John Landis

Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor: John Landis Vergrößern
Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor: John Landis
John Landis
Geboren: 30.08.1950 in Chicago, Illinois, USA
Sternzeichen: Jungfrau

Wohl selten gibt es Stars im Filmgeschäft, die so vielseitig agieren. Landis gab 1973 sein Filmdebüt in dem fünften, letzten und wohl schlechtesten Teil der Planet-der-Affen-Reihe "Schlacht um den Planet der Affen". Noch im selben Jahr stand er für "Schlock - das Bananenmonster" hinter der Kamera und schrieb auch das Drehbuch zu der Parodie auf den Thriller "Trog" mit Joan Crawford. Landis' Faible für Satirik und abstruse Komik war schon seinerzeit zu erkennen.

Riesenerfolge wurde 1977 die College-Burleske "Ich glaub', mich tritt ein Pferd" mit seinem Freund und Filmkollegen John Belushi als übergewichtigen Lümmel Bluto und die durchgedrehte Farce "Kentucky Fried Movie". 1979 spielte Landis ebenfalls neben Belushi und mit Dan Aykroyd in der Kriegsklamotte "1941 - Wo, bitte, geht's nach Hollywood?" von Steven Spielberg eine kleine Nebenrolle.

Bei den Dreharbeiten zu diesem Antikriegsfilm scheint er Aykroyd und Belushi schon auserkoren zu haben für seinen nächste Regiearbeit. Denn 1979 entsteht der Kassenknüller "The Blues Brothers". Der Film wurde zu seinem größten Regie-Erfolg und wird sogar heute noch unter Insidern als der "Film der Filme" gefeiert. 1982 war kein so erfreuliches Jahr für den Regisseur. Steven Spielberg, den Landis bei den Dreharbeiten zu "Der weiße Hai" das erste Mal begegnet war, sprach ihn an, ob er nicht eine Episode zu "Unheimliche Schattenlichter" drehen wolle, und Landis sagte gleich zu. Die erste Episode sah nach seinem selbst entworfenen Drehbuch vor, dass Vic Morrow (Vater von Jennifer Jason Leigh) als Rassist bei einer Reise in die Vergangenheit unter anderem zwei vietnamesische Kinder aus einem Dorf, das aus der Luft beschossen wurde, retten sollte.

Da diese Szene mir Spezialeffekten bei Nacht gedreht werden sollte, und die Agenturen sich weigerten, dafür Kinder zu vermitteln (Nachtdrehs von Kindern ist in den Staaten illegal), besorgte sich Landis für 500 Dollar pro Nacht zwei Kinder von der Straße. Doch womit niemand rechnete, die Dreharbeiten zu der Szene endeten tödlich. Vic Morrow versuchte mit den zwei vietnamesischen Kindern unter den Armen, vom Fluss aus das Ufer zu erreichen. In der Zwischenzeit flog knapp über ihren Köpfen ein Hubschrauber und bombardierte sie mit Granaten und Bomben. Es kam, wie es kommen musste, der Pilot verlor durch die Vielzahl von Explosionen die Kontrolle und landete auf dem vietnamesischen Mädchen, das Morrow nicht mehr halten konnte. Beim Umkippen der Maschine köpfte ein Rotorblatt zuerst Morrow und dann das andere Kind.

Spielberg stand zur Zeit des Unglücks auf dem Höhepunkt seiner Karriere, und distanzierte sich sofort von dem tragischen Vorfall. Auch Warner, der Produzent, machte es Spielberg nach. Spielbergs Vertreter am Set, der spätere Regisseur Frank Marshall, zog es vor, für einige Zeit in Idaho abzutauchen. Nach der Beerdigung von Vic Morrow musste Warner Bros. die toten Kinder "unter den Tisch kehren". Zuerst bot Warner jeder Familie 46176 Dollar an. Letzlich erhielt jedoch jede Familie vom Gericht zwei Millionen Dollar zugesprochen. Der von Vic Morrows Töchtern geführte Rechtsstreit wurde außergerichtlich zu Bedingungen beigelegt, die nicht bekannt wurden. Im Prozess 1986 wurden alle fünf Angeklagten, John Landis und seine Mitarbeiter, für nicht schuldig befunden.

Danach steht Landis jedoch weiter vor und hinter der Kamera und gelegentlich schreibt er Drehbücher. Doch sein Erfolg ist sehr mäßig. 1985 produzierte er nicht nur für Michael Jackson den Musikclip zum Nummer-1-Hit "Thriller". Er war auch für das Drehbuch und die Regie zuständig. Dabei entstand ein 60-minütiger Clip (von dem wir allerdings nur die gekürzte Fassung kennen), der seinerzeit als teuerster und aufwendigster Musik-Dreh aller Zeiten gefeiert wurde. Michael Jackson berief sich auch 1991 für die filmische Umsetzung seines Hit "Black and White" auf Landis.

Auch wenn Landis für seine außergewöhnlichen Filme und Komödien ("Drei Amigos", 1986, "Der Prinz aus Zamunda", 1988) berüchtigt ist, scheint er beim Kinopublikum und den Filmjurys nicht gut anzukommen. Erhielt er doch gleich dreimal (1992, '95 und '97) für die Filme "Oscar - Vom Regen in die Traufe" (1991), "Beverly Hills Cop III" (1994) und "The Stupids" (1996) den Razzie-Award als schlechtester Regisseur des Jahres.

Doch das lässt ihn noch lange nicht das Handtuch schmeißen. 1997 wirkte er in dem TV-Film "Quicksilver Highway" und in "Mad City" als Schauspieler mit. 1998 inszenierte er das Sequal "Blues Brothers 2000", für das er auch das Drehbuch schrieb und als Produzent fungierte. Im gleichen Jahr drehte Landis mit Nastassja Kinski, Billy Zane und Lara Flynn Boyle die Komödie "Die Again", um 1999 zwei kleine Nebenrollen in "Diamonds" und "Freeway 2 - Highway To Hell" zu übernehmen.

Weitere Filme von John Landis: "American Werewolf" (1981), "Die Glücksritter" (1983), "Kopfüber in die Nacht", "Spione wie wir" (beide 1985), "Amazonen auf dem Mond" (1987) und "Bloody Marie - Eine Frau mit Biss" (1992). Außerdem war er in Werken wie "Die Muppets erobern Manhattan" (1984), "Fire Syndrome" (1989), "Psycho IV" (1990), "Stephen King's Schlafwandler" (1992), "Das Schweigen der Hammel" (1993) und "Vampirella" (1996) zu sehen, und er schrieb das Buch zu "Alle Mörder sind schon da" (1985).


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