Michelle Pfeiffer

Schönheit mit Miss-Vergangenheit: Michelle Pfeiffer. Vergrößern
Schönheit mit Miss-Vergangenheit: Michelle Pfeiffer.
Fotoquelle: Tinseltown/shutterstock.com
Michelle Pfeiffer
Geboren: 29.04.1958 in Orange County, Kalifornien, USA

Drei Oscar- und fünf Golden Globe-Nominierungen, dazu ein gewonnener Golden Globe in der Kategorie Beste Darstellerin sind zwar eine mehr als stattliche Ausbeute aus mehr als 25 Jahren Schauspielkunst. Das Faszinosum Michelle Pfeiffer jedoch ist mit solch schnöden Fakten nur unzulänglich beschrieben. Sie hat mit praktisch allen wichtigen Regie- und Schauspielkollegen der letzten Dekaden zusammengearbeitet; sie steht für eine beispiellose künstlerische und kommerzielle Erfolgsbilanz; sie verfügt über eine enorme darstellerische Bandbreite, von der betörenden Blondine im knallroten Abendkleid bis zur anämischen Liebeskranken am französischen Hof, von der artistischen Superheldin in Lack und Leder bis zur unscheinbaren Kellnerin, von der aufgedonnerten Mafiosi-Braut bis zur hartgesottenen Lehrerin.

Michelle Pfeiffer besuchte die Fountain Valley High School und ab 1976 für ein Jahr das Golden West College, wo sie eine Ausbildung zur Gerichtsreporterin begann. Nebenbei jobbte sie in einem Supermarkt und gewann als gereifter Teenager zunächst den Schönheitswettbewerb als Miss Orange County,später sogar den der Miss Los Angeles. Danach drehte sie Werbefilme, hatte einen Vertrag als Model und begann eine Ausbildung an einer Schauspielschule. Als Schauspielerin debütierte sie mit einer Einzeiler-Rolle in der TV-Serie "Fantasy Island"; der Beginn einer steilen Karriere.

Ihr Leinwanddebüt hatte sie 1979 mit einer kleinen Rolle in "Hollywood Knights", gefolgt von einer weiteren in "Midlife Crisis". Der Durchbruch kam mit der Rolle der Stephanie in der Film-Version des Rock-Musicals "Grease 2" (1981). Direkt im Anschluss spielte sie die Ehefrau von Al Pacino in Brian De Palma's "Scarface" (1983), wodurch sie noch größere Aufmerksamkeit erzielte. In dem komödiantischen Thriller "Kopfüber in die Nacht" (1985) hatte sie ihre erste richtig große Rolle an der Seite von Jeff Goldblum. Für ihren Auftritt in "Gefährliche Liebschaften" (1988) wurde sie für einen Oscar als beste Nebendarstellerin, für ihr Porträt einer Nachtclub-Sängerin in "Die fabelhaften Baker Boys" (1989) und als naive Hausfrau in "Love Field" (1991) als beste Hauptdarstellerin nominiert.

Für ihren Part als Single Frankie in Garry Marshall's Beziehungskomödie "Frankie und Johnny" (1991) - wieder an der Seite von Al Pacino - bekam sie eine Golden-Globe-Nominierung. Ebenfalls überzeugend spielte sie die Frau eines ermordeten Gangsters in "Die Mafiosi-Braut" (1988) von Jonathan Demme, eine mysteriöse Schönheit in "Der Tag des Falken" (1985), eine der drei Furien in "Die Hexen von Eastwick" (1987) und eine verführerische Schöne in "Zeit der Unschuld" (1993) von Martin Scorsese. In dem Sozialdrama "Dangerous Minds - Wilde Gedanken" (1995) war Michelle Pfeiffer Lehrerin in einer Ghettoschule und in der schmalzigen Liebesgeschichte "Aus nächster Nähe" (1996) war Robert Redford ihr Partner.

Weitaus besser war dann wieder die Komödie "Tage wie dieser" (1996), in der Michelle Pfeiffer eine Star-Architektin verkörperte, die sich in knallharten Journalisten alias George Clooney verliebt. Mit Treat Williams sah man sie danach in dem Drama "Tief wie der Ozean", die Geschichte eines Ehepaars, dessen Sohn spurlos verschwindet, nach neun Jahren aber plötzlich wieder da ist.

Dankbarer war zum Glück die Rolle in "An deiner Seite" (1999). Hier führt Michelle Pfeiffer mit ihrem Film-Mann Bruce Willis einen regelrechten Ehekrieg. Etwas steif geriet dagegen ihr Auftritt in der Shakespeare- Variante "Ein Sommernachtstraum" (1999). Mit Hollywood-Superstar Harrison Ford stand Pfeiffer danach in dem Horror-Schocker "Schatten der Wahrheit" (2000) vor der Kamera. Einmal mehr spielt sie eine Ehefrau, die eines Tages von schrecklichen Geistererscheinungen heimgesucht wird...

Michelle Pfeiffer war kurzzeitig mit dem Regisseur und Schauspieler Peter Horton verheiratet. Im November 1993 adoptierte sie ein kleines Baby und noch im gleichen Jahr heiratete sie den Rechtsanwalt und Drehbuchautor David E. Kelley ("Picket Fences", "Chicago Hope" und "Ally McBeal"). Im August 1994 wurde ihr gemeinsamer Sohn John Henry geboren.

Weitere Filme mit Michelle Pfeiffer: "The Solitary Man" (1979, TV), "Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin", "Das Schicksal kennt kein Erbarmen", "Heimatlos - Ein Herz für Kinder", "Träume zerrinnen wie Sand" (alle 1981), "One Too Many" (1983, TV), "Sweet Liberty" (1985), "Tales From The Hollywood Hills: Natica Jackson" (TV), "Amazonen auf dem Mond" (beide 1987), "Tequila Sunrise" (1988), "Das Russland-Haus" (1990), "Batmans Rückkehr" (1992), "Wolf - Das Tier im Manne" (1993), "Schatten einer Liebe" (1996), "Tausend Morgen" (1997), "Being John Malkovich" (ungenannt, 1999), "Ich bin Sam" (2001), "Weißer Oleander" (2002), "Hairspray", "Der Sternwanderer" (beide 2007), "Chéri - Eine Komödie der Eitelkeiten" (2009), "Happy New Year" (2011), "Dark Shadows", "Zeit zu leben" (beide 2012), "Malavita - The Family" (2013).

Außerdem hatte Michelle Pfeiffer Gastauftritte und Rollen in den TV-Serien "CHIPs", "Delta House" (beide 1979), "´B.A.D. Cats" (1980), "Die Simpsons" (Stimme" (1993), "Picket Fences" (1995) und "Muppets Tonight" (1996). Als Sängerin war sie neben "Grease 2" und "Die fabelhaften Baker Boys" außerdem noch in der Originalfassung des Zeichentrickfilms "Der Prinz von Ägypten" (1998) zu hören.


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