Lee Marvin

Machte auch mit Schmierbauch noch eine gute Figur:
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Machte auch mit Schmierbauch noch eine gute Figur: Lee Marvin
Lee Marvin
Geboren: 19.02.1924 in New York City, USA
Gestorben: 29.08.1987 in Tucson, Arizona, USA

Nach der Ausbildung dient Lee Marvin beim US Marine Corps. 1947 gibt er sein Theaterdebüt beim Maverick Theatre in Woodstock. Danach erfolgt eine Schauspielausbildung in New York. Lee Marvins Broadway-Debüt in einer Bühnenfassung von Hermann Melvilles "Billy Budd" ist gleich ein großer Erfolg. Der brutale Gangster Vince Stone in Fritz Langs "Heißes Eisen" (1953) zieht viele ähnliche Rollen nach sich: Immer wieder muss sich Marvin wehren, auf dieses Rollenklischee festgelegt zu werden.

Er war jahrelang in eindrucksvollen kleinen Nebenrollen der widerwärtige Killer, der brutale Sergeant, der personifizierte Unsympath bis er 1967 in John Boormans "Point Blank" den verbissenen Einzelgänger Walker spielte, eine Art symphatischen Gangster, der sich vom Zuchthaus Alcatraz zum Festland rettet, um Rache an seinem Ex-Partner zu nehmen. Denn dieser hat ihm sein Geld, seine Frau und fast sein Leben gestohlen. Dass der Mensch und Schauspieler Lee Marvin stets an den Bösewichtern seiner Filmrollen gemessen wurde, hatte ihn immer etwas betroffen gemacht. Zumal er im Gegensatz zu seinen lakonisch schweigsamen Rollen, ein amüsanter, aufgeschlossener Geschichten-Erzähler war.

Die finsteren Rollen hafteten ihm an wie eine zweite Haut und dennoch war auch im Film hinter dem rauhen Äußeren, dem Pokergesicht und dem verruchten Blick ein sensibler Charakterdarsteller zu finden, der manchmal in kleinen, genau ausgewühlten Rollen zum Vorschein kam: Etwa als Colonel in Robert Aldrichs "Ardennen 1944" (1956) oder als Clarinettist in Jack Webbs "Es geschah in der Nacht" (1955).

Dort, wo es gelang, Lee Marvins komisches Talent in die Rolle miteinzubringen, da gab es schillernde Facetten seiner Darstellkunst: Der kauzige Bösewicht als Partner von John Wayne in "Die Comancheros" (Regie: Michael Curtiz, 1961) war durchaus ein Lichtblick im Western und in Joshua Logans leicht verschnulztem Westernmusical "Westwärts zieht der Wind" (1969) versteckte er sein weiches Herz hinter der polternden, torkelnden Trinker-Fassade.

Seine ersten beiden Spielfilme drehte Lee Marvon 1951 und 1952 unter der Regie von Henry Hathaway neben Gary Cooper ("You're in the Navy Now") und Tyronne Power ("Kurier nach Triest"), er war Partner von Marilyn Monroe und Hildegard Knef, von Marlon Brando ("Der Wilde", 1953) und Humphrey Bogart ("Die Caine war ihr Schicksal", 1954). Besonders gut spielte er auch den skeptischen, aber eiskalten Killer in Don Siegels "Der Tod eines Killers" (1964) und in "Das dreckige Dutzend" (1967).

Zu seinen schönsten und besten Filmrollen gehört die Doppelrolle neben Jane Fonda in Elliott Silversteins "Cat Ballou - Hängen sollst du in Wyoming" (1965). Um das kleine Westernnest von einem üblen Halunken befreien zu lassen, wird der berüchtigte Revolverheld Kid Shelleen angeheuert. Doch der, zerlumpt und whisky-trinkend, muss erst ausgenüchtert werden, um seinem bösen Zwillingsbruder (ebenfalls Marvin) erfolgreich im Duell gegenüberzustehen. In einer Zeit, als der amerikanische Akademiepreis noch etwas galt und wirkliche Leistung würdigte, hat Marvin 1965 für diese Doppelrolle den Oscar erhalten - gegen Konkurrenten wie Laurence Olivier und Richard Burton.

Seinen letzten gelungenen Auftritt hatte er in dem Polit-Thriller "Gorky Park" (1983). Der letzte Film, in dem er mitspielte, ist der 1986 entstandene, unrühmliche Streifen "Delta Force".

Weitere Filme mit Lee Marvin: "Teresa und die Männer" (ungenannt), "Hongkong" (beide 1951), "Wir sind gar nicht verheiratet" (ungenannt), "Goldraub in Texas", "Eight Iron Men", "Schüsse in Neu-Mexico" (alle 1952), "The Glory Brigade", "Der schweigsame Fremde", "Mit der Waffe in der Hand", "Seminola", "Down Among the Sheltering Palms" (alle 1953), "Gorilla at Large", "Stadt in Angst", "Unter zwei Flaggen" (alle 1954), "A Life in the Balance", "Sensation am Sonnabend", "... und nicht als ein Fremder", "Shack Out on 101", "Gegen alle Gewalten" (alle 1955), "Der Siebente ist dran", "Anklage: Hochverrat", "Dem Tode entronnen" (alle 1956), "Das Land des Regenbaums" (1957), "The Missouri Traveler" (1958), "Der Mann, der Liberty Valance erschoss" (1961), "Die Hafenkneipe von Tahiti" (1962), "Das Narrenschiff" (1964), "Die gefürchteten Vier" (1966), "Tonite Let's All Make Love in London", "The Meanest Men in the West" (beide 1967), "Sergeant Ryker", "Die Hölle sind wir" (beide 1968), "Monte Walsh" (1970), "Zwei glücklose Cowboys" (1971), "Die Professionals", "Ein Zug für zwei Halunken" (beide 1972), "Vier Vögel am Galgen", "The Iceman Cometh" (beide 1973), "Verflucht sind sie alle" (1974), "Brüll den Teufel an" (1975), "Great Scout and Cathouse Thursday" (1976), "Lawinenexpress", "The Big Red One" (beide 1978), "Yukon" (1981), "Ein Mann rennt um sein Leben" (1983) und "Das dreckige Dutzend, Teil 2" (1985).

Außerdem spielte er die Hauptrolle des Lieutenant Frank Ballinger in der gut gemachten TV-Krimi-Serie "Dezernat M" (1957) und übernahm die Erzähler-Rolle in der Serie "The Lawbreakers" (1963). Darüberhinaus hatte er zahlreiche Gastauftritte in Serien wie "Dragnet" (1952), "Wagon Train" (1960", "F.B.I.", "Twiglight Zone" (beide 1961), "Bonanza", "Dr. Kildare" und "Die Leute von der Shiloh Ranch" (alle 1962).

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