Peter Ustinov

Sir Peter Ustinov; Peter Alexander Ustinov
Geboren: 16.04.1921 in Cottage Village, London, Großbritannien
Sternzeichen: Widder
Gestorben: 28.03.2004 in Genf, Schweiz

Sein Markenzeichen war seine Vorliebe abschweifend zu werden. Mit großen Gesten und strahlendem Lächeln breitete er seinen Anekdotenschatz aus, stets mit bissiger Pointe, aber auch einem liebevollen Augenzwinkern: Peter Ustinov. Er war der Sohn eines russischstämmigen deutschen Journalisten sowie einer französischen Bühnenbildnerin, die ihrerseits Italiener und Äthiopier zu ihren Vorfahren zählte. In London geboren, wuchs er dort viersprachig auf. Das prägte ihn das ganze Leben und machte aus ihm den "Weltbürger Ustinov".

Von 1934 - 37 besuchte er die Eliteschule Westminster, anschließend arbeitete er am Theatre Studio bei Michael St. Denis. Schon bald folgte sein Bühnendebüt, 1938 trat er am Barn Theatre von Shere auf. Ein Jahr später führte er sein eigenes Stück "The Bishop of Limpopoland" in London auf. 1940 stand er in "Hullo, Fame!" erstmals vor der Kamera. Mit dem Krieg und dem Armeedienst von 1942 - 46 begann für Ustinov eine ruhige Zeit. Er schloss sich der Film-Einheit an, um dort wenigstens einige Erfahrungen zu sammeln. Gleich nach Beendigung seines Militärdienstes entstand seine erste Regie-Arbeit: "School for Secrets" (1946) ist eine prominent besetzte Mischung aus Komödie, Drama und Dokumentation um die Erfindung des Radars.

1951 schaffte Ustinov den Sprung nach Hollywood: In Mervyn LeRoys römischem Antikfilm "Quo Vadis" erlangte Ustinov als vertrottelter Kaiser Nero den Durchbruch. Auch seine darstellerische Leistung in Michael Curtiz' "Wir sind keine Engel" (1955) wurde von Kritikern und vom Publikum hoch gelobt. Eine Glanzleistung ist die Rolle des Manegenmeisters in "Lola Montez" (1955 von Max Ophüls). Für den Part des habgierigen Sklavenhändlers Lentulus Batiatus im Antikfilm "Spartacus" (1960) an der Seite von Titelhelden Kirk Douglas und Tony Curtis wurde Usitonv mit einem Oscar als bester Nebendarsteller ausgezeichnet.

Vier Jahre später folgte für seine Darstellung als Arthur Simpson in dem Thriller "Topkapi" der zweite Oscar. Doch Ustinovs schauspielerisches Talent adelte auch mittelmäßige Filme. Er verstand es, durch seine virtuosen Interpretationen der Nebenrollen aus durchschnittlichen Filmen sehenswert zu machen. Anfang der Sechzigerjahre war er sowohl als Schauspieler als auch als Regisseur erfolgreich. 1961 entstand seine auf den Kalten Krieg zielende satirische Komödie "Romanoff and Juliet". Ein Jahr später produzierte und drehte er den sentimentalen Abenteuerfilm "Die Verdammten der Meere".

Seit den späten Siebzigern versuchte er des öfteren als belgischer Detektiv Hercule Poirot in mehreren Agatha-Christie-Adaptionen für Kino und Fernsehen mysteriöse Morde zu klären: In dem preisgekrönten "Tod auf dem Nil" (1978), "Das Böse unter der Sonne" (1982), "Agatha Christie - Mord à la carte" (1985), "Tödliche Parties" (1986), "Mord mit verteilten Rollen" (1986) und "Rendezvous mit einer Leiche" (1987). Während seiner Detektivarbeit übernahm er gelegentlich kleine Fernsehrollen wie in der Serie "Jesus von Nazareth" (1977), in "In 80 Tagen um die Welt" (1988), als Mirabeau in "Die Französische Revolution - Jahre der Hoffnung" und "Die Französische Revolution - Jahre des Zorns" (beide 1989) oder als vorsichtiger Professor in dem Kinofilm "Lorenzos Öl" (1992).

