Charlton Heston

John Charles Carter
Lesermeinung
Geboren
04.10.1924 in Evanston, Illionis, USA
Gestorben
05.04.2008 in Beverly Hills, Kalifornien, USA
Sternzeichen
Biografie
Ein Mann wie ein Baum, dicht behaart, mit auffallend breitem Kreuz und überlegenem Gesichtsausdruck war Heston der geborene Western- und Heroen-Darsteller. Eindrucksvoll unterstreichen das seine Titelrollen in den historischen Monumentalfilmen "Ben Hur" (1959) von William Wyler und "El Cid" (1961), das Ritterspektakel von Anthony Mann, sowie die Moses-Rolle in Cecil B. DeMilles "Die Zehn Gebote" (1956). All diese Figuren überzeugen durch Kraft, die für diesen Schauspieler typisch ist.

Das brachte Heston bereits als 35-Jährigem einen Oscar ein: als muskelstrotzender Galeeren-Sträfling Ben Hur und späterer Rächer beim Wagenrennen. Wichtig für Hestons Filmkarriere war auch seine Rolle als mexikanischer Detektiv in Orson Welles Klassiker "Im Zeichen des Bösen" (1957). Heston spielt den Gegenpart zum dem alles überragenden Orson Welles, der in diesem Thriller den korrupten Sheriff verkörpert.

Vorausgegangen waren weitaus unspektakulärere Rollen: 1945 "Peer Gynt", eine Amateur-Produktion von David Bradley, und "Julius Caesar" (1950). Ferner "Stadt im Dunkel" (1950) und "Die größte Schau der Welt" (1952), in der Heston einen Zirkusdirektor spielt. "Der weiße Sohn der Sioux" (1952) zeigt Heston erstmalig in einem Western. Viele andere folgten: Charles Marquis' "Die Bestie der Wildnis", Jerry Hoppers "Die Outrider" mit Heston als Buffalo Bill, Henry Levins "Gefähr in seines Lebens" (alle 1953), Rudolph Matés "Am fernen Horizont" (1955) und "Rivalen ohne Gnade" (1956), Sam Peckinpahs "Sierra Charriba" (1964), Tom Gries' "Der Verwegene" (1967), Ken Annakins "Ruf der Wildnis" (1972), Andrew V. McLaglens "Der Letzte der harten Männer" (1976) und Richard Langs "Duell am Wind River" (1979).

Mit Beginn der Siebzigerjahre und in den Achtzigern tauchte Charlton Heston überwiegend in Action- und Katastrophenfilmen auf, häufig als der ruhende Pol und die zentrale Autorität im allgemeinen Chaos: "Der Omega-Mann" (1971), "Erdbeben" (1974), "Airport - Giganten am Himmel" (1975), "U-Boot in Not" (1978), "Katastrophenflug 232" (1991). Unter seinen Actionfilmen erinnert sich der Filmfreund auch an den "Planet der Affen" (1967) und die Fortsetzung "Rückkehr zum Planet der Affen" (1970). In "Die drei Musketiere" (1973) schlüpfte Heston in die Robe Kardinal Richelieus. "Goldfieber" (1982) zeigte den Schauspieler in einer Doppelrolle als verblendeter, verwilderter Schürfer und dessen möderischer Bruder. Außerdem führte Heston bei dem Werk auch Regie.

Der einstige Schauspieler des Thomas Wolfe Memorial Theatre in Asville, der mit Shakespeares "Antony and Cleopatra" 1947 am Broadway debütierte, hat die Bühne niemals aufgegeben. Er spielte besonders in den Siebzigern viel Theater und feierte 1973 auch ein Regiedebüt. Seit den Achtzigerjahren kamen Fernsehauftritte und Videorollen hinzu, darunter TV-Rollen in dem Serien-Dauerbrenner "Denver-Clan" und dem Denver-Verschnitt "The Colbys". In den Filmen der Neunziger war Heston häufig nur noch in (ausgefallenen) Nebenrollen zu sehen. Beispielsweise als Gott in "Beinahe ein Engel" (1990) mit Paul Hogan in der Hauptrolle. Kleinere Rollen spielte Heston noch in der Western-Saga "Tombstone" (1993), in "Wayne's World 2" (1993) oder in "Die Mächte des Wahnsinns" (1995). Unter der Regie seines Sohnes Fraser C. Heston entstanden 1990 und 1996 zwei Filme, in denen der Vater nochmals zu größeren Rollen kam. In dem Remake "Die Schatzinsel" mimte Heston den Piratenführer Long John Silver, in dem Landschaftsabenteuer "Alaska - Die Spur des Polarbären" begegnete der Zuschauer Heston als fiesem Wilderer in der arktischen Wildnis.

