Greer Garson

Greer Garson (mit Henry Travers) in ihrer
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Greer Garson (mit Henry Travers) in ihrer Oscarrolle als "Mrs. Miniver"
Eileen Evelyn Greer Garson
Geboren: 29.09.1904 in London, England, Großbritannien
Sternzeichen: Waage
Gestorben: 06.04.1996 in Dallas, Texas, USA

Greer Garson hält gemeinsam mit Bette Davis den Rekord für die meisten Oscar-Nominierungen in Folge (es waren fünf Jahre hintereinander). Insgesamt wurde sie sogar siebenmal nominiert, aber nur einmal konnte sie die Auszeichnung gewinnen. Für ihre herausragende und überzeugende Hauptrolle in William Wylers sechsfachen Oscar-Gewinner "Mrs. Miniver" erhielt sie 1943 endlich die heiß begehrte Trophäe.

Greer Garson wuchs nach dem frühen Tod ihres Vaters bei ihrer Mutter auf. Der Familie ging es finanziell sehr schlecht und Greer litt an einer chronischen Bronchitis, die sie dazu zwang, im Winter das Bett zu hüten. Da sie aufgrund ihrer Krankheit oft nicht die Schule besuchen und mit gleichaltrigen Kindern spielen konnte, beschäftigte sie sich mit dem Lesen von Klassikern der englischen Literatur und lernte sowohl Gedichte als auch Dramen auswendig. Greer zeigte schon früh Interesse an der Schauspielerei und wollte eine Schauspielausbildung an der Royal Academy of Dramatic Art machen. Ihre Mutter war jedoch dagegen und wollte, dass sie stattdessen Lehrerin wird. Somit besuchte Greer die Universität von London, die sie 1926 mit einem Bachelor in Französisch abschloss. Sie entschloss sich gegen den Lehrerberuf und arbeitete als Redakteurin für die Encyclopædia Britannica und in einer Werbeagentur.

Neben ihrem Beruf wirkte sie auch im örtlichen Theater mit, 1931 gehörte sie zur Birmingham Repertory Company, mit der sie immer wieder auf der Bühne stand. Greer erntete eine Menge Lob von Kritikern und Publikum. Trotzdem wurde ihr Vertrag aufgrund der häufigen Gesundheitsprobleme aufgelöst. 1933 heiratete sie den britischen Staatsbeamten Edward Alec Abbot Snelson. Vor allem das vereinnahmende Wesen Snelsons sorgte dafür, dass die Ehe bereits nach den Flitterwochen in die Brüche ging und 1940 geschieden wurde. 1934 ergatterte die 1,68 Meter große Schauspielerin eine erste kleine Rolle in dem Kurzfilm "Inasmuch".

Danach spielte sie hier und da in kleinen Nebenrollen in Theaterproduktionen. 1935 wurde sie für ihre Darbietung in dem Stück "The Golden Arrow" im Londoner Whitehall Theatre hochgelobt. In diesem Stück spielte sie an der Seite von Laurence Olivier, mit dem sie sich sofort anfreundete. Bei den Live-Übertragungen der Theaterstücke "Theatre Parade" (1937) stand Greer ein weiteres Mal vor der Kamera. Eine Rolle in der BBC-Produktion "How He Lied to Her Husband" (1937) folgte. Im gleichen Jahr wurde MGM-Chef Louis B. Mayer auf Greer aufmerksam, als sie in dem Stück "Old Music" eine Mörderin spielte. Schon kurze Zeit darauf nahm Mayer sie für MGM unter Vertrag.

Fast zwei Jahre lang musste Greer warten, bis sie ihre erste Filmrolle der Mrs. Chips in "Auf Wiedersehen, Mr. Chips" (1939) ergatterte. Für diese Rolle wurde sie das erste Mal für den Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert. Von da an drehte sie einen Erfolgsfilm nach dem anderen. So glänzte sie bereits ein Jahr später neben ihrem guten Freund Olivier in dem Liebesfilm "Stolz und Vorurteil", basierend auf dem gleichnamigen Roman von Jane Austen. Falls man das junge Talent bis dahin noch nicht kannte, so war Greer spätestens nach ihrer Hauptrolle der vom Schicksal geplagten Edna Gladney in Mervyn LeRoys Melodram "Blüten im Staub" (1941) jedem Kinogänger ein Begriff. Hier trat sie außerdem das erste Mal mit Walter Pidgeon auf. Die beiden verkörperten von nun an das Traumpaar der Leinwand. Zudem folgte die zweite Oscar-Nominierung.

