Carole Lombard

Carole Lombard als Kay Winters in "Fools for Scandal" Vergrößern
Carole Lombard als Kay Winters in "Fools for Scandal"
Jane Alice Peters
Geboren: 06.10.1908 in Fort Wayne, Indiana, USA
Gestorben: 16.01.1942 in Table Rock Mountain, Nevada, USA

Carole Lombard wuchs zunächst in ihrem Geburtsort auf. Nachdem sich ihre Eltern trennten, als sie erst acht Jahre alt war, zog sie mit der Mutter nach Los Angeles. Dort wechselte sie häufig die Schule. Dennoch schaffte sie den High-School-Abschluss. Anschließend besuchte sie die Miriam Nolkes Dramatic School for Girls. Als die junge Carole im Alter von zwölf Jahren von Filmregisseur Alan Dawn für "A Perfect Crime" (1921) entdeckt wird, beginnt ihre Karriere zunächst nur zögerlich. Bei ihm spielte sie noch unter ihrem bürgerlichen Namen Jane Peters. Nach ein paar Filmen, in denen sie ungenannt zu sehen war, nahm sie schon 1925 den Namen Carol Lombard an. Unter diesem Namen trat sie in der Folge in diversen wenig bemerkenswerten Stummfilmen auf. Eine kleine Rolle als Sklavin hatte sie allerdings (wieder ohne Namensnennung) in dem Meisterwerk "Ben Hur" (1924). Ebenfalls in diese Zeit fallen ihre ersten Gehversuche im komödiantischen Fach. So sah man sie etwa in diversen Slapstickkomödien des Produzenten und Chaplin-Entdeckers Mack Sennett. Diese erregten jedoch wenig Aufmerksamkeit.

Im Gegensatz zu vielen Kolleginnen partizipierte sie im hohen Maße von der Einführung des Tonfilms. Während andere Schauspielerinnen eine derart unangenehme Stimme hatten, dass sie kaum noch und bald gar nicht mehr besetzt wurden, hatte die Lombard damit überhaupt keine Probleme. Im Gegenteil: Sie überzeugte durch ihren Wortwitz und ihre verbale Schlagfertigkeit und natürlich ihren unwiderstehlichen Sex-Appeal. So gehörte sie spätestens seit dem Erfolg von Howard Hawks' (mit ihm drehte die Lombard bereits 1926 "The Road to Glory") überdrehter Showbiz-Parodie "Napoleon vom Broadway" (1934) als John Barrymores Gegenspielerin zu den Königinnen der Screwball-Komödien. Seit Beginn des Tonfilms hatte sie hinter ihren Vornamen Carol noch ein e gehängt. Zugute kam ihr auch die Ähnlichkeit zu der ebenfalls prominenten Marlene Dietrich.

Mehr und mehr mauserte sich Carole Lombard zu der Vorzeigefrau ihrer Zeit, prägte sie doch maßgeblich den damals in Hollywood dominierenden Typ, mit dem man sie identifizieren konnte: der Kumpel, auf den man sich verlassen kann. 1937 war sie bereits das höchst bezahlteste Starlett Hollywoods. Sie war populär, doch einen Oscar bekam sie nie.

Das Privatleben von Carole Lombard war eher turbulent. Sie war die Lebensgefährtin vieler berühmter Schauspieler. 1939, nach einer gescheiterten Ehe mit William Powell, heiratete sie Clark Gable. Mit ihm zog sie nach Encino, Kalifornien und wohnte auf einer luxuriösen Ranch. Eine jahrelange und gute Freundschaft pflegte sie zu dem Suspense-Meisterregisseur Alfred Hitchcock. Bekannt und berühmt wurde ihre "Rache" für eine von Hitchcocks sarkastischen Bemerkungen. Nachdem dieser generell Schauspieler als Vieh bezeichnete, arrangierte sie am Set von "Mr. und Mrs. Smith" (1941) drei lebendige Kühe mit Namensschildern um den Hals, auf denen die Namen der drei Hauptdarsteller standen.

Nach ihrem Erfolg mit "Napoleon vom Broadway" bekam Carole Lombard natürlich weitaus lukrativere Angebote, wie etwa 1935 die Romanze "Liebe im Handumdrehen". In diesem Film erfüllt die Amerikanerin die typische Vorstellung einer gut aussehenden jungen Frau, die nur an das Geld reicher älterer Männer herankommen möchte. Weitere Erfolge waren etwa die komödiantische Liebesgeschichte "Mein Mann Gottfried" (1936), für die sie zum ersten und einzigen Mal für den Oscar nominiert wurde, und auch die bereits erwähnte Hitchcock-Komödie "Mr. & Mrs. Smith".

Ihr letzter Film, Ernst Lubitschs Komödie "Sein oder Nichtsein" (1942), war gleichzeitig auch ihr erfolgreichster und berühmtester Film, da er erst nach dem Tode Lombards veröffentlicht wurde. Sie starb 1942 bei einem Flugzeugabsturz im Alter von nur 33 Jahren. Sie befand sich auf der Rückreise einer Veranstaltung, die die US-Bürger für Kriegsanleihen begeistern sollten. Nicht nur ein Schiff wurde nach ihr benannt; ihr zu Ehren nannte sich auch die Besatzung eines Flugzeugträgers "The Lombardians".

Weitere Filme mit Carole Lombard: "Gold Heels" (1924), "Dick Turpin, der galante Bandit", "Marriage in Transit", "Gold and the Girl", "Hearts and Spurs", "Durand of the Bad Lands", "The Plastic Age" (alle 1925), "The Johnstown Flood" (1926), "The Fighting Eagle", "Smith's Pony", "Gold Digger of Weepah", "My Best Girl", "The Girl from Everywhere" (alle 1927), "Run, Girl, Run", "The Beach Club", "Smith's Army Life", "The Best Man", "The Swim Princess", "The Bicycle Flirt", "The Divine Sinner", "The Girl from Nowhere", "His Unlucky Night", "Smith's Restaurant", "The Campus Vamp", "Power", "Motorboat Mamas", "Me, Gangster", "Show Folks", "Hubby's Weekend Trip", "The Campus Carmen", "Ned McCobb's Daughter" (alle 1928), "Matchmaking Mamma", "Don't get Jealous", "High Voltage", "Big News", "The Racketeer" (alle 1929), "The Arizona Kid", "Safety in Numbers", "Fast and Loose" (alle 1930), "It Pays to Advertise", "Man of the World", "Ladies' Man", "Up Pops the Devil", "I Take This Woman" (alle 1931), "No One Man", "Sinners in the Sun", "Unbescholten", "No More Orchids", "No Man of Her Own" (alle 1932), " From Hell to Heaven", "Supernatural", "The Eagle and the Hawk", "Brief Moment", "White Woman" (alle 1933), "Bolero", "Schiffbruch unter Palmen", "Treffpunkt: Paris!", "Lady by Choice", "The Gay Bride" (1934), "Rumba" (1935), "Love Before Breakfast", "Eine Prinzessin für Amerika" (beide 1936), "Swing High, Swing Low", "Nothing Sacred", "True Confession" (alle 1937), "Fools for Scandal" (1938), "Ein ideales Paar", "Nur dem Namen nach" (beide 1939), "Virgil in the Night", "They Knew What They Wanted" (beide 1940).


Alle Filme mit Jane Alice Peters

 

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