Jack Lemmon

Jack Lemmon - einer der Großen Hollywoods. Vergrößern
Jack Lemmon - einer der Großen Hollywoods.
Fotoquelle: Featureflash/shutterstock.com
Jack Lemmon
Geboren: 08.02.1925 in Boston, Massachusetts, USA
Gestorben: 27.06.2001 in Los Angeles, Kalifornien, USA

Billy Wilder hat sie auf Leinwand das erste Mal zusammengebracht: Jack Lemmon und Walter Matthau. Das war 1965 und der Film hieß "Der Glückspilz" - und da wird Jack Lemmon von Walter Matthau zu einem Versicherungsbetrug angestiftet und muss im Rollstuhl sitzen. Das Miteinander und Gegeneinander dieser beiden kauzigen, aber sehr gegensätzlichen Charaktere bleibt den beiden Stars - was ihre gemeinsame Karriere anbelangt - erhalten. In mehreren Filmen - drei davon von Billy Wilder - spielen sie das seltsame, etwas verrückte Paar. Beide Schauspieler sind zu dieser Zeit schon international bekannt.

In Filmen von H. C. Potter, Robert Parrish und Richard Quine ist Jack Lemmon bald ein Publikumsliebling. An der Seite von Marilyn Monroe und Tony Curtis wird er ein Star in Billy Wilders "Manche mögen's heiß" (1959). Er erhält den Golden Globe, für den Oscar ist er nur nominiert. Den Golden Globe gibt man ihm auch an der Seite von Shirley MacLaine in Wilders "Das Apartment" (1960), ebenfalls unter Wilder spielt er erneut an der Seite von MacLaine in der Komödie "Das Mädchen Irma la Douce". Den Akademiepreis erhält er schließlich nach mehreren Nominierungen für den Durchschnittsamerikaner Harry Stonerin "Rettet den Tiger!" (1972).

Im gleichen Jahr entsteht auch die Wilder-Komödie "Avanti, Avanti!", die mit Seitenhieben auf amerikanische und italienische Lebensweisen nicht spart und Lemmon einmal mehr als neurotischen Helden zeigt. Und zwei Jahre später folgt mit "Extrablatt" eine weitere gemeinsame Arbeit von Wilder und Lemmon, eine slapstick-geladene, bitterböse Satire auf Journalismus und Justiz und deren Verhältnis zu Geld, Ruhm und Macht. Das eingespielte Schauspielerduo Lemmon und Matthau lieferte hier mit seinen köstlichen Wortgefechten ein echtes Bravourstück, das auch heute noch nichts von seiner Spritzigkeit eingebüßt hat.

Natürlich spielte Lemmon auch in Billy Wilders letztem Film, der Krimikomödie "Buddy Buddy" (1981), ein Remake der französischen Komödie "Die Filzlaus" (1973) von Edouard Molinaro. Für das eingespielte Komiker-Duo Lemmon und Matthaus war die Geschichte wie maßgeschneidert. Matthau schlüpfte in die Lino Ventura-Rolle eines Killers, der in aller Ruhe eines seiner Opfer umnieten will, dabei aber von einem durch eine schwere Seelenkrise gebeutelten Durchschnittsbürger (Lemmon in der Jacques Brel-Rolle) gestört wird, der sich im Nebenzimmer das Leben nehmen will.

Lemmon, Sohn eines Bostoner Fabrikanten, studierte in Harvard und arbeitete in New York als Bar-Pianist. Als 23-Jähriger war er Sprecher an Rundfunk-Shows, später Schauspieler und Produzent von TV-Serien. Dann kamen kleine Filmrollen, so sieht man Lemmon etwa in Mark Robsons Ehekomödie "Eine glückliche Scheidung" (1954) an der Seite von Kim Novak, doch erst der Nebenrollen-Oscar für den Fähnrich Frank in "Keine Zeit für Heldentum" (1955) von John Ford und Mervyn LeRoy machen ihn bekannt, Billy Wilder wurde ebenfalls auf ihn aufmerksam, die äußerst fruchtbare Zusammenarbeit konnte beginnen. Zuvor steht Lemmon allerdings noch in Richard Quines Komödie "Meine Braut ist übersinnlich" (1958, wieder mit Kim Novak) vor der Kamera.

Nach seinen ersten großen Erfolgen unter Wilder wird Lemmon auch von anderen Regisseuren gern besetzt: Blake Edwards verpflichtet ihn für seine Komödie "Das große Rennen rund um die Welt" (1964) mit Tony Curtis und Natalie Wood, in David Swifts Komödie "Leih' mir Deinen Mann" (1964) ist die unvergessene Romy Schneider seine Partnerin, wieder unter der Regie von Richard Quine sieht man ihn in der Komödie "Wie bringt man seine Frau um" (1964) und mit Dauerpartner Matthau ist er wieder "Ein seltsames Paar" (1967). Seit den späten Siebzigern zeichnet sich schließlich ein Rollenwandel bei Lemmon ab, zwar spielt er weiterhin in Komödien, aber etwa auch in James Bridges' spannenden und zeitkritischen Prä-Tschernobyl-Film "Das China-Syndrom (1978). Beeindruckend ist auch Lemmons Rolle eines Vaters, der seinen in Chile verschwundenen Sohn sucht, in Constantin Costa-Gavras' Politthriller "Vermisst".

