Robert Aldrich

Guter Mann für harte Sachen: Robert Aldrich Vergrößern
Guter Mann für harte Sachen: Robert Aldrich
Robert Aldrich
Geboren: 09.08.1918 in Cranston, Rhode Island, USA
Sternzeichen: Löwe
Gestorben: 05.12.1983 in Los Angeles, Kalifornien, USA

Robert Aldrich war stets ein Individualist unter den Hollywood-Regisseuren. Bereits mit seinem dritten Kinofilm erregt er Aufmerksamkeit, als er die Geschichte ganz aus der Sicht eines Indianers erzählt. Der "Apache" (1954) schleudert den Weißen, die ihn unterdrücken, seinen Hass entgegen. Er ist keine historische Figur, er repräsentiert aber den erbitterten Aufschrei eines Volkes, das dem Untergang geweiht ist. Ein Jahr später entsteht "Rattennest", mit dem sich Aldrich unüberhörbar gegen die Kommunistenjagd des Senators McCarthys ausspricht. Im selben Jahr inszeniert er die "Hollywood Story".

Aldrich studiert zunächst Wirtschaftswissenschaften, doch kurz vor dem Abschluss an der Universität von Virginia fliegt er raus. Damit erfüllt er nicht die Hoffnungen seiner Eltern, einer prominenten republikanischen Familie. Aus der Banker- und Politiker-Karriere wird nichts. John D. Rockefeller jr. war sein Onkel, und dennoch hat Aldrich auf all die Beziehungen gepfiffen. Als kleiner Angestellter beginnt er 1941 im RKO-Studio. Er steigt auf zum zweiten Regieassistenten, wird erster Assistent bei prominenten Leuten wie Charles Chaplin ("Rampenlicht", 1952), Joseph Losey ("M", 1950), Lewis Milestone ("Triumphbogen", 1948), Max Ophüls ("Gefangen", 1948), Abraham Polonsky ("Die Macht des Bösen", 1949), Robert Rossen ("Jagd nach Millionen", 1947), William Wellman ("Schlachtgewitter am Monte Casino", 1945) und Jean Renoir ("Der Mann aus dem Süden", 1945). Dann wird er Produktions-, später Studiomanager und Drehbuchautor bei den Enterprise Studios (1946-48).

Nach "Abbott und Costello treffen Kaptain Kidd" (1952), wo er Assistent von Charles Lamont ist, wechselt er kurz zum Fernsehen. Dort inszeniert er einzelne Episoden von Serien, bevor ihm 1953 die MGM sein Regiedebüt ermöglicht: "The Big Leaguer" mit Edward G. Robinson. Die meisten Filme, die er seit 1954 dreht, produziert er selbst, und er hat stets auch die Drehbücher überwacht. Immer sind ihm die politisch sozialen Verhältnisse wichtig. Doch er macht auch einen Unterschied zwischen Unterhaltungskino und Engagement. In "Große Lüge Lylah Clare" (1967) setzt er sich kritisch mit Hollywood auseinander.

"Vera Cruz" (1954) mit Gary Cooper und Burt Lancaster zeigt den aufrechten Westerner Benjamin Trane alias Gary Cooper, der zu Beginn auf hinkendem Pferd in die Szenerie der mexikanischen Revolution um 1860 reitet. Aber als er am Ende das Schlachtfeld verlässt, hat er für Gerechtigkeit gesorgt und Ordnung in den dramaturgischen Wirrwarr gebracht. Sein Widerpart ist der Zähne fletschende Joe Erin, gespielt von Burt Lancaster. Dagegen ist "Rattennest" ein typisches Beispiel dafür, wie man aus einer gewalttätigen Story von Mickey Spillane einen bedeutenden Film machen kann: Bei einer nächtlichen Autofahrt nimmt Privatdetektiv Mike Hammer eine Anhalterin mit, erfährt, dass sie aus einer Heilanstalt geflüchtet ist und erlebt, wie sie bei einem Überfall getötet wird. Mike versucht herauszufinden, warum sie starb und wem der Anschlag galt.

"Der Flug des Phoenix" (1965) mit James Stewart, Hardy Krüger, Peter Finch und Richard Attenborough ist ein Abenteuerfilm: Die Transportmaschine einer Ölgesellschaft muss in einem Sahara-Sandsturm notlanden. Ein ehrgeiziger junger Techniker baut aus dem alten Kasten ein schmuckes Flugzeug, das sich tatsächlich als flugfähig erweist, kurz bevor die gesamte Gruppe verdurstet. Der Dualismus zwischen dem amerikanischen Piloten und dem deutschen Flugzeugkonstrukteur bewegt sich zwar auf Klischeeebene (hier ehrgeiziger Neuerer, dort abgeklärter Konservativer), doch es ist eine spannend erzählte Geschichte, die durchaus auch ihre Kanten hat. Ärgerlich ist, dass Aldrich den antimilitaristischen Briten zu einem Zerrbild aus Charakterlosigkeit, Schwäche und Egozentrik macht.

