Marty Feldman

Lesermeinung
Geboren
08.07.1933 in London, Großbritannien
Gestorben
02.12.1982 in Mexiko-City, Mexiko
Sternzeichen
Biografie
Marty Feldman hatte jenes Äußere, von dem man in der Regel sagt, dass es jemanden nicht gerade zum Filmstar prädestiniert; es sei denn zum Komiker oder Horrordarsteller. Beides wurde er dann schließlich; Komiker sowieso, und als Diener Igor des machtbesessenen Dr. "Frankenstein Junior" (1974) landete er auch in Horrorgefilden - in ziemlich lustigen allerdings.

Unkoordinierte Glupschaugen und wirre Haare waren die Markenzeichen von Marty Feldman. Mit diesem Erscheinungsbild produzierte er nicht gerade subtilen Humor. Im Vordergrund stand herzhafter Slapstick oder ungehemmter Schwachsinn um seiner selbst willen.

Marty Feldman wollte ursprünglich Jazz-Trompeter werden. Dazu verließ er bereits mit 15 die Schule. Aus der Musiker-Karriere wurde nichts, aber beim Radio hatte man trotzdem Verwendung für den jungen Marty: Für die BBC-Sendung "Educating Archie" wurde er als Texter angestellt. Es folgte "Round the Home" (1965 bis 1969). In diese Zeit fällt auch sein Auftritt in der apokalyptischen Gesellschaftssatire "Danach" (1968). Später, in den Siebzigerjahren, als Feldman berühmt war, wurde die Serie in den USA erneut im Radio ausgestrahlt und zum Kultobjekt.

Beim Radio fühlte Feldman sich durchaus wohl. Vor die Kamera zog es ihn eigentlich überhaupt nicht - bei seinem Aussehen eine verständliche Haltung. Als er sich dann doch breitschlagen ließ, kam er beim Publikum auf Anhieb an. In "Marty Feldmans Comedy Machine" (1969) blödelte er sich mit internationalem Erfolg durch zahlreiche Slapstick-Sketche.

Im Kino bot Marty Feldman seine besten Leistungen unter der Regie eines anderen Extrem-Komikers, der es in Sachen Geschmack nicht so genau nimmt: Mel Brooks. In "Frankenstein junior" spielte Feldman an der Seite von Gene Wilder Frankensteins buckligen Gehilfen Igor; in der Stummfilm-Hommage "Silent Movie" (1975) brillierte er in einer grotesken Tanzszene mit Anne Bancroft.

Zeitlos ist das Phänomen Feldman freilich nicht. Neben gelegentlichen Glanzleistungen wirken viele andere Späße aus seiner Feder heute etwas betagt; sie sind halt sehr dem stellenweise doch etwas merkwürdigen Humor der Siebzigerjahre verpflichtet. Typisch dafür ist die brave Sexklamotte "Haferbrei macht sexy" (1970), in der Feldman als Werbetexter lausigen Haferbrei via Sex-Appeal verhökern helfen soll.

Eine weitere Partnerschaft mit Gene Wilder in "Sherlock Holmes cleverer Bruder" (1975) - Wilder führte auch Regie - wurde ein künstlerischer Fehlschlag. Dagegen erhielt Feldman für seine erste Regie-Arbeit, "Drei Fremdenlegionäre" (1977) mit Michael York, Peter Ustinov, Ann-Margret und Trevor Howard überwiegend gute Kritiken. Seine zweite Regie-Arbeit, "Dreist und gottesfürchtig" (1979), wurde dagegen durch die Bank niedergemacht und zählt heute zu den Tiefpunkten der Filmgeschichte. Marty Feldman sah es ein und beschloss, sich für den Rest seines Lebens der Schauspielerei zu widmen.

Dieser Rest war leider nicht mehr allzu lang. Nach Auftritten in "Dotterbart" (1982) und "Slapstick" (1982) erlag Marty Feldman noch im selben Jahr einem Herzinfarkt. Übrigens verwendete auch die Komiker-Truppe Monty Python in "Live at the Hollywood Bowl" (1982) Material von Marty Feldman.

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