Paul Henreid

P. Georg Julius von Henried
Lesermeinung
Geboren
10.01.1905 in Triest, Italien
Gestorben
29.03.1992 in Santa Monica, Kalifornien, USA
Sternzeichen
Biografie
Als Widerstandskämpfer Victor Laszlo, Ehemann von Elsa Lund/Ingrid Bergman im Kultfilm "Casablanca" (1942 wird Paul Henreid in den USA berühmt. Bevor er eine Reihe spannender Gangster-Filme wie "Asphalt-Hyänen" (1958) und "Der schwarze Kreis" (1963) inszeniert, entstehen einige Filme wie "Unter Mordverdacht" (1956), dem man allerdings noch die mangelnde Regie-Routine anmerkt.

Einen interessanten Ausgangspunkt hat "Unter Mordverdacht", ein leidlich spannendes Melodram: Es projiziert die fatalen Nachwirkungen des Krieges auf das Schicksal einer jungen Frau, deren Glück mitten im Frieden jäh erschüttert wird. Trevor und Stella Stevenson (Janice Rule, Ralph Meeker) sind ein glückliches Paar. Der begabte Maler scheint sich gerade von seinem Kriegstrauma erholt zu haben. Im Granatenfeuer hatte er einen schweren Nervenzusammenbruch erlitten. Der erste gemeinsamer Urlaub soll für ihn auch eine Erholungsreise sein. Doch ausgelöst durch die Motorengeräusche auf der Schiffs- und Flugreise brechen die Verwirrungen wieder durch. Erschreckt und hilflos muss Stella mitansehen, wie ihr Mann nach und nach den Verstand verliert. Für Momente klinkt er aus, wird zum Mörder und schließlich selbst getötet.

Der für die Billigfirma Republic inszenierte Film litt auch unter den vorwiegend im Fernsehen verwendeten, fürs Kino unzulänglichen Trucolor-Farben. Paul Henreid spielt selbst die Rolle eines verständnisvollen mexikanischen Polizeichefs. Nach dem Wiener Bühnendebüt bei Max Reinhardt spielt er in österreichischen Filmen, vor allem bei Erich Engel. Nach einigen Jahren geht er nach London, wo er gleichermaßen als Bühnen- und Filmschauspieler beschäftigt ist. Sein erster namhafter Film ist Henri Wilcox' "Königin Viktoria" (1939) mit Anna Naegle und Adolf Wohlbrück, dann folgen "Auf Wiedersehen, Mr. Chips" (1939) von Sam Wood und Carol Reeds "Nachtzug nach München" (1940).

Im August 1940 geht Henreid in die USA. In Hollywood gehört er bald zu den bekannten Stars, er ist gleichermaßen der unwiderstehliche, melancholische Held in großen Abenteuerfilmen wie "Die Seeteufel von Cartagena" (1945) von Frank Borzage und Lew Landers' "Der letzte Freibeuter" (1950). Zu seinen Partnerinnen gehören Michèle Morgan, Bette Davis, Hedy Lamarr, Maureen O'Hara, Katharine Hepburn und Olivia de Havilland.

"Reise aus der Vergangenheit" (1942) von Irving Rapper erzählt von Charlotte, dem glücklosen Kind einer schrecklichen Mutter, das von einem väterlichen Psychiater (Claude Rains) aus der Lethargie gerissen wird und sich vom hässlichen Entchen in ein schönes Mädchen verwandelt. Auf einer Ozeanreise verliebt es sich unsterblich in einen verheirateten Mann (Paul Henreid). Sie kehrt jedoch zurück und gibt sich die Schuld, als die tyrannische Mutter stirbt. Wieder im Sanatorium von Dr. Jaquith, freundet sie sich mit einem gestörten Kind an, das sich als versteckte Tochter ihres Geliebten herausstellt. Nach einem Schauerroman von Olive Higgins Prouty hat Irving Rapper das triefende Melodram verfasst, das aber - dank der hervorragenden Besetzung - immer wieder fasziniert. Bette Davis, vom Aschenputtel zur Prinzessin, und Paul Henreid als Geliebter sind so hinreißend, dass man über Strecken die Kolportage vergisst.

"Der Ring der Verschworenen" (1944) von Jean Negulesco ist ein spannender Politthriller aus dem Dritten Reich: Paul Henreid flieht als niederländischer Widerstandskämpfer nach Lissabon und verhindert eine internationale Verschwörung. An der Seite von Katharine Hepburn als Clara Wieck spielt er in "Clara Schumanns große Liebe" (1947) Robert Schumann. Ein schönes Schwarzweiß-Melodram um berühmte Leute, Kunst und Liebe, Eifersucht und Herzeleid, Hollywood-Kitsch, den man sich gerne gefallen lässt. Zu den interessanten Auftritten von Henreid zählen auch seine Rollen in Vincente Minnellis "Die vier apokalyptischen Reiter" (1961), Bryan Forbes' "Die Irre von Chaillot" (1968) und John Boormans "Exorzist II." In den Siebziger- und Achtzigerjahren inszeniert er - bis zu seinem Tod 1992 - vorwiegend fürs Fernsehen. Eine seiner beiden Töchter, Monika Henreid, wurde ebenfalls Filmschauspielerin.

Weitere Filme mit Paul Henreid: "Eva" (1935), "In Our Time", "Zwischen zwei Welten" (beide 1944), "Of Human Bondage", "Trügerische Leidenschaft" (beide 1946), "" (1948), "Blutige Diamanten" (1949), "So jung und so verdorben" (1950), "Abu Andar, Held von Damaskus" (1952), "Zaubernächte des Orients" (1953), "Tief in meinem Herzen", "Die Piraten von Tripolis", "Dieses Lied bleibt bei mir", "Kabarett" (alle 1954), "Viva Las Vegas" (1955), "10 000 Schlafzimmer" (1957), "Ferien für Verliebte", "Wenn das Blut kocht" (beide 1959), "Geheimaktion Crossbow" (1964) und "Der Exorzist II - Der Ketzer" (1977).

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