Eine seiner letzten Rolle an der Seite von Matthau, der 2000 stirbt, spielt Lemmon 1995 in "Ein verrücktes Paar - Der dritte Frühling" und schließlich überrascht er in einer präzisen kleinen Rolle in Kenneth Branagh's "Hamlet" (1996). Für das William Friedkins Remake "Die zwölf Geschworenen" (1997) erhielt er wiederum eine Golden-Globe-Nominierung.

Weitere Filme mit Jack Lemmon:

  • Die Fünfzigerjahre: George Cukors Komödie "Die unglaubliche Geschichte der Gladys Glover" (1953), Henry C. Potters Musical "Liebe im Quartett" (beide 1954), Richard Quines Komödie "Meine Schwester Ellen" (1955) mit Janet Leigh, Dick Powells Komödie "Ohne Liebe geht es nicht" (1956), Delmer Daves' Western "Cowboy" mit Glenn Ford, Robert Parrishs Abenteuerfilm "Das Spiel mit dem Feuer" mit Robert Mitchum und Rita Hayworth, Richard Quines Komödien "Selten so gelacht" (alle 1957), "Mit mir nicht, meine Herren" (1959) mit Doris Day.

     

  • Die Sechzigerjahre: Richard Murphys Militärkomödie "Auf schrägem Kurs" (1960), Richard Quines Krimikomödie "Noch Zimmer frei" mit Kim Novak und Fred Astaire, Blake Edwards' Melodram "Stärker als alle Vernunft" mit Lee Remick (beide 1962), David Swifts Komödie "Ein Ehebett zur Probe" (1963), Clive Donners Komödie "Versuch's doch mal mit meiner Frau" mit Peter Falk (beide 1967), Stuart Rosenbergs Komödie "Darling, lass dich scheiden" mit Catherine Deneuve" und Arthur Hillers Komödie "Nie wieder New York" (beide 1969)

     

  • Die Siebzigerjahre: Lemmons eigene Regiearbeit "Opa kann's nicht lassen" (1971), Melville Shavelsons Komödie "Der Krieg zwischen Männern und Frauen" (beide 1972), Melvin Franks Komödie "Das Nervenbündel" (1974) mit Anne Bancroft, John Kortys Komödie "Liebe und andere Verbrechen" mit Genevieve Bujold, Jerry Jamesons Katastrophenfilm "Verschollen im Bermuda-Dreieck" (beide 1976)

     

  • Die Achtzigerjahre: Bob Clarks Komödie "Ein Sommer in Manhattan" (1980) mit Lee Remick (1981), Blake Edwards' Komödie "That's Life - So ist das Leben" (1986) mit Julie Christie und Gary David Goldbergs Tragikomödie "Dad" (1989) mit Kevin Spacey.

     

  • Die Neunzigerjahre: James Foleys Tragikomödie "Glengarry Glen Ross", Oliver Stones Politthriller "John F. Kennedy - Tatort Dallas" (beide 1991), Jay Sandrichs Komödie "Noch mehr Ärger mit Jack", Robert Altmans "The Player" (beide 1992), Gregory Moshers TV-Drama "Ein Leben fürs Theater", Donald Petris Komödie "Ein verrücktes Paar - Alt, verkracht und frisch verliebt", Robert Altmans brillanter Episodenfilm "Short Cuts" (alle 1993) Charles Matthaus Drama "Die Grasharfe" mit Piper Laurie und Sissy Spacek, Martin Bregmans Komödie "Schönes Wochenende", Harvey Millers Krimikomödie "Schwer verdächtig" mit Lily Tomlin, "Ein Präsident für alle Fälle" (alle 1996), Martha Coolidges Komödie "Tango gefällig?" (1997), Howard Deutchs Komödie "Immer noch ein seltsames Paar" (Matthaus und Lemmons letzter gemeinsamer Film), Mark Jonathan Harris' Roadmovie "Der lange Weg zurück" (beide 1998), Daniel Petries Gesellschaftsdrama "Wer Sturm sät" (mit dem vierten Golden Globe für Lemmon als Hauptdarsteller) und "Dienstags mit Morrie" (beide 1999).

     

  • 2000: Robert Redfords Drama "Die Legende von Bagger Vance".

Bibliographie: Rolf Aurich: Jack Lemmon, Henschel-Verlag, ISBN: 3-89487-246-2


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