Frank Sinatra

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"Der" Entertainer par excellence: Frank Sinatra
Fotoquelle: Northfoto/shutterstock.com
Francis Albert Sinestra
Geboren: 12.12.1915 in Hoboken, New Jersey, USA
Sternzeichen: Schütze
Gestorben: 14.05.1998 in Los Angeles, Kalifornien, USA

Als "Night and Day" erstmals im amerikanischen Radio erklang, war Harry James mit seinem Orchester bekannt, der Name des Sängers wurde es mit dem Lied: Francis Albert Sinestra, ein ehrgeiziger Sportjournalist. Singen liebt er über alles, ein Naturtalent wie der früh verstorbene, sechs Jahre ältere Mario Lanza.

Frank Sinatra kam in der Hafenstadt Hoboken am Rande von New Jersey zur Welt. Vater Anthony Martin war ein blauäugiger Sizilianer, ein Profiboxer, der sich fürs Ersparte eine Kneipe pachtete; zudem arbeitete er im Einsatz der städtischen Feuerwehr. Mutter Natalie, aus Genua gebürtig, ist Präsidentin der Demokratischen Partei des Stadtteils und nutzt ihren Einfluß, die Familie bei Kasse und guter Laune zu halten. Von ihr erbt Frank Sinatra das sichere Gespür für Macht und Geld.

Karrierestart als singender Kellner

Frankie genießt früh die Vorzüge des Einzelkindes: Die Eltern tun alles für ihn, unterstützen sogar - gegen ihren Willen - seine Liebe zur Musik. Mit 19 Jahren wird der Junge Mitglied der lokalen Band "Hoboken Four". Und bald gehört er zu den wenigen, die mitten in den Depressionsjahren einen Job bei einer Zeitung haben. Als singender Kellner verdient er 15 Dollar die Woche, fünf Jahre später sind es - inklusive Kino-, Fernseh- und Radiogage - 25000 Dollar, Tendenz steigend.

Die andere Seite: Schon der junge Frankie liebt Gangsterfilme wie "Der kleine Cäsar" und ist fasziniert von Helden wie Edward G. Robinson. Später hat Frankie Kontakt zu den echten Gangstern: Zu seinen Freunden zählen in den 40er Jahren "Joe Fisher" Fischetti, mit dem er 1947 in Havanna den Mafia-Boss Lucky Luciano besucht. Mit Salvatore Giacanda, Chef der Chicagoer Unterwelt, war er ebenfalls befreundet und in dessen Bar trat er gemeinsam mit Dean Martin und Sammy Davis jr. auf.

Shooting Star des Show Business

Mafia hin, Mafia her, Sinatra blieb über all die Jahrzehnte, über Stürme und Krisen der Shooting Star des Show Business. Daneben engagierte er sich auch politisch: 1944 im Wahlkampf für den Demokraten Frank D. Roosevelt, wofür ihn ein republikanischer Reporter "Schnulzensänger des New Deal" nannte. Mehr Ärger machte sein Engagement gegen die Rassenvorurteile, zumal der impulsive Star auch mal einen Kellner schlug, der einen farbigen Gast nicht bediente. Als Sinatra sich 1946 gegen das Franco-Regime aussprach, fand er kein Verständnis, da nannte ihn eine Zeitung gar "eine Schachfigur der Roten". Das aber war der konservative US-Bürger wahrlich nicht, denn sein Verhältnis zur Politik war sehr emotional und wechselhaft. Engagierte er sich gemeinsam mit Sammy Davis jr., Peter Lawford und Dean Martin im Wahlkampf für John F. Kennedy, so votierte er, als der ihn verärgerte, glatt für die Gegenseite: Er engagierte sich für den Schauspieler-Kollegen Ronald Reagan.

"The Voice" nannte man Frank Sinatra bereits 1941, als er zusammen mit Tommy Dorseys Orchester in dem Paramount-Film "Las Vegas Nights" sang, dann kamen weitere Musikauftritte mit Harry James oder Tommy Dorsey in Musikfilmen. Nur wenige dieser Eintagsfliegen kamen auch zu uns ins Kino wie "Urlaub in Hollywood" (1945), "Bis die Wolken vorüberziehen" (1946) und schließlich - als einziges Highlight - "Heut' gehn wir bummeln" von Stanley Donen und Gene Kelly, der auch die Hauptrolle singt und tanzt.

Oscar als bester Nebendarsteller

Damals war Sinatra auch in kleinen Spielfilm-Rollen zu sehen, meist als Gangster wie in Joseph Pevneys "Meet Danny Wilson - Zu allem entschlossen" von 1951. Doch da befand sich der Star in einer Lebenskrise: Die Scheidung von seiner Frau Nancy, die Affäre mit Lana Turner, die Ehe mit Ava Gardner und Alkohol- und Drogenprobleme belasteten sein Image. Und dennoch: Zwei Jahre später begann Frank Sinatras zweite Karriere: Der kleine, geschundene GI Angelo Maggio in Fred Zinnemanns "Verdammt in alle Ewigkeit" bedeutete für Frank Sinatra auf Anhieb den Oscar als bester Nebendarsteller. Das war der endgültige Durchbruch und es folgten weitere Kassenhits wie der Musikfilm "Die zarte Falle" (1955) von Charles Walters, das Musical "Schwere Jungs und leichte Mädchen" (1955) von Joseph L. Mankiewicz neben Marlon Brando und Otto Premingers Rauschgift-Drama "Der Mann mit dem goldenen Arm", für das Sinatra eine Oscar-Nominierung erhielt. Und wäre nicht die Parallele zwischen Protagonist und Rolle allzu eng gewesen, hätte vielleicht Sinatra statt Ernest Borgnine den Oscar erhalten.

Das Geheimnis seines Erfolgs blieb immer die Verbindung von dramatischem Talent und Stimme: "Die oberen Zehntausend", "Pal Joey" (1957), "Can-Can" (1959). Sinatra war als Sänger, Schauspieler und Showtalent die ganz große Nummer - auch wenn man ihm im hohen Alter oft seine Unbeugsamkeit vorwarf.

Weitere Filme mit Frank Sinatra:

  • Die Vierzigerjahre:
    "Urlaub in Hollywood" (1944) mit Gene Kelly, "Bis die Wolken vorüberziehen" (1946) mit Judy Garland, "Ein Bandit zum Küssen" (1947), "Die Glocken von Coaltown" (1948) mit Fred MacMurray und Alida Valli, "Heut' gehn wir bummeln" wieder mit Kelly, "Spiel zu Dritt" mit Esther Williams (beide 1949).

     

  • Die Fünfzigerjahre:
    "Ihre beiden Verehrer" (1950), "Doppeltes Dynamit" (1951) mit Jane Russell, "Zu allem entschlossen" (1952), "Man soll nicht mit der Liebe spielen" mit Doris Day, "Der Attentäter" (beide 1954), "... und nicht als ein Fremder" mit Olivia de Havilland und Robert Mitchum, "Viva Las Vegas" (beide 1955), "In 80 Tagen um die Welt" mit David Niven, "Stolz und Leidenschaft" mit Cary Grant und Sophia Loren, "Johnny Concho" (alle 1956), "Rivalen" mit Tony Curtis und Natalie Wood, "Es geschah in Chicago" (beide 1957), "Verdammt sind sie alle" (1958) mit Shirley MacLaine und Dean Martin, "Eine Nummer zu groß" mit Edward G. Robinson und Eleanor Parker, "Wenn das Blut kocht" (beide 1959).

     

  • Die Sechzigerjahre:
    "Der Teufel kommt um Vier" mit Spencer Tracy, "Frankie und seine Spießgesellen" mit Sammy Davis jr. (beide 1960), "Der Weg nach Hongkong" (1961) mit Bing Crosby und Bob Hope, "Botschafter der Angst" mit Janet Leigh, "Die siegreichen Drei", "Sturm über Washington" mit Henry Fonda, "Buddy und das süße Leben" mit Lee J. Cobb, "Die Totenliste" mit George C. Scott, "Wenn mein Schlafzimmer sprechen könnte ..." (alle 1962), "7 gegen Chicago" mit Peter Falk, "Vier für Texas" mit Anita Ekberg (beide 1963), "Der Lohn der Mutigen" (auch Regie), "Colonel von Ryans Express" mit Trevor Howard (beide 1964), "Dreimal nach Mexiko" (1965) mit Deborah Kerr, "Der Mann am Draht", "Der Schatten des Giganten", "Überfall auf die Queen Mary" (alle 1966), "Der Detektiv" mitLee Remick, "Der Schnüffler" mit Gena Rowlands (beide 1967), "Die Lady im Zement" (1968).

     

  • Die Siebzigerjahre:
    "Dirty Dingus, der scharfe Bandit" (1970), "Das gibt's nie wieder" (1974), "Das gibt's nie wieder II" (1976), "Das Cherry Street Fiasko" (1977) mit Martin Balsam.

     

  • Der Rest:
    "Die erste Todsünde" (1980) mit Faye Dunaway, "Auf dem Highway ist wieder die Hölle los" (1983), "Spencer Tracy: Ein Porträt von Katharine Hepburn" (1986), "Cool World" (1992).

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