (1963), "Bunny Lake ist verschwunden", "Othello" (beide 1965), "Khartoum" (1966), "In den Schuhen des Fischers", "Dance Of Death" (beide 1968), "Luftschlacht um England", "Oh! What A Lovely War" (beide 1969), "David Copperfield", "Three Sisters" (beide 1970), "Nikolaus und Alexandra", (1971), "Die große Liebe der Lady Caroline" (1972), "Long Day's Journey Into Night", "Der Kaufmann von Venedig" (beide 1973), "The Rehearsal" (1974), "Love Among The Ruins", "The Collection" (beide 1975), "Cat On A Hot Tin Roof" (1976), "Jesus von Nazareth" (TV-Mehrteiler), "Uncle Vanya", "Die Brücke von Arnheim", "Komm zurück, kleine Sheba" (alle 1977), "Daphne Laureola", "Der Clan" (beide 1978), "Dracula", "Ich liebe dich - I Love You - Je t'aime" (beide 1979), "The Jazz Singer" (1980), "Inchon", "Kampf der Titanen" (beide 1981), "Wiedersehen in Brideshead" (TV-Mehrteiler), "A Voyage Round My Father" (beide 1982), "Mr. Halpern And Mr. Johnson", "Wagner" (TV-Mehrteiler) (beide 1983), "Das Spiel des Überlaufers", "Die Bounty", "King Lear", "Die letzten Tage von Pompeij" (TV-Mehrteiler), "Der Elfenbeinturm", "Mord nach Plan" (alle 1984), "Wildgänse II" (1985) und die beiden TV-Mehrteiler "Lost Empires" und "Peter der Große" (beide 1986), "Sky Captain and the World of Tomorrow" (2004, digital-computeranimiert).


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