Peter Ustinov war ein Multitalent. Er arbeitete für Theater- und Opernbühnen, Film und Fernsehen, war beliebt als Erzähler, als Synchronsprecher und Musikclown. Ustinov konnte auf eine Karriere als Schauspieler, Regisseur, Autor und Journalist zurückblicken. Seit 1969 war er sowohl Botschafter der UNESCO als auch Botschafter der Kinderhilfsorganisation UNICEF. 1990 erhob ihn Königin Elisabeth in den Adelsstand. Seitdem trug er den Titel "Sir". 1994 erhielt er den Deutschen Kulturpreis. 1997 wirkte er als Horace in der Komödie "Stiff Upper Lips" mit.

Weitere Filme von und mit Peter Ustinov: "Mein Kampf - My Crimes" (1940), "One Of Our Aircraft Is Missing", "Let The People Sing", "The Goose Steps Out" (alle 1942), "The Way Ahead" (auch Buch, 1944), "The True Glory" (nur Buch, ungenannt, 1945), "Vice Versa" (nur Regie und Regie, 1948), "Private Angelo" (auch Regie und Buch, 1949), "Odette" (1950), "Hotel Sahara", "Der wunderbare Flimmerkasten" (beide 1951), "Pläsier" (Erzähler, 1952), "Sinuhe, der Ägypter", "Beau Brummell - Rebell und Verführer" (beide 1954), "The Moment Of Truth" (auch Buch, 1955), "I Girovaghi" (1956), "Spione am Werk", "Der Hund, der Herr Bozzi hieß" (beide 1957), "Adventures Of Mr. Wonderbird" (Stimme), "Der endlose Horizont" (beide 1959), "Alle Frauen dieser Welt", "Zwölf Millionen" (beide Erzähler, 1963), "Peaches" (Erzähler, 1964), "Lady L." (auch Regie und Buch, 1965), "Das Leben in meiner Hand" (Nach seinem Stück), "Barefoot In Athens" (1966), "Die Stunde der Komödianten", "Käpt'n Blackbeards Spuk-Kaschemme" (beide 1967), "Das Millionending" (auch Buch, 1968), "Viva Max", "A Storm In Summer" (beide 1970), "Gideon" (1971), "Clochemerle" (TV-Merhteiler, Erzähler, 1972), "Hammersmith ist raus" (auch Regie, 1972), "Robin Hood" (Stimme, 1973), "Wer hat unseren Dinosaurier geklaut?", "Kein Abend wie jeder andere", "Flucht ins 23. Jahrhundert", "Der Goldschatz von Matecumbe" (alle 1976), "The Mouse And His Child" (Stimme), "Drei Fremdenlegionäre", "Foto finis-yaris bitti" (TV-Mehrteiler nach seinem Stück), "Das malvenfarbene Taxi", "Vom Blitz getroffen" (alle 1977), "Winds Of Change" (Erzähler), "Der Dieb von Bagdad", "Ashanti" (alle 1978), "Tarka The Otter" (Stimme), "Dr. Snuggles" (TV-Serie, Stimme), "Nous maigrirons ensemble" (alle 1979), als Chinese in dem albernen Streifen "Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin", "Der große Muppet-Krimi", "Grendel Grendel Grendel" (Stimme), "The Search For Santa Claus" (alle 1981), "Memed, mein Falke" (auch Regie und Buch, "Abgehört" (beide 1984), "Russia" (TV-Mehrteiler, auch Buch, 1986), "Spatzi, Fratzi & Co." (1989), "The Orchestra" (1990), "Wings Of The Red Star MIG Force" (TV-Mehrteiler), als Gastgeber und Autorin "Inside The Vatican" (beide 1993), "Abenteuer mit dem Zauberteppich" (1994), "The Old Curiosity Shop" (TV-Mehrteiler, 1995), "Animal Farm" (Stimme), "Alice im Wunderland", "Der Junggeselle", "Majestät brauchen Sonne" (alle 1999), "Deutschlandspiel", die Dokumentation "Stanley Kubrick - Ein Leben für den Film" (beide 2000), "Victoria & Albert" (2001), "Salem Witch Trials" (TV-Mehrteiler), "The Will To Resist" (beide 2002), "Luther" und "Wintersonne" (beide 2003).

Darüber hinaus übernahm Ustinov auch viele Sprecherrollen in Dokumentationen (etwa "Michelangelo: The Last Giant", "Siberia: Railroad Through The Wilderness"), trat in Shows auf, hatte Gastauftritte in TV-Serien oder war selbst Gastgeber (etwa der Talk-Reihe "An Evening With Peter Ustinov", "Planet Ustinov" oder "Peter Ustinov in China").


Alle Filme mit Sir Peter Ustinov; Peter Alexander Ustinov
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