Bob Hope

Bob Hope betatscht Lana Turner Vergrößern
Bob Hope betatscht Lana Turner
Leslie Townes Hope
Geboren: 29.05.1903 in Eltham, London, Großbritannien
Gestorben: 27.07.2003 in Toluca Lake, Kalifornien, USA

"Er war ein Mann mit Gefühlen von Unsicherheit und Furcht, dann aber warf er beides ab und spielte mit Mut seine Lebensrolle". Zu seinem 75. Geburtstag hat der amerikanische Komiker Bob Hope seinen eigenen Nachruf in die Presse lanciert - das passt zu seiner Komik, seinem Humor, seiner quirligen Lebendigkeit. Richard Nixon sagt in einer Laudatio auf den Komiker: "Amerika verdankt Britannien ungeheuer viel: unser Rechtssystem, unsere Sprache und viele unserer politischen Institutionen, aber besonderen Dank schulden wir England für Bob Hope!"

Solches Lob kommt nicht von ungefähr: Im Zweiten Weltkrieg, in Korea, in Vietnam ist Bob Hope stets einer der begeisterten Front-Entertainer. Er feiert Weihnachten und Silvester mit den Jungs da draußen an der Front, die den bösen Kommunisten den Garaus machen. Als Bob Hope 1970 in London bei der "Miss-Wahl" auftaucht und sich in einer Ansprache auch für den moralischen Einsatz an der amerikanischen Vietnamfront bedankt, schmissen Frauenrechtler mit Mehltüten. Der Komiker kontert sarkastisch: "Das war ein gutes Konditionstraining für Vietnam!" Und wer ihn wegen seines Engagements als Rechten bezeichnet, den würgt er ab: "Ich bin kein Rechter, ich bin Volkes Stimme, bin die Mitte Amerikas!"

Der kleine Mann mit dem hässlich verschmitzten Gummigesicht hat von früh an die Lacher auf seiner Seite. Er ist genau 25 Jahre älter als Walt Disneys "Mickey Mouse" und mit dem Produkt aus der Zeichenfeder hat er gemeinsam, dass beide äußerst konservative Repräsentanten des amerikanischen Show-Business sind. Der fünfte von sieben Söhnen des Steinmetzes William Henry Hope und seiner Frau Avis wird nach dem Fußballspieler Leslie benannt. Als der Junge zwei Jahre alt ist, siedeln die Hopes nach Bristol über, und 1907 geht Daddy ab nach Amerika: Vaters Brüder Frank und Fred haben sich in Cleveland, Ohio, niedergelassen, ein Jahr später folgt die Familie.

Das erste, was die Kinder dort sehen, - schreibt Rolf Giesen - war eine Kirche, an der ihr Vater mitgewirkt hatte. Die konservativen Viktorianer, die in den USA zur Presbytererianischen Kirche übertreten, sind arme Leute. Und Vater, der nicht selten besoffen heimkommt, sagt: "Die Vereinigten Staaten sind etwas für Frauen und Hunde - für Pferde und Männer stellen sie allerdings nur ein armseliges Pflaster dar." Hopes Karriere ist die vom Tellerwäscher zum Millionär: Er jobbt als Zeitungsverkäufer und Ladengehilfe, stapelt Kisten, füllt Regale und schrubbt Böden. Dabei amüsiert er seine Kollegen mit Imitationen von berühmten Hollywood-Stars, vor allem von Charlie Chaplin.

"Ich habe nur zwei Begabungen" sagt Hope auf einer seiner Talkshows, "Imitieren und Golfspielen." Da ist er ein Ass, mehrfach spielt er um die amerikanische Meisterschaft. Nach der Schule tritt Bob in Varietés auf, bis ihm 1932 der Sprung an den Broadway gelingt. 1935 ist er der Radio-Star, ein Jahr vorher sieht man ihn erstmals im Kino. Nach Kurzfilmen wie "Paree, Paree", "Big Spanish", "Soup to Nuts" oder "Shop Talk" folgt 1937 sein erster abendfüllender Spielfilm: Mitchell Leisens "Big Broadcast of 1938", der allerdings immer noch eine Kompilation von Kurzfilmen ist. Ein Jahr später spielt er an der Seite von Martha Raye in Elliott Nugents "Give Me a Sailor". Eine eigene Radio-Show "The Bob Hope Pepsodent Show" hält sich von 1939 bis 1948 im Programm, 1939/40 dreht Victor Schertzinger den ersten "Weg"-Film: "Weg nach Singapore". Neben Bob Hope stehen Bing Crosby und Dorothy Lamour vor der Kamera. Gemeinsam machen sie so viel Unsinn, treiben mit den Dialogen wilde Spiele, nehmen nichts am Set mehr ernst und haben riesigen Erfolg.

