Elvis Presley

Elvis Aron Presley
Geboren: 08.01.1935 in Tupelo, Mississippi, USA
Sternzeichen: Steinbock
Gestorben: 16.08.1977 in Memphis, Tennessee, USA

Einen "Citizen Kane der Pop-Musik" nannte man ihn schon zu Lebzeiten, er war das große Idol der amerikanischen Rock-'n'-Roll-Szene, die er persönlich mitschuf. Er entflamme Teenager auf obszöne Weise, meinte ein Staatsanwalt aus dem ländlichen Massachusetts; und ein Geistlicher der Episkopal-Kirche bezeichnete Elvis Presley als "wirbelnden Derwisch des Sex". So geschehen 1956, als der King of Rock-'n'-Roll allmählich populär wurde und die mächtige RCA innerhalb eines halben Jahres acht Millionen Platten verkaufte. Fünf Jahre später waren es bereits 90 Millionen verkaufte Elvis-