Sophia Loren

Die wunderbare Sophia Loren 1964 in "Gestern,
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Die wunderbare Sophia Loren 1964 in "Gestern, heute und morgen"
Sofia Villani Scicolone
Geboren: 20.09.1934 in Rom, Italien

Unvergesslich bleibt sie als kurvenreiche, temperamentvolle Pizzabäckerin oder italienisches Kindermädchen in Amerika: Sophia Loren. Jahrzehntelang verkörperte das Rasseweib mit der Wespentaille das schöne italienische Mädchen, das vor Temperament nur so übersprudelt. Ob Bauernmädchen oder verwöhnte hochnäsige Römerin, die Loren vereinte die italienische Wollust und übernahm Gina Lollobrigidas Rolle des Sexsymbols Nummer Eins.

Eigentlich war es ihre Mutter, die gerne Schauspielerin werden wollte, doch sie hatte kein Glück. Tochter Sofia dagegen hatte zunächst zumindest Erfolg als Fotomodell. Beim Schönheitswettbewerb entdeckte sie dann ein Filmagent. Doch der Anfang war schwer. Man versuchte, das hübsche junge Talent auszunutzen. Als Sofia Lazzaro wirkt sie in einer großen Anzahl unbedeutender Filme mit, hatte einige ungenannte Kurzauftritte wie etwa in der in den Cinecitta-Studios gedrehten US-Produktion "Quo Vadis" (1951). Doch sie pielte auch in Softpornofilmen wie "Era lui... sì! sì!" (1951) oder "Zwei Nächte mit Cleopatra" (1953). Ihr späterer Ehemann, der Produzent Carlo Ponti, kaufte alle Filme auf, um mögliche Veröffentlichungen und Skandale zu verhindern.

Ihre erstere größere Rolle spielte sie bei Giovanni Roccardi in "Weiße Frau in Afrika" (1952). Sie verwendete erstmals den Künstlernamen Sophia Loren, den der Produzent des Films, Goffredo Lambardo, für sie ausgesucht haben soll. Der Opern-Film "Aida" (1953), in dem sie nur spielt, nicht singt, führte zur Begegnung mit Carlo Ponti, den sie vier Jahre später, 1957, heiratete. Nun waren für sie alle Türen offen. Die Rolle in Vittorio de Sicas "Gold von Neapel" (1954) bedeutete nach der musikalischen Komödie "Karussell Neapel" (1954) ihren Durchbruch im anspruchsvollen Film. In Alessandro Blasettis Lustspiel "Schade, dass du eine Kanaille bist!" (1955) nahm sie an der Seite von Vittorio de Sica die Rolle der Lollobrigida ein und spielt erstmals gemeinsam mit Marcello Mastroianni.

Sie verdrängte die Konkurrentin "Lollo" schließlich ganz, als sie im dritten Teil der "Brot und Liebe"-Serie unter dem Titel "Liebe, Brot und 1000 Küsse" (1955) die Hauptrolle übernahm. Regisseur Dino Risi trat an die Stelle von Luigi Comencini, aber Vittorio de Sica spielte wieder den Dorfpolizisten. Mitte der Fünfzigerjahre gingen Loren und Ponti nach Hollywood, um an Lorens internationaler Karriere zu arbeiten. Doch sie wurden weitestgehend enttäuscht. Denn weder "Der Knabe auf dem Delphin" (1956) neben Alan Ladd noch "Stolz und Leidenschaft" (1956) brachten den erhofften Durchbruch. Auch "Hausboot" (1958) - erneut an der Seite von Cary Grant -, "Es begann in Neapel" (1960) mit Clark Gable oder "Die Stadt der Verlorenen" an der Seite von John Wayne brachten ihr keinen Starruhm.