Hope und Crosby sprechen die Zuschauer direkt an, machen sich über die eigene Produktionsfirma "Paramount" lustig und lassen keinen Gag aus. Kamele und Schafe können sprechen und immer wieder taucht mal jemand in der Szene auf, dem Bing oder Bob eine Rolle versprochen hat. 1941 folgt "Weg nach Sansibar", 1942 "Weg nach Marokko", 1946 "Weg nach Utopia", 1947 " Weg nach Rio", 1952 "Weg nach Bali", 1961 "Weg nach Hongkong". Im letzten "Weg"-Film war jedoch die Luft raus, obwohl in kleinen Auftritten Frank Sinatra, Peter Sellers, Robert Morley, Dean Martin und David Niven zu sehen sind.

Bob Hope zählt jahrzehntelang zu den höchstbezahlten Künstlern des amerikanischen Showbusiness. Er legte wie Crosby und andere seine Gagen in Grundstücken, Ölquellen, Radiosendern, Rennpferden und Fußballteams an. Auf allen Wohltätigkeitsveranstaltungen ist er zugegen, die Wochenschaukameras lenkt er gerne auf seine Person. Er spielt mit Partnerin Paulette Goddard in "Erbschaft um Mitternacht" (1939) von Elliott Nugent, "The Ghost Breakers" (1940) von George Marshall und Elliott Nugents "Nichts als die Wahrheit" (1941), mit Betty Hutton in "Star Spangled Rhythm" (1942) von George Marshall und "Let's Face It" (1943) von Sidney Lanfield, mit Virginia Mayo in "Das Korsarenschiff" (1945) von David Butler, mit Jane Russell in "Sein Engel mit den zwei Pistolen" (1948) von Norman Z. McLeod und "Bleichgesicht Jr." (1952) von Frank Tashlin, mit Lucille Ball in "Kindermädchen wider Willen" (1949) von Sidney Lanfield und in "Herz in der Hose" (1950) von George Marshall, mit Rhonda Fleming in "Der große Liebhaber" (1949) von Alexander Hall und in "Ein Schuss und 50 Tote" (1959) von Norman Z. McLeod.

Bob Hope spielt aber auch jeweils einmal mit Joan Fontaine in Norman Z. McLeods "Der Schürzenjäger von Venedig" (1953), mit Eva Maria Saint in Norman Panamas "Ich heirate meine Frau" (1956), mit Katharine Hepburn in "Der eiserne Unterrück" (1956) von Ralph Thomas, sowie mit Anita Ekberg in Gerd Oswalds "Falsches Geld und echte Kurven" zusammen. Er gehört mit zum Team von Cecil B. De Milles großem Zirkusfilm "Die größte Schau der Welt" (1952), und 1985 sieht man ihn gar in "The Muppet Movie". Seit 1951 ist er regelmäßig im Fernsehen zu sehen und 1996 erneut Gastgeber einer Fernsehshow, "Laughing With the Presidents". 1944 wird er von der Amerikanischen Filmakademie zum Mitglied auf Lebenszeiten ernannt und erhält 1940, 1944, 1952, 1965 jeweils einen Ehren-Oscar, sowie 1959 den Jean Hersholt Humanitarian Award der Amerikanischen Filmakademie.

Wer übrigens glaubt, dass Bob Hope nur Witze gegen Russen und Kommunisten gemacht hat, der sollte wissen, dass auch ein Senator McCarthy - allerdings auf sehr sanfte Weise - sein Fett abkriegt: Er habe, so sagt Hope 1958 in einer Sendung, aus verlässlicher Quelle gehört, dass McCarthy demnächst die Namen von zwei Millionen Kommunisten preisgeben werde. "Er hat nämlich gerade ein Telefonbuch von Moskau in die Finger bekommen."


Zur Filmografie von Leslie Townes Hope
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