Robin Williams

Schauspieler Robin Williams. Vergrößern
Schauspieler Robin Williams.
Fotoquelle: Featureflash/shutterstock.com
Robin Williams
Geboren: 21.07.1951 in Chicago, Illinois, USA
Gestorben: 11.08.2014 in Tiburon, Kalifornien, USA

Der Psychologe, den Robin Williams in Gus van Sants "Good Will Hunting" (1997) spielt, erinnert an den Lehrer in seinem berühmtesten Film "Der Club der toten Dichter" (1988), doch Robin Williams kam als legendärer "Popeye - der Seemann mit dem harten Schlag" 1980 unter der Regie von Robert Altman auf die Leinwand. Zuvor allerdings hatte der beliebte Schauspieler bereits einige Erfahrungen im Fernsehen. Sein außerirdischer Besucher Mork in dem TV-Dauerbrenner "Happy Days" war der erste Höhepunkt seiner Karriere und führte dazu, dass man seiner Figur eine eigene Serie widmete: "Mork vom Ork" lief zwischen 1978 und 1982 in 91 Folgen.

"Popeye" war zwar an der Kinokasse ein Desaster, das Video aber wurde sensationell gut verkauft. Robin Williams' zweiter Erfolg kam mit "Garp und wie er die Welt sah" (1982). George Roy Hills Film ist ein Unikum unter den modernen Hollywood-Filmen, eine Literaturverfilmung, die sich recht forsch und glückvoll vom Text abhebt: eine Alltagstragödie um einen erfolgreichen Ringer, der - um der Frau, die er will, zu gefallen - Bücher schreibt, Tragödien erlebt und mit seiner männerfeindlichen Mutter in (schriftstellerische) Konkurrenz gerät. Inszeniert ist das als skurriles Melodram mit einem wunderbaren Robin Williams, der mit Glenn Close als Mutter die eigentlich unmögliche Verfilmung des Romans von John Irving möglich macht.

Robin Williams besucht die High School in Marin County, studiert Politische Wissenschaften am Claremont Men's College. Am Marin College schließlich studiert er Theaterwissenschaft und nimmt bei John Houseman an der Juillard School Schauspielunterricht. Als Stand-up-Komödiant tritt er in Nachtclubs auf, ab 1976 im Comedy Store, Los Angeles. Dann beginnen die Fernseharbeiten. Unterschiedlich wie die Qualität seiner Filme sind auch die Leistungen, die Robin Williams erbringt. Seine besten Rollen hatte er in Filmen mit mehr oder weniger dramatischem Akzent, erstmals in "Good Morning, Vietnam" (1988) von Barry Levinson. Hier sorgt er als wortgewandter Moderator einer Rundfunkstation im kriegsgeschüttelten Vietnam für Ärger unter den Vorgesetzten.

Als aufrechter Pädagoge überzeugte Robin Williams in "Der Club der toten Dichter" (1988), als Arzt in "Zeit des Erwachens" (1990), und seine Rolle als Psychiater in "Good Will Hunting" (1997) brachte ihm einen Oscar ein. Durchaus verdient, denn in diesen Rollen hat Robin Williams oft genug bewiesen, dass er auch die leisen Töne beherrscht. Um so ärgerlicher ist es, dass er in zahllosen Filmen seinem Hang zu infantiler Kasperei hingibt, so in dem Superflop "Toys" (1992) von Barry Levinson, in Spielbergs filmischem Kindergeburtstag "Hook" (1991), in dem Superhit "Mrs. Doubtfire - Das stachelige Kindermädchen" (1993) von Chris Columbus oder - als frühzeitig gealterter Zehnjähriger - in Francis Ford Coppolas "Jack" (1996).

Sehr schön zu sehen ist dies in der Komödie "Ein Vater zu viel" (1997) von Ivan Reitman. Während Billy Crystal durch zurückhaltendes Spiel und diszipliniertes Timing komische Effekte erzielt, dreht Williams auf bis zum Gehtnichtmehr und reitet etliche Gags zu Tode. Besonders übel wirken seine routinierten Albernheiten dann, wenn sie mit dick aufgetragener Rührseligkeit einhergehen, etwa in der Arztschnulze "Patch Adams" (1998). Eine gute komödiantische Darstellung gelang Robin Williams dagegen in "Birdcage - Ein Paradies für schrille Vögel" (1995), dem US-Remake des französischen Films "Ein Käfig voller Narren". Einen besonderen Gag ließ sich Woody Allen für Williams einfallen. In "Harry außer sich" (1997) spielt er den "unscharfen Mann", einen Schauspieler, der im wirklichen Leben plötzlich unscharf wird. Folgerichtig ist Williams mittels Computertrick in dem gesamten Film nur unscharf zu sehen.

Weitere Filme mit Robin Williams: "Die Überlebenskünstler" (1983), "Moskau in New York" (1984), "The Richard Lewis 'I'm in Pain' Concert" (1985), "Seize the Day", "Club Paradise", "Rocket Man - Der Beste aller Zeiten" (alle 1986), "Portrait of a White Marriage" (ungenannt), "Die Abenteuer des Baron Münchhausen" (beide 1988), "Cadillac Man" (1990), "Schatten der Vergangenheit", "Clowns - Ihr Lachen bringt den Tod", "A Wish for Wings That Work" (Stimme), "König der Fischer" (alle 1991), "Ferngully - Christa und Zaks Abenteuer im Regenwald", "From Time to Time", "Aladdin" (jeweils Stimme, alle 1992), "In Search of Dr. Seuss", "Wer hat meine Familie geklaut?" (beide 1994), "To Wong Foo, Thanks for Everything, Julie Newmar" (ungenannt), "Neun Monate", "Jumanji" (alle 1995), "Der Geheimagent", "Aladdin und der König der Diebe" (Stimme), "Hamlet" (alle 1996), "Flubber" (1997) und "Hinter dem Horizont" (1998), "Der 200-Jahre-Mann", "Jakob, der Lügner" (beide 1999), "A.I. Künstliche Intelligenz" (Stimme), "One Hour Photo" (beide 2001), "Death to Smoochy", "Insomnia" (beide 2002), "The Final Cut", "House of D" (beide 2004), "Robots" (2005, Stimme), "The Big White - Immer Ärger mit Raymond" (2005), "Die Chaoscamper", "Nachts im Museum", "Der nächtliche Lauscher" (alle 2006), "Lizenz zum Heiraten", "Der Klang des Herzens" (beide 2007), "Shrink", "World's Greatest Dad", "Old Dogs - Daddy oder Deal" (alle 2009), "Happy Feet 2" (Sprecher, 2011), "The Big Wedding" (2012), "Der Butler" (2013), "Nachts im Museum 3: Das geheimnisvolle Grabmal" (2014).


Zur Filmografie von Robin Williams
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