Foto: S.A.D. Home Entertainment Zurück in Italien gelang ihr mit De Sicas "... und dennoch leben sie" ihr größter Erfolg. 1960 wurde Sophia Loren als Weltstar gefeiert. Für die Rolle der starken Witwe im Nachkriegs-Italien erhielt sie den Schauspielerpreis in Cannes, den Oscar sowie zahlreiche andere Preise. Wie keinem anderen gelang es De Sica Lorens künstlerisches Potential zu nutzen. Vier Jahre später in "Hochzeit auf Italienisch" ließen die beiden erneut die Kinokassen klingeln. Ettore Scola schließlich kreiert die Charakterdarstellerin an der Seite von Marcello Mastroianni in "Ein besonderer Tag" (1977). Ihrem Mann Carlo Ponti verdankte sie es, dass sie sich früh rar gemacht hat, sorgfältig auf die Rollen achtete und damit ihren Erfolg halten konnte. Nachdem sie 1982 wegen Steuerhinterziehung in die Schlagzeilen geriet und soagr für 18 Tage hinter Gittern musste, versuchte sie 1985 ein Comeback und spielte neben ihrem Sohn Edoardo in der Komödie "Aurora".

1989, 30 Jahre nach ihrem Welterfolg von "... und dennoch leben sie" übernahm sie diese Rolle nochmals in dem italienischen TV-Remake "Cesira - Ein Frau besiegt den Krieg" von Dino Risi. In Robert Altmans "Prêt-à-Porter" (1995) gab es ein Wiedersehen mit ihrem italienischen Kollegen Marcello Mastroianni. 1995 spielte sie in "Ein verrücktes Paar - Der dritte Frühling" neben dem ewig streitsüchtigen Paar Walter Matthau und Jack Lemmon die unwiderstehlich schöne Maria Ragetti, die als neue Nachbarin den beiden die Köpfe verdreht.

Weitere Filme mit Sophia Loren: "Il voto", "Le sei mogli di Barbablù", "Totò Tarzan", "Cuori sul mare" (alle 1950), "Io sono il capataz", "Lebbra bianca", "Il padrone del vapore", "Il mago per forza", "Milano miliardaria", "Anna" (alle 1951), "Mädchenhandel", "Zorro, der Held ", "È arrivato l'accordatore", "La favorita" (alle 1952), "Ci troviamo in galleria", "Pellegrini d'amore", "Ein Sonntag in Rom" (alle 1953), "Die verkaufte Unschuld", "Tempi nostri", "Il paese dei campanelli", "Drei Sünderinnen", "Attila, die Geißel Gottes", "Die Frau vom Fluss" (alle 1954), "Il segno di Venere", "Eine Frau für schwache Stunden" (beide 1955), "Wie herrlich, eine Frau zu sein" (1956), "Begierde unter Ulmen", "Der Schlüssel", "Die schwarze Orchidee" (alle 1958), "So etwas von Frau!", "Prinzessin Olympia" (beide 1959), "Die Dame und der Killer", "Die Millionärin" (beide 1960), "Boccaccio 70", "El Cid" (beide 1961), "Die Eingeschlossenen von Altona", "Madame Sans Gêne", "Die dritte Dimension" (alle 1962), "Der Untergang des Römischen Reiches" (1963), "Geheimaktion Crossbow", "Gestern, heute und morgen" (beide 1964), "Judith", "Lady L." (beide 1965), "Arabeske", "Schöne Isabella" (beide 1966), "Die Gräfin von Hongkong", "Die Über-Sinnliche" (beide 1967), "Die Frau des Priesters", "Sonnenblumen" (beide 1970), "Die Sünde", "Mortadella" (beide 1971), "Der Mann aus La Mancha" (1972), "Die Reise nach Palermo" (1973), "Das Urteil", "Die Puppe des Gangsters", "Flüchtige Begegnung" (alle 1974), "Cassandra Crossing" (1977), "Blutfehde", "Verstecktes Ziel", "Angela" (alle 1978), "Firepower" (1979), "Mit dem Mut der Verzweiflung" (1986), "Mamma Lucia" (beide 1989), "Samstag, Sonntag, Montag" (1990), "Soleil" (1997), "Francesca e Nunziata" (2001), "Zwischen Fremden" (2003), "Lives of the Saints", "Peperoni ripieni e pesci in faccia" (beide 2004) und "Nine" (2009).

Foto: S.A.D. Home Entertainment


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