Weitere Filme mit Charlton Heston: "Wuthering Heights" (1950), "Wildes Blut" (1952), "Bad for Each Other", "Die Geliebte des Präsidenten", "Der nackte Dschungel" (alle 1953), "Das Geheimnis der Inkas" (1954), "Der Privatkrieg des Major Benson", "Ich will, dass du mich liebst" (beide 1955), "König der Freibeuter", "Weites Land" (beide 1958), "Die den Tod nicht fürchten" (1959), "Es begann in Rom" (1961), "55 Tage in Peking", "Der König von Hawaii" (beide 1962), "Die größte Geschichte aller Zeiten" (1963), "Michelangelo - Inferno und Ekstase" (1964), "Die Normannen kommen" (1965), "Khartoum" (1966), "Der Befehl", "Elizabeth the Queen" (beide 1968), "Herrscher der Insel", "Number One" (beide 1969), "Antonius und Cleopatra" (auch Regie), "Endstation Hölle" (beide 1972), "Jahr 2022 ... Die überleben wollen" (1973), "Vier Musketiere - Die Rache der Mylady" (1974), "Schlacht um Midway", "Zwei-Minuten-Warnung" (beide 1975), "Der Prinz und der Bettler" (1977), "Chiefs" (1983, TV-Mehrteiler), "Nairobi Affair" (1984), "Ein Mann aus Stahl" (1987), A Man For All Seasons" (auch Regie), "Das Erwachen der Sphinx" (beide 1988), "Unbarmherzige Meute" (1989), "Harry und Davy", "Starfire" (beide 1990), "Crucifer Of Blood" (1991), "Symphony for the Spire" (1992), "True Lies - Wahre Lügen" (1994), "Die Heiligen der letzten Tage" (1995), "Hamlet" (1996), "An jedem verdammten Sonntag", "Gideon", "Camino de Santiago" (TV-Mehrteiler), "Toscano" (alle 1999), "The Order", "The Last Man Club", "Planet der Affen" (ungenannt), "Stadt, Land, Kuss" (alle 2001) und "Papà Rua Alguem 5555" (2002, als Josef Mengele).

Außerdem spielte Heston in zahlreichen weiteren TV-Serien wie etwa "Studio One" (1949 - 52), "Shirley Temple's Storybook" (1958), "SeaQuest DSV" (1994), "Friends" (1998), "Outer Limits" und "Cursed" (beide 2000) und hatte zahlreiche Auftritte in Dokumentationen, übernahm auch oft die Rolle des Erzählers sowohl in Dokus als auch in Spielfilmen und lieh seine Stimme auch Charakteren in Trickfilmen wie etwa in "Call from Space" (1989), "Hercules" (1997) oder "Cats & Dogs - Wie Hund und Katz" (2001).

Charlton Heston sorgte nicht nur als Promoter der Republikaner - er war ebenso wie sein Freund Ronald Reagan Präsident der Screen Actors Guild - für Aufsehen, sondern vor allem als Präsident der NRA (National Rifle Association, 1998-2003) - in dieser Eigenschaft bekam er von Dokumentarfilmer Michael Moore in "Bowling for Columbine" (2002) eins über. Denn Heston betonte, dass der Waffenbesitz ein Gott gegebenes Recht sei und dass man seine Waffe erst von ihm bekommen könne, wenn er tot sei. Und das sagte jemand, der in den Sechzigern noch neben Martin Luther King marschierte und für stärkere Bürgerrechte eintrat. Aber vielleicht erklärt sich daraus sein Alkoholproblem in den späten Neunzigern, denn 1999 verbrachte er drei Wochen in einer Entziehungsklinik. In seinen letzten Lebensjahren litt Heston an der Alzheimer Krankheit, an deren Folgen er schließlich 2008 starb.