"Was geschah wirklich mit Baby Jane?" (1962) und "Wiegenlied für eine Leiche" (1964) sind zwei Thriller mit Bette Davis. In dem ersten Werk spielt sie die mörderische Schwester von Joan Crawford, beide waren zu diesem Zeitpunkt längst vergessene Stars. In einer altmodischen Plüschvilla in Hollywood leben sie ihren Hass aus. Im anderen ist Bette Davis die Partnerin von Olivia de Havilland. Düsternis liegt über dem versponnenen Palazzo, wo vor 37 Jahren Charlottes Geliebter während einer rauschenden Ballnacht ums Leben kam. Das Gerücht geht um, Charlotte (Bette Davis) selbst habe ihn ermordet, und so verfolgen sie die Rachegeister! Vom Albtraum gepeinigt, rennt sie durch das große, einsame Haus, bis endlich ihre Cousine Miriam mit dem Hausarzt zu Besuch kommt. Aldrich zeigt mit Gespür für Details, dass der Schein trügt und die Lüge als Wahrheit erscheint. Bette Davis, "die vielleicht verrückteste Verrückte", fasziniert. Alfred Hitchcock und Henri-Georges Clouzot standen Pate.

Die Westernkomödie "Vier für Texas" (1963) entwickelt sich dagegen nach vorzüglichem Beginn zu einem schwachen Film. Aldrich gestattet seinen Stars Frank Sinatra und Dean Martin einiges an Selbstgefälligkeit. Weibliche Dreingaben sind Ursula Andress und Anita Ekberg. "Das dreckige Dutzend" (1966) ist ein Kriegsabenteuer mit Starbesetzung: Mit einem Dutzend Todeskandidaten wird ein gescheiterter Major kurz vor dem Tag der Invasion in Frankreich abgesetzt, um ein deutsches Offiziershauptquartier auszuräumen. Nur einer der Männer überlebt die Aktion. Aldrichs Hass auf den Komissbetrieb lässt sich nicht verleugnen, und die effektive Mischung aus bösem Humor und straffer Action zog zahlreiche Kopien nach sich. Selbst der blödsinnige Kinohit "Armageddon - Das jüngste Gericht" (1998), mit dem Aldrich natürlich nichts zu tun hat, zeigt sich sehr der Dramaturgie von "Das dreckige Dutzend" verpflichtet.

1968 gründet Aldrich ein eigenes, unabhängiges Studio, um sich intensiver mit ketzerischen Themen auseinanderzusetzen. Sein Film "Große Lüge Lylah Clare" fährt dem Studiosystem derart an den Karren, dass der Verleih das Werk rigoros unterdrückt. Aus "Das Doppelleben der Sister George" (1969) schneidet die Zensur alle lesbischen Szenen heraus. "Ein Zug für zwei Halunken" (1972) zeigt zwei Kraftkerle im Kampf gegeneinander: Lee Marvin und Ernest Borgnine. Spannend und ohne großen Anspruch auf psychologische oder soziologische Vertiefung setzt Aldrich das Duell zwischen einem Güterzugführer und einem Tramp in Szene.

In dem untypischen Aldrich-Film "Kesse Bienen auf der Matte" (1980) geht es ums Geschäft mit dem Showbusiness: Zwei Catcherinnen ziehen mit ihrem Manager durchs Land, übernachten in miesen Hotels, arbeiten im Ring. Das ist alles recht unschön und düster. Der Manager rackert sich ab, die Mädchen haben das Gefühl, sich ständig im Kreis zu drehen. Das ist eine kritische Anlage, doch solcher Realismus und ein bisschen Kritik am Geschäft mit dem Show-Sport macht noch keinen kritischen Film. Wenn die Mädchen sich kreischend auf die Matte werfen, wenn das Publikum grölt, der Ringrichter ungerecht urteilt und die Wut anheizt wird, dann überträgt sie sich auf das Publikum im Kino.

Das ist nicht ungewöhnlich bei Aldrich: Zwischen Meisterwerken, zu denen auch die James-Hadley-Chase-Verfilmung "Die Grissom-Bande" (1970) zählt, findet sich immer wieder Missglücktes oder Halbherziges. Fragwürdig oder zumindest zwiespältig ist beispielsweise der harte Indianerwestern "Keine Gnade für Ulzana" (1972), der Aldrich - achtzehn Jahre nach "Apache" - gelegentlich sogar den Vorwurf des Rassismus einbringt. In den deutschen Kinos läuft nur eine gekürzte Fassung des Films. Erst der WDR hat die fehlenden Szenen (fast zehn Minuten) wieder eingefügt. Aldrichs Polizistenulk "Die Chorknaben" (1977) bemüht sich darum, die Polizeiarbeit zu entglorifizieren und ze gt die Cops als zotige Allerweltsmenschen bei ihrer schäbigen Sisyphus-Arbeit. Die drastischen Mittel, auch im Dialog, lassen jedoch mitunter die kritische Absicht vergessen und werden zum Selbstzweck. Dennoch war Aldrich einer der ganz großen Action-Regisseure Hollywoods.

Weitere Filme von Robert Aldrich: "Ardennen 1944", "Herbststürme" (beide 1956), "Hügel des Schreckens", "Vor uns die Hölle" (beide 1959), "El Perdido", "Sodom und Gomorrha" (beide 1961), "Zu spät für Helden - Antreten zum Verrecken" (1969), "Straßen der Nacht" (1975), "Das Ultimatum" (1976) und´"Ein Rabbi im Wilden Westen" (1979).


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