Lana Turner

Julia Jean Mildred Frances Turner
Lesermeinung
Geboren
08.02.1920 in Wallace, Idaho, USA
Gestorben
29.06.1995 in Century City, Kalifornien, USA
Sternzeichen
Biografie
"Solange es Menschen gibt" (1959) von Douglas Sirk zeigt eine Schauspielerin, die der Karriere ihr Privatleben opfert. Sie versteht die eigene Tochter nicht mehr und gibt ihre große Liebe auf. Eine Rolle, die Lana Turner auf den Leib geschneidert war, zumal vieles mit ihrem tatsächlichen Leben gemein hatte.

Den ersten schauspielerischen Erfolg hatte Lana Turner 1946 als verführerische Cora Smith in dem Film "Die Rechnung ohne den Wirt" von Tay Garnett nach dem oft verfilmten Krimi "Wenn der Postmann zweimal klingelt". Doch die opulent kitischige Wiederverfilmung 1952 (Regie: Curtis Bernhardt) von Ernst Lubitschs "Die lustige Witwe" zeigte wie groß die schauspielerische Kluft zwischen einer Jeanette MacDonald (die spielte die Witwe bei Lubitsch) und Lana Turner war. Denn die Turner agierte hier höchstens zweitklassig.

"Die Presse hat nie begriffen, wer ich bin. Sie hat sogar meinen Humor, meine Vorliebe für Frohsinn und Farben unterschlagen" - das schreibt sie in "Lana: The Lady, the Legend, the Truth". Die Autobiographie steckt voller Peinlichkeiten, es sind Bettgeschichten und differenzierte Beschreibungen von verunglückten Liaisons. Man erfährt, dass es bei dem Gatten Artie Shaw gar nicht geklappt hat und dass Howard Hughes keine Unterhosen trug. Es gibt kaum einen Hollywood-Star dessen Privatleben so öffentlich bekannt wurde. So gibt die Autobiographie des Stars auch Auskunft darüber, warum das so war. Ihre zahlreichen Heiraten und Scheidungen - samt Wiederheirat desselben Manns, gaben genügend Stoff. Für eine Sensation sorgte ihre seinerzeit 15-jährige Tochter Cheryl Crane, die 1958 den Halbwelt-Liebhaber der Mutter erstach.

Immerhin hatte Lana Turner die Hollywood High School besucht und 1936 als Statistin ihr Filmdebüt in "Ein Stern geht auf" gegeben. Mervyn LeRoy war so von der langbeinigen Dame begeistert und nahm sie unter Vertrag, doch Lana Turner ging zur Konkurrenz, der MGM. Im Zeichen des brüllenden Löwen baute sie ihre Karriere auf. Ihre Vorliebe für enge Pullover war ihr dabei sicherlich sehr hilfreich. Lana Turner spielte die Ehefrau von Spencer Tracy (in Jekyll und Hyde-Variante "Arzt und Dämon" von 1940), die Geliebte von Clark Gable (in "Ein toller Bursche", 1941). Sie war die böse Lady De Winter in "Die drei Musketiere" (1948), der alkoholsüchtige Filmstar in Vincente Minnellis "Stadt der Illusionen" (1952) und die neurotische Witwe in Mark Robsons "Glut unter der Asche" (1957). Ihr Auftritt in der Fernsehserie "Falcon Crest" stand am Ende ihrer Karriere, sie starb im Alter von 75 Jahren in Kalifornien.

Weitere Filme mit Lana Turner: "Rich Man, Poor Girl" (1938), "Dr. Kildare: Unter Verdacht", "Nicht schwindeln, Liebling!" (beide 1939), "Mädchen im Rampenlicht", "Der Tote lebt", Ein toller Bursche" (alle 1941), "Somewhere I'll Find You" (1942), "Weekend im Waldorf" (1945), "Fesseln der Liebe", "Green Dolphin Street" (beide 1947), "Homecoming" (1948), "A Life of Her Own" (1950), "Mr. Imperium" (1951), "Die lustige Witwe" (1952), "Latin Lovers" (1953), "Verraten!" (1954), "Der große Regen", "Der Seefuchs", "Diane - Kurtisane von Frankreich", "Tempel der Versuchung" (alle 1955), "Glut unter der Asche", "Immer Ärger mit den Frauen" (beide 1957), "Das Geheimnis der Dame in Schwarz", "Und die Nacht wird schweigen" (beide 1960), "Junggeselle im Paradies" (1961), "Immer nur deinetwegen" (1962), "Love Has Many Faces" (1964), "Dosierter Mord" (1968), "Tote tragen keine Karos" (1981).

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