Terry Gilliam

Verfügt über ein scheinbar unerschöpfliches Potential: Terry Gillliam Vergrößern
Verfügt über ein scheinbar unerschöpfliches Potential: Terry Gillliam
Fotoquelle: magicinfoto/shutterstock.com
Terry Gilliam
Geboren: 22.11.1940 in Minneapolis, USA

Terry Gilliam, der seine Karriere als Mitglied der legendären Monty Python-Truppe begann und im Anschluß als Regisseur einige der phantasievollsten Filme und verblüffendsten visuellen Landschaffen in der Geschichte des Kinos kreierte, verfilmte mit "Twelve Monkeys" (1995) erst zum zweiten Mal ein Drehbuch, das er nicht selbst geschrieben hatte. Als er jedoch die Story über eine drohende Viren-Apokalypse las, die nur durch einen einsamen, zermürbten Zeitreisenden verhindert werden kann, war er sofort von der Afffinität des Materials zu seinen früheren Filmen wie "Time Bandits" (1981) oder "Brazil" (1984) verblüfft.

Gilliam erklärte: "Das Drehbuch von David und Janet Peoples erzählt eine außerordentlich intelligente Geschichte, die den Leser unweigerlich außer Fassung bringt. Es geht um die Relativität von Zeit und Wahnsinn sowie um unsere Auffassung darüber, ob die Erde noch zu retten - und überhaupt rettenswert - ist. Derartige Fragen haben mich schon in vorangegangenen Filmen beschäffigt. Und '12 Monkeys' ist meine bisher vielleicht ernsthafteste Studie zu Traum- und Geisteswelten, denn sie spielt in einer zerbrechenden Welt, in der wir alle dummerweise auch nach Ende des Filmes weiterleben müssen."

"Ich habe mich noch nie von geradlinigen Stories angezogen gefühlt", begründet Gilliam weiterhin seine Wahl, "sondern stets komplexe Strukturen vorgezogen. Dieser Film erzählt auf seltsame Weise von einer Tragödie, aber zugleich auch von einer Liebesgeschichte, in die Elemente des Todes und der Wiederauferstehung einfließen. '12 Monkeys' ist schwer zu beschreiben, folgt keinem Konzept und passt garantiert in keine Schublade. Also nicht der typische Hollywood-Stoff, sondern zur Abwechslung mal eine Story, die den Zuschauern einiges abverlangt"

Terry Gilliam studierte am Occidental College in Kalifornien politische Wissenschaffen. Seine abwechslungsreiche Laufbahn startete er als Zeichner des Magazins "HELP!", einer Schwester Publikation von "MAD", bevor es ihn nach England zog ("lch bin ein Brite in amerikanischer Haut"), wo er zunächst als freier Cartoonist für das neue, ungewöhnliche TV-Programm "Monty Python's Flying Circus" arbeitete. Diese Tätigkeit brachte ihm 1969 einen British Academy Award für Grafik ein. Es dauerte nicht lange, bis Gilliam zum ständigen Monty Python-Mitglied wurde und über die Jahre mannigfaltige Aufgaben wahrnahm - unter anderem fungierte er innerhalb der Crazy Crew als Schauspieler, Autor, Regisseur ("Monty Pythons wunderbare Welt der Schwerkraft") und natürlich als Schöpfer unvergesslicher Trickfilmsequenzen. 1977 gab er dann mit der mittelalterlichen Interpretation des Lewis Carroll-Stoffes "Jabberwocky" sein Solo-Regiedebüt. Sein nächster Film war die herrlich übergeschnappte Zeitreise-Phantasie "Time Bandits" (1981), in der ein Junge und eine Bande neurotischer Zwerge durch die Historie jetten und dabei unter anderem Sean Connery und John Cleese treffen.

"Time Bandits" spielte allein in Amerika über 5O Millionen Dollar ein. Gefolgt wurde dieser Hit von dem Film, den viele für seine größte Leistung halten: "Brazil" (1985) ist der verblüffende und dabei ausgesprochen witzige Entwurf einer Orwellschen Gesellschaff, in dem Jonathan Pryce und Robert De Niro ihren aussichtslosen, tragikomischen Kampf gegen das System antraten. "Brazil" erhielt Oscar-Nominierungen in den Kategorien bestes Drehbuch und Ausstattung, und brachte Gilliam Ehrungen für den besten Film, die beste Regie und für das beste Skript von der Los Angeles Film Critics Association ein.

Das folgende Spektakel "Die Abenteuer des Baron Münchhausen", in dem John Neville, Eric Idle und Uma Thurman mitwirkten, versank ein wenig im kreativen Chaos, erhielt aber 1989 dennoch vier Academy Award-Nominierungen. 1991 drehte Gilliam mit Robin Williams, Jeff Bridges und Mercedes Ruehl das moderne New Yorker Erwachsenen-Märchen "König der Fischer", für das es vier Oscar-Nominierungen nebst einer Trophäe für Frau Ruehl als beste Schauspielerin gab. Außerdem erhielt Gilliam einen Golden Globe für seine Regie. Neben seinen Monty Python-Filmen und eigenen Arbeiten ist Terry Gilliam in den Produktionen "Spione wie wir" und "Pleasure at her Majesty's" aufgetreten, hat mit den Pythons verschiedene Platten aufgenommen und diverse Bücher kompiliert. Und schließlich erhielt er 1987 den Michael Balcon Award der britischen Filmakademie BAFTA für seine außergewöhnlichen Beiträge zum internationalen Kino.

"Fear and Loathing in Las Vegas" (1998) hingegen ist ein komödiantischer Drogentrip durch Amerika mit einem bemerkenswerten Johnny Depp in der Hauptrolle. Außerdem dabei: Ellen Barkin, Gary Busey, Cameron Diaz, Christina Ricci und Harry Dean Stanton. 2005 schließlich folgte das nicht immer gelungene Fantasyabenteuer "Brothers Grimm", viel besser war dann wieder das Genrewerk "Das Kabinett des Dr. Parnassus" (2009).


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