Claudette Colbert

Claudette Lily Chauchoin
Geboren: 13.09.1903 in Paris, Frankreich
Sternzeichen: Jungfrau
Gestorben: 30.07.1996 in Speightstown, Barbados

Claudette Colbert ist die schöne Poppea in Cecil B. De Milles "Im Zeichen des Kreuzes" (1932) neben Charles Laughton als Nero und schließlich wiederum bei De Mille die verführerische "Cleopatra" (1934). Zu dieser Zeit hat sie bereits in mehr als einem Dutzend Filmen gespielt. Neben Adolphe Menjou ist sie in den Endzwanzigern das "schönste Geschenk Frankreichs" an das Hollywood-Kino. Sie ist eines der vielseitigsten Talente, sowohl auf dem Gebiet der Komödie wie im Drama.

Claudette Colbert kommt mit 8 Jahren nach Amerika, absolviert in Washington die High School und spielt eine erste kleine Bühnenrolle in "The Wild Westcotts". Am Theater beginnt sie zuerst als Bühnenbildnerin, hat aber 1925/26 einen großen Broadway-Erfolg auf der Bühne in "Ein Kuss im Taxi". Der Broadway-Erfolg von "The Barker" führt sie direkt nach Hollywood. Doch ihr Kinodebüt in Frank Capras "Aus Liebe zu Mike" (1927) ist ein Misserfolg, sie kehrt zur Bühne zurück, spielt weiter kleine Filmrollen und hat 1931 an der Seite von Maurice Chevalier in Ernst Lubitschs "Der lächelnde Leutnant" mehr Erfolg.

Bald ist die attraktive Erscheinung mit den hohen Wangenknochen und den großen Augen nicht länger Ausstattungsstück für den Kostümfilm, obwohl das Bad der Poppea in Eselsmilch 1932 schon Filmgeschichte schreibt. Im dem gleichen Jahr als ihre Cleopatra auf der Leinwand zwischen Marc Anton und Caesar steht, begeistert sie an der Seite von Clark Gable in Frank Capras "Es geschah in einer Nacht" das amerikanische Publikum. Ellen Andrews, die junge Millionärin, die vor dem Vater flüchtet und sich in den entlassenen Zeitungsreporter Peter Warne verliebt, ist 1934 nicht nur ein Kinohit, sondern erntet auch die wichtigsten Oscars des Jahres: für den Film, den Regisseur, das Buch und die beiden Hauptdarsteller.

Kurioserweise wird im gleichen Jahr John Stahls "Imitation of Life" für den Oscar nominiert, ein Melodram mit Claudette Colbert in der Hauptrolle, die 25 Jahre später bei Douglas Sirk Lana Turner spielt. Der gestrenge Kritiker Richard Schickeln schreibt damals: "Ob sie die Königin vom Nil spielt oder ein ausgerissenes Mädchen, immer bewahrt sie eine Art großäugiger Unschuld und jugendliche Heiterkeit, die nie ermüdet."

"It Happened One Night" ist der Beginn ihrer Karriere als Star der Screwball-Komödie. In der Folge arbeitet sie mit den ber¸hmten Kom dienregisseuren jener Zeit: Als Partnerin von Mervyn Douglas in Gregory LaCavas "Sie heiratet ihren Chef" (1936), von Gary Cooper und David Niven in "Blaubarts achte Frau" (1938) von Ernst Lubitsch, in George Cukors "Zaza" (1939) sieht man sie neben Herbert Marshall, in Mitchell Leisens "Enthüllung um Mitternacht" (1939) neben Don Ameche und John Barrymore, in W.S. Van Dyke's "Drunter und drüber" (1939) spielt sie in Begleitung von James Stewart eine muntere Dichterin, die in es mit zwei Morden, einem Privatdetektiv und zwei Komikern vom Morddezernat zu tun bekommt. In Preston Sturges' "Atemlos nach Florida" (1942) ist sie die Ehefrau, die vergeblich nach Unabhängigkeit strebt, weil ihr Mann Joel McCrea allzu liebevoll trottelig ist, doch schließlich noch besser als der überhebliche Millionär, den sie kennen lernt. In Sam Woods' "Sene Frau ist meine Frau" (1945) brilliert sie noch einmal neben Don Ameche; schon schwächer sind dann Chester Erskines "Das Ei und ich" (1947) und Claude Binyous Ehekomödie "Fünf auf Hochzeitsreise" (Family Honeymoon, 1948), beide an der Seite von Fred MacMurray.

Claudette Colbert spielt auch ernste Rollen wie die Psychiaterin in Gregory LaCavas "Oberarzt Dr. Monet" (1935) neben Charles Boyer und Joel McCrea, die Kriegsehefrau, die in John Cromwells "Als Du Abschied nahmst" (1944) auf ihren Mann Joseph Cotton wartet oder die Frau in Irving Pichels "Morgen ist die Ewigkeit" (1945) neben Orson Welles, in Robert Z. Leonards "Geheimnis des Herzens" (1946) mit Walter Pidgeon, sowie in Abenteuerfilmen wie John Fords Western "Trommeln am Mohawk" (1939), Jack Convays "Der Draufgänger" (1940) neben Clark Gable und Spencer Tracy sowie Douglas Sirks Thriller "Schlingen der Angst" (1948) neben Don Ameche und Robert Cummings.

Sie beeindruckt als Schriftstellerin Agnes Newton Keith, die in Jean Negulescos "Drei kehrten heim" (1950) auf der Flucht aus Borneo in japanische Gefangenschaft gerät, als Nonne, die in Douglas Sirks "Schwester Maria Bonaventura" (1951) einen Mord aufklärt. Ihr letzter Kinofilm war "Sein Name war Parrish" (1961) neben Troy Donnahue und Karl malden von Delmer Daves.

Anfang der Fünzigerjahre war sie nach Europa zurückgekehrt, wo sie auch wieder Theater speilte. 1956 kehrt sie an den Broadway zurück und erlebt einen Erfolg mit "Jaunus" und 1978 mit "The Kingsfisher", 1984 triumphiert sie gleichermaßen in New York und London mit dem Stück "Aren't We All". Im gleichen Jahr wird Claudette Colbert durch die Film Society des New Yorker Lincoln Center geehrt. Nach 26 Jahren Filmabstinenz steht sie 1987 in "The Two Mrs. Grenvilles" noch einmal vor Fernsehkameras.


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