George Kennedy

George Kennedy: Nebendarsteller vergangener Tage und B-Film-Ikone der 70er. Vergrößern
George Kennedy: Nebendarsteller vergangener Tage und B-Film-Ikone der 70er.
Fotoquelle: Serge Rocco/shutterstock.com
George Kennedy
Geboren: 18.02.1925 in New York, USA
Gestorben: 28.02.2016 in Boise, Idaho, USA

George Kennedy hatte es mit seiner Filmkarriere nicht eilig. Am Ende kamen - TV-Filme mitgerechnet - denn doch über hundert Filme zusammen, darunter Klassiker wie "Das dreckige Dutzend" (1966), aber auch Unmengen von schierem Müll wie etwa "Helden USA 4".

Obwohl Kennedy aus einer Show-Business-Familie stammt und bereits im Alter von zwei Jahren auf der Bühne stand, verfolgte er die Schauspielerei zunächst nicht weiter. Während des Zweiten Weltkriegs fand er Gefallen am Soldatenleben. Insgesamt 16 Jahre verbrachte er in der US Army. Eine Rückverletzung zwang ihn Ende der Fünfzigerjahre, die militärische Laufbahn an den Nagel zu hängen. Seine Armee-Erfahrungen brachten ihm einen Job als Militärberater bei der TV-Serie "Sergeant Bilko" ein (nicht zu verwechseln mit dem Steve Martin-Kinofilm).

Talent erkannt

Und weil er nun ständig bei den Dreharbeiten herumhing, fiel hier und da auch einmal eine kleine Nebenrolle ab. Langsam erkannte man aber sein Talent, die Rollen wurden größer, und bald besetzten ihn auch namhafte Regisseure. Zu seinen frühen Kinoauftritten von Bedeutung zählen Dalton Trumbos etwas thesenhafter Spätwestern "Einsam sind die Tapferen" (1962) mit Kirk Douglas und die amüsante Kriminalkomödie "Charade" (1963) von Stanley Donen. George Kennedy zählte zu einem Rudel Bösewichte, das Audrey Hepburn und Cary Grant schwer zu schaffen macht.

In den späten Schezigerjahren war es vor allem Robert Aldrich, der George Kennedy gern für sein Filmprojekte verpflichete. Man sah George Kennedy in "Wiegenlied für eine Leiche" (1964), "Der Flug des Phoenix" (1965) neben James Stewart und Hardy Krüger, in dem starbesetzten Kriegsfilm "Das dreckige Dutzend" und in "Große Lüge Lylah Clare" (1967). Zwischendurch war George Kennedy neben John Wayne in dem bedeutenden Western "Die vier Söhne der Katie Elder" (1965) von Henry Hathaway zu sehen, außerdem spielte er in Edward Dmytryks solidem Thriller "Die 27. Etage" (1965).

Oscar für "Der Unbeugsame"

Weitere nennenswerte Filme Kennedys aus dieser Zeit sind "Bandolero", "Der Frauenmörder von Boston" (1968) von Richard Fleischer, "Das Teufelsweib von Texas" (1967), "tick... tick... tick" (1969) von Ralph Nelson und natürlich Stuart Rosenbergs Knastdrama "Der Unbeugsame" (1967), für das George Kennedy mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.

Ende der Sechzigerjahre wurde Kennedy für ein Genre erschlossen, mit dem sein Gesicht untrennbar verbunden ist: der Flugzeug-Katastrophenfilm. Es begann mit George Seatons Kassenhit "Airport" (1969), es folgten dessen Aufgüsse "Airport - Giganten am Himmel" (1975), "Airport 1977 - Verschollen im Bermuda-Dreieck" (1976) und "Airport '80 - Die Concorde" (1978). Außerdem sah man Kennedy in "Erdbeben" (1974). Eine schöne Rolle als Gauner und Clint Eastwoods Widersacher hatte er immerhin in "Die Letzten beißen die Hunde" (1974).

Qualitativer Niedergang

Im großen und ganzen waren die Siebzigerjahre für Kennedy jedoch von einem qualitativen Niedergang geprägt - parallel zu dem der "Airport"-Reihe. Die Stoffe seiner Filme wurden von Mal zu Mal trashiger, in dem Selbstjustiz-Thriller "Ein Mann rechnet ab" (1976) von Edward Dmytryk wandelt Kennedy beispielsweise auf den Spuren von Charles Bronson. Solche Filme waren allerdings noch Gold gegen das, was Kennedy in den 80er Jahren alles mit seiner Anwesenheit beehrte. Da weist seine Filmographie Titel auf wie das Bo-Derek-Vehikel "Bolero" (1984), den C-Actionfilm "Delta Force" (1985) oder sogar "Helden USA 4" (1989).

Immerhin kann man George Kennedy keinen Mangel an Humor vorwerfen, denn zur gleichen Zeit begann er, in "Die nackte Kanone" (1988) und dessen Sequels "Die nackte Kanone 2 1/2" und "33 1/3" sein eigenes Image zu veralbern (hierin ist er einer anderen B-Film-Ikone, Lloyd Bridges, nicht unähnlich). Aber auch das schützte nicht vor Müllstreifen: Neben Thomas Gottschalk sah man ihn in dem unsäglichen "Trabbi goes to Hollywood" (1991). Kennedys Arbeiten nach 1993 entstanden ausschließlich für's TV. Im Kino war er seither nur noch selten zu sehen: Einer der Trickfiguren in "Small Soldiers" (1998) lieh er seine Stimme, bevor er 2014 an der Seite von Mark Wahlberg in "The Gambler" mitwirkte.

Am 28. Februar 2016 starb Kennedy im Alter von 91 Jahren eines natürlichen Todes in seinem Haus in Boise im US-Bundesstaat Idaho.

Weitere Auftritte von George Kennedy (Auswahl): "Insel der blauen Delphine" (1963), "Der Mann vom großen Fluss" (1964), "Morgen ist ein neuer Tag" (1967), "Die Rache der glorreichen Sieben" , "Heißes Pflaster Chicago" (beide 1969), "Rache aus dem Knast" (1970), "Dirty Dingus Magee - Der schärfste aller Banditen" (1970), "Die Gnadenlosen" (1971), "Geier kennen kein Erbarmen" (1973), "Im Auftrag des Drachen" (1974), "Street Cop" (1975), "Das Teufelscamp" (1978), "Der Mann, der aus dem Dschungel kam" (1978), "Sechs Männer aus Stahl" (1978), "Verstecktes Ziel" (1978), "Sechs kleine Detektive" (1979), "Death Ship" (1980), "Overkill - Durch die Hölle zur Ewigkeit" (1980), "Blutige Dämmerung" (1980), "Der Zauberbogen" (1981), "Wacko - Da wackelt die Bude" (1983), "Radioactive Dreams", "Jesse Owens - Idol und Legende" (beide 1984), "Tödliche Sucht" (1985), "Creepshow 2 - Kleine Horrorgeschichten" (1986), "Maniac City" (1987), "Demonwarp" (1988), "Uninvited" (1988), "Good Night Hell" (1989), "Schmutziger Pakt", "Brain Dead" (beide 1990), "Distant Justice - Das Recht des Stärkeren" (1992), "Don't Come Knocking" (2005), "The Gambler" (2014).


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