Ein Meilenstein in Greers Karriere folgte 1942 in Wylers oben bereits erwähnten Melodram "Mrs. Miniver", in der sie, wieder an der Seite von Pidgeon, die Titelrolle verkörperte. Sie charakterisierte hier eine starke Frau, die jeden Tag während des Zweiten Weltkriegs ums Überleben kämpft und sich zugleich für ihre Kinder und Mitmenschen aufopfert. Greers Oscar-Danksagung dauerte ungeschlagene sieben Minuten, so dass daraufhin die Redezeit bei der Verleihung auf weniger als eine Minute begrenzt wurde. Unter LeRoys Regie stand sie auch 1942 für "Madame Curie" vor der Kamera und gab auch hier wieder die Titelrolle. Ein Jahr später heiratete Greer den zwölf Jahre jüngeren Richard Ney, der zuvor in "Mrs. Miniver" ihren Sohn gespielt hatte. Die Ehe wurde zum großen Skandal in den Medien aufgebauscht, bevor sie 1947 bereits wieder geschieden wurde.

Zwei weitere Oscar-Nominierungen folgten für ihre Leistung in Tay Garnetts Gesellschaftsdrama "Tagebuch einer Frau" (1944) und sein Liebesmelodram "Die Entscheidung" mit Gregory Peck. Trotz ihrer großartigen Karriere wurde Greer immer unglücklicher. Da ihre typischen Rollen die Kassen klingeln ließen, wurde sie von MGM in die immer gleiche Schublade gesteckt. Bis dato hatte dies auch Erfolg, doch das sollte sich schnell ändern. In Victor Flemings "Adventure" (1945) spielte sie neben Clark Gable. Trotz großer Erwartungen an den Film, besonders da es Gables erster Auftritt seit Kriegsende war, floppte der Film an der Kinokasse. Der Geschmack des Publikums änderte sich, Greer Garson war nicht länger die Nummer eins des Films. Das Drama "Desire Me" wurde 1947 zu einem Fiasko. Finanzen und Drehbuch bereiteten Schwierigkeiten, der Hauptdarsteller musste kurzerhand durch Robert Mitchum ersetzt werden und insgesamt vier Regisseure nahmen sich der Dreharbeiten an. Am Ende kam der Film ohne Nennung eines Regisseurs in die Kinos und erntete schlechte Kritiken.

Während der Dreharbeiten zu "Julia benimmt sich schlecht" (1948) lernte Greer ihren dritten und letzten Ehemann, den Millionär Elijah E. Fogelson kennen. In der Komödie spielte sie neben Elizabeth Taylor. Zwei Jahre später versuchte man mit "The Miniver Story" an den Erfolg von "Mrs. Miniver" anzuknüpfen, scheiterte jedoch kläglich. Nach weiteren, weniger erfolgreichen Filmen zog Greer mit ihrem Mann nach New Mexico und drehte nur noch Filme, für die sie sich auch interessierte. Darunter befand sich auch das Historiendrama "Julius Caesar" (1953) mit Marlon Brando und James Mason. Bevor ihr Vertrag mit MGM auslief, drehte sie die Komödie "Ihre zwölf Männer" mit Robert Ryan. Von da an war die Schauspielerin überwiegend in TV-Serien zu sehen, da ihr die alten Gesundheitsprobleme schwer zu schaffen machten.

Nach kleinen Auftritten in "Producers' Showcase" (1955), "Star Stage" (1956) und "Telephone Time" (1957) ging sie an den New Yorker Broadway. Dort wirkte sie in einigen Stücken mit. Für ihre Darbietung der Eleanor Roosevelt in "Sunrise at Campobello" wurde sie 1961 ein letztes Mal für den Oscar nominiert und erhielt außerdem den Golden Globe als beste Hauptdarstellerin. Ihre letzten Kinorollen übernahm Greer in "Dominique - Die singende Nonne" (1965) und "Der glücklichste Millionär" (1967). Nach den TV-Serien "Little Women" (1978) und "Love Boat" (1982) zog sie sich endgültig aus dem Showgeschäft zurück. Sie engagierte sich für ein Theater an der Southern Methodist University, das daraufhin "Greer Garson Theater" getauft wurde. Ihr Mann starb 1987, sie selbst erlag im Alter von 91 ihren Herzproblemen.

Weitere Filme mit Greer Garson: "Remember?" (1939), "When Ladies Meet" (1941), "Gefundene Jahre" (1942), "Das Schicksal der Irene Forsyte" (1949), "Der Gauner und die Lady" (1951), "Skandal um Patsy" (1953), "Aus dem Leben einer Ärztin" (1955), "The Little Foxes" (1956), "Vater ist der Beste" (TV-Serie, 1957), "The Big Party" (TV-Serie, 1959), "General Electric Theater" (TV-Serie), "Captain Brassbound's Conversion" (beide 1960), "The DuPont Show of the Week" (TV-Serie, 1962), "Invincible Mr. Disraeli" (1963), "The Little Drummer Boy" (TV-Serie, 1968), "Die Leute von der Shiloh Ranch" (TV-Serie, 1970), "Crown Matrimonial" (1974), "The Little Drummer Boy Book II" (Kurzfilm, 1976).

Foto: Warner

Text: Maren Selbst


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