Humphrey Bogart

Humphrey Bogart in "Sahara" Vergrößern
Humphrey Bogart in "Sahara"
Fotoquelle: WDR
Humphrey DeForest Bogart
Geboren: 25.12.1899 in New York City, New York, USA
Gestorben: 14.01.1957 in Los Angeles, Kalifornien, USA

Humphrey Bogart ist Legende. Die Männer schätzten seine Freundschaft, die Frauen fühlten sich zu ihm hingezogen, und dem Filmpublikum bietet er auch Jahrzehnte nach seinem frühen Tod noch immer Möglichkeiten, sich mit seinem Leinwandcharakter zu identifizieren. Er war der Liebhaber und Gangster, unter dessen rauher Schale ein romantischer Kern steckte. Er war der Rebell, der sagte, was er dachte, der sich auflehnte, aber für die Sache auch einzustecken bereit war. Es besaß Tugenden und Laster, war zynisch und doch wieder einfühlsam. Er gab sich unabhängig und war doch immer auf der Suche nach Bindung. Er war Gewinner und Verlierer. Steckt in uns allen nicht ein wenig von Bogie?

Anders als bei vielen seiner Kollegen stand bei Bogart am Anfang nicht die Schauspielschule, sondern gleich eine (winzige) Rolle in einem Bühnenstück ("Experience", 1920). Das kam so: Humphrey DeForest Bogart hatte eine wenig erfolgreiche Schulzeit, zwei Jahre Militärdienst und diverse Jobs hinter sich, als er über einen Freund Kontakt zu dem Theaterproduzenten William Brady sen. knüpfte. Dieser liess Bogart verschiedene Arbeiten hinter der Bühne verrichten und Humphrey konnte so das Geschehen eine Zeit lang hautnah mitverfolgen, bis er den Sprung auf die Bretter riskierte. Noch im selben Jahr ging Bogart als Manager mit dem Stück "The Ruined Lady" (1920) auf Tournee und kam zu einer echten Bühnenrolle. Ein Dutzend weiterere folgten, meist als junger Mann und Nichtstuer.

Bogart lernte spielerisch im wahrsten Sinne des Wortes und auch die lange Reihe seiner weiblichen Partnerinnen blieb nicht ohne Einfluss. Bogart heiratete 1926 Helen Menken und 1928 Mary Philips, beides Schauspielerinnen. Talentsucher der Fox Studios wurden auf den jungen Bühnenakteur aufmerksam und nahmen ihn für sechs Filme unter Vertrag. Keiner davon vermochte den enttäuschten Bogart aufzumuntern. Hin- und hergerissen zwischen Hollywood und Bühne fuhr Bogart deshalb zweigleisig: Film und Theater. Seine Rolle als erbarmungsloser Gangster Duke Mantee in dem Theaterstück "Der versteinerte Wald" entpuppte sich schließlich als eine Schlüsselfigur für den Film. Archie Mayo drehte 1935 unter dem gleichen Titel einen Gangsterfilm und boxte Humphrey Bogart als Hauptdarsteller durch.

Foto: WDR

Bogart spielte so gut, dass er für die nächsten fünf Jahre auf Rollen des Aufsässigen und des Bösewichts festgelegt blieb, u. a. in: "Wem gehört die Stadt?" mit Edward G. Robinson, "Zwei gegen die Welt", "Geheimbund 'Schwarze Legion'" (alle 1936), das Boxermelodram "Kid Galahad", das Gefängnisdrama "San Quentin", der Gangsterfilm "Sackgasse" (alle 1937), "Chicago - Engel mit schmutzigen Gesichtern" (1938), in dem Humphrey Bogart einen hinterhältigen Ex-Anwalt spielt, "Oklahoma Kid" (1938) mit Bogey als Boss einer Outlaw-Bande, "King of the Underworld", "Das zweite Leben des Dr. X" (Bogey als Vampir), "12 Monate Bewährungsfrist", "Goldschmuggel nach Virginia" (alle 1939) und "Entscheidung in der Sierra" (1940) von Raoul Walsh. Als entflohener Killer Roy Earle spielt Humphrey Bogart in diesem Western eine seiner besten Leinwandrollen, die mit dem Klischee des ausschließlich bösen Außenseiters bricht und Bogart zu Starruhm verleiht.

Bogart läutete seine größten Erfolge ein und hatte 1938 zum dritten Mal geheiratet, eine Schauspielerin namens Mayo Methot. Eine seiner besten Rollen - das trifft für Bogart auch in John Hustons Meisterwerk "Die Spur des Falken" (1941) zu. Bogart prägt mit seiner Verkörperung des Privatdetektivs Sam Spade den Typus des unbeirrbaren Einzelgängers. Der film noir war geboren. Ein Jahre später erlebt diese Figur in Michaels Curtiz' Klassiker "Casablanca" (1942) einen neuen Höhenflug. Bogart spielt den unabhängigen, zynischen Nachtklubbesitzer Rick, verleiht dieser Figur aber eine romantische Seite. Für diese Rolle wurde Bogart erstmals für den Oscar nominiert. Der Film selbst wurde mit drei Oscars in den Kategorien bester Film, bestes Drehbuch und beste Regie ausgezeichnet.

"Bogie" ist ganz oben und auf Hauptrollen abonniert: "Einsatz im Nordatlantik" (1943), "Sahara" (1943), "Haben und Nichthaben" (1945) - der erste Film mit Lauren Bacall, Bogarts vierter und letzter Ehefrau. Ferner: "Konflikt" (1945), "Tote schlafen fest" (1946), "Späte Sühne" und "Das unbekannte Gesicht" (beide 1947). John Hustons "Der Schatz der Sierra Madre" (1947) wird für den Regisseur (zweiter Oscar) aber auch für Bogart wieder ein überragender Erfolg. Bogart spielt neben Tim Holt und Walter Huston (Vater des Regisseurs) einen von drei glücklosen Goldsuchern, deren Schickal von Beginn an unter keinem guten Stern steht. Als Kapitän der "African Queen" (1951), einer alten Flussbarkasse, zeigt Bogart an der Seite von Katharine Hepburn" wieder eine seiner großartigsten Rollen, die ihm einen Oscar als bester Schauspieler einbringt.

Noch einmal hätte es für Bogart beinahe einen Oscar gegeben. Wieder für eine Kommandantenrolle in Edward Dmytryks psychologischer Studie "Die Caine war ihr Schicksal". Es folgten "Sabrina", "Die barfüßige Gräfin" (alle 1954), "Wir sind keine Engel", "Die linke Hand Gottes", "An einem Tag wie jeder andere" (alle 1955) und Bogarts letzter Leinwandauftritt, "Schmutziger Lorbeer" (1956, Regie Mark Robson). Der von seiner Krebskrankheit bereits gezeichnete Bogart in der Rolle eine Sportjournalisten, der die krummen Touren des Box-Syndikats durchschaut und gegen die Schieber vorgeht... - ein gutes Ende für den aufrechten Leinwandhelden.

Weitere Filme mit Humphrey Bogart: "Broadway's Like That" (ungenannt), "A Devil With Women", "Up The River" (alle 1930), "Body And Soul", "Bad Sister", "Women Of All Nations", "A Holy Terror" (alle 1931), "Love Affair", "Big City Blues", "Three On A Match" (alle 1932), "Midnight" (1934), "China Clipper", "Isle Of Fury", "Ordnung ist das halbe Leben" (alle 1936), "Mord im Nachtclub", "Mr. Dodd geht nach Hollywood" (beide 1937), "Swing Your Lady", "Das Doppelleben des Dr. Clitterhouse", "Men Are Such Fools", "Schule des Verbrechens", "Racket Busters" (alle 1938), "Opfer einer großen Liebe", "Die wilden Zwanziger", "You Can't Get Away With Murder" (alle 1939), "Ein Nachtclub für Sarah Jane", "Orchid, der Gangsterbruder", "Nachts unterwegs" (alle 1940), "Abenteuer in Panama", "Von Stadt zu Stadt" (beide 1941), "Agenten der Nacht", "In this Our Life", "Der große Gangster" (alle 1942), "Thank Your Lucky Stars" (1943), "Fahrkarte nach Marseille" (1944), "Two Guys From Milwaukee" (Gagauftritt mit Lauren Bacall), "Die zwei Mrs. Carrolls" (beide 1946), "Always Together" (Kurzauftritt), "Gangster in Key Largo" (beide 1948), "Tokio Joe", "Vor verschlossenen Türen", "Ein einsamer Ort" (beide 1949), "Des Teufels Pilot" (1950), "Der Tiger", "Sirocco - Zwischen Kairo und Damaskus" (beide 1951), "Arzt im Zwielicht", "Die Maske runter" (beide 1952), "The Love Lottery" (kleine Statistenrolle, 1953) und "Schach dem Teufel" (1954).

 


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