Filme mit Charlton Heston
1952
Die größte Schau der Welt
Drama
1953
Die Bestie der Wildnis
Western
1956
Diese Gebote sind unser Gesetz! Charlton Heston als 
Moses 
Die Zehn Gebote
Monumentalfilm
1956
Sie wagen einen neuen Anfang: Charlton Heston und
Anne Baxter
Rivalen ohne Gnade
Western
1957
Ich bin stolz, ein fieser Südstaatler zu sein! 
Orson Welles als Sheriff
Im Zeichen des Bösen
Kriminalfilm
1958
Sind nicht die besten Freunde: Gregory Peck (l.)
und Charlton Heston
Weites Land
Western
1959
Ben Hur
Monumentalfilm
1959
Kapitän Patch (Gary Cooper, r. mit Charlton Heston) 
will beweisen, dass die Havarie seines Frachters 
durch Sabotage verursacht wurde
Die den Tod nicht fürchten
Kriminalfilm
1959
The Wreck of the Mary Deare
Abenteuerfilm
1961
El Cid
Monumentalfilm
1962
Ich verstehe die Chinesen einfach nicht!  David 
Niven (l.) und Charlton Heston  
55 Tage in Peking
Monumentalfilm
1962
Der König von Hawaii
Drama
1963
Oh, Satan weiche von mir! Max von Sydow als Jesus
Die größte Geschichte aller Zeiten
Bibelfilm
1964
Charlton Heston geht als Major Dundee auf Indianerjagd
Sierra Charriba
Western
1965
Ich befehle nach Gutdünken! Charlton Heston
Die Normannen kommen
Abenteuerfilm
1966
Khartoum
Abenteuerfilm
1967
Der Verwegene
Western
1967
Stell' dich nicht so an. Ich will doch nur etwas 
Spaß haben: Charlton Heston und Linda Harrison
Planet der Affen
Sciencefiction
1969
Wir werden es schon schaffen! Charlton Heston beschwichtigt Geraldine Chaplin
Herrscher der Insel
Familiensaga
1969
Number One
Sportlerdrama
1972
Charlton Heston verfällt der schönen Hildegard Neil 
Antonius und Cleopatra
Historiendrama
1972
Endstation Hölle
Katastrophenfilm
1972
Ruf der Wildnis
Abenteuerfilm
1973
Die drei Musketiere
Abenteuerfilm
1973
Jahr 2022 ... Die überleben wollen
Sciencefiction-Thriller
1974
Wir werden das Erdbeben schon überleben! Charlton 
Heston und Genevieve Bujold 
Erdbeben
Katastrophenfilm
1974
Giganten am Himmel
Spielfilm
1974
Ich werde es den Kerlen zeigen! Faye Dunaway als
Lady de Winter
Vier Musketiere - Die Rache der Mylady
Historienabenteuer
1975
Airport - Giganten am Himmel
Katastrophenthriller
1975
Gefechtsbereit: Henry Fonda (r.) und Charlton 
Heston als Marine-Offiziere  
Schlacht um Midway
Kriegsfilm
1975
Ich werde den Sniper fassen! Charlton Heston als
Sicherheitschef Holly
Zwei-Minuten-Warnung
Katastrophenthriller
1976
Der Letzte der harten Männer
Western
1977
Wer ist hier der Bettler? Ernest Borgnine (l.) und
Oliver Reed
Der Prinz und der Bettler
Abenteuerfilm
1978
U-Boot in Not
Katastrophenthriller
1979
Ich sehe keine Indianer! Charlton Heston (l.) und
 Brian Keith
Duell am Wind River
Western
1993
Tombstone
Western
1993
Wayne's World 2
Komödie
1994
Die Mächte des Wahnsinns
Horrorfilm
1994
True Lies - Wahre Lügen
Actionfilm
1996
Alaska - Die Spur des Polarbären
Abenteuerfilm
1996
Hamlet
Literaturverfilmung
1998
Armageddon - Das jüngste Gericht
Sciencefiction
1999
An jedem verdammten Sonntag
Sport-Drama
1999
Gideon
Tragikomödie
2001
Cats & Dogs - Wie Hund und Katz
Zeichentrick
2001
Planet der Affen
Sciencefiction
2001
Ich mach' doch tolle Musik, oder? Nastassja Kinski 
und Warren Beatty
Stadt, Land, Kuss
Komödie
2001
The Order
Actionfilm
2002
Bowling for Columbine
Dokumentarfilm
2011
Ben Hur
Historienfilm

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