Joan Crawford

Lesermeinung
Geboren
23.03.1908 in San Antonio, Texas, USA
Gestorben
13.05.1977 in New York, New York, USA
Sternzeichen
Biografie
Sie war eine der großen Legenden, die Hollywood hervorgebracht hat. Das Produkt eines gnadenlosen Systems: Joan Crawford. Jede Bewegung des Stars in der Öffentlichkeit wurde kontrolliert. Erlaubt waren nur die Bilder des Glamours. Andere Ikonen dieser Traum-Fabrik waren die Garbo und die Dietrich. Doch während diese beiden ihren Mythos einfroren, ihr Alter nicht in Filmen zeigten, hat Joan Crawford mit verbissener Energie und Mut zur Groteske weitergefilmt. Mehr als 80 Mal stand sie vor der Kamera ­ als ganz junges Tanzgirl und noch als gealterte Diva in Horrorfilmen.

Hoch aufgewachsen, streng gepflegt, mit einem als Tänzerin durchtrainierten Körper wirkte die amerikanische Schauspielerin Joan Crawford stets energisch. Diese Ausstrahlung prädestinierte sie für die Darstellung selbstbewusster, ehrgeiziger und auch skrupelloser Karrierefrauen, die ihre emotionale Erfüllung dem materiellen Gewinn opfern. Ihre kraftvolle Rolle einer durch und durch rücksichtslosen Frau in Michael Curtiz' "Solange ein Herz schlägt" (1945) trug ihr den einzigen Oscar ein und setzte für viele folgende Rollen einen Maßstab.

Daran war noch kein Denken, als sich die Texanerin als 21-jährige Tänzerin bei Metro Goldwyn Mayer vorstellte und unter Vertrag genommen wurde. Am Ende blickte sie auf eine außergewöhnliche Karriere als Filmschauspielerin zurück, die 45 Jahre umspannte.

Die Broadway-Revue-Tänzerin kam 1925 als Double für Norma Shearer in "Lady of the Night" zu ihrem ersten Filmeinsatz und spielte zunächst vorwiegend in Jugendkomödien und Musicals. Die Irene in "Charleston-Girls" (1925) wird ihre erste große Rolle. Aber erst ihr 21. Film "Our Dancing Daughters" (1928) gilt als ihr Durchbruch. Die Rolle einer Tänzerin bringt ihr Ruhm ein und in den 30er Jahren avanciert sie zu einem zugkräftigen Star der MGM-Studios. In diese Zeit fällt der Greta-Garbo-Film "Menschen im Hotel" (1932), mit Staraufgebot und einer hervorragenden Crawford. Eine reife Leistung lieferte sie auch als Prostituierte in Lewis Milestones' "Regen" (1932). Trotzdem kostete ihr diese anrüchige Rolle viele Verehrer.

Zu ihren bedeutenden Filmen zählen ferner George Cukors "Die Frauen" (1939), einen Film, in dem nur Frauen auftreten. Außerdem: "Hemmungslose Liebe" (1947), der ihr für die Darstellung der schizophrenen Louise Howell eine Oscar-Nominierung einbringt. Ferner: "Maskierte Herzen" (1952), "Herbststürme" (1956) und Robert Aldrichs "Was geschah wirklich mit Baby Jane?" (1962), zusammen mit Bette Davis. Eine herausragende Rolle hatte sie auch 1954 als Saloon-Besitzerin Vienna an der Seite von Sterling Hayden in Nicholas Rays melodramatischem Western "Johnny Guitar - Wenn Frauen hassen" (1954).

Joan Crawford veröffentlichte zwei Autobiographien: "A Portrait of Joan: The Autobiography of Joan Crawford" erschien 1962, 1971 folgte "My Way of Life". Ihre Adoptivtochter Christina Crawford versucht 1979 mit einer Gegen-Biographie, "Mommie Dearest" das öffentliche Image ihrer Mutter zu untergraben, indem sie sie als unbeherrschte Egomanin darstellte. Frank Perry verfilmte dieses Buch 1981 mit Faye Dunaway in der Hauptrolle. In Deutschland erschien diese Biographie unter dem Titel "Meine liebe Rabenmutter". Der niederländische Schauspieler Cas Enklaar hatte u. a. aus diesen Texten für das Amsterdamer Werktheater einen Solo-Abend montiert, der im Juli 1985 als Vorlage für einen Film von Enklaar und Regisseur Horst Königstein diente: "Besuch bei Joan". Anfang Juli 1997 begannen die Dreharbeiten für einen weiteren Film über die Schattenseiten des Hollywood-Glamours um Joan Crawford. Diesmal verfilmt Horst Königstein Cas Enklaars Theaterstück als TV-Film für den Norddeutschen Rundfunk, Titel: "Nächte mit Joan".

Weitere Filme mit Joan Crawford: "Der Tölpel" (1926), "Der Unbekannte" (1927), "Moderne Mädchen" (1929), "Alles für dein Glück" (1931), "Ich tanze nur für dich", "Today We Live" (beide 1933), "Heirate nie beim ersten Mal" (1934), "Wo die Liebe hinfällt" (1935), "Die Braut trug rot", "Mannequin", "The Last Of Mrs. Cheyney" (alle 1937), "Brennendes Feuer der Leidenschaft" (1938), "Tanz auf dem Eis" (1939), "Susan und der liebe Gott" (1940), " Ein Kuss zuviel", "Reunion in France" (beide 1942), "Gefährliche Flitterwochen" (1943), "Humoreske" (1946), "Die Straße der Erfolgreichen", "Judy erobert Hollywood" (beide 1949), "Die Lügnerin" (1950), "Eiskalte Rache" (1952), "Herzen im Fieber" (1953), "Ehe in Fesseln" (1955), "Die Zwangsjacke" (1963), "Es geschah um 8 Uhr 30" (1964), "Die Karate-Killer" (1966) und "Das Ungeheuer" (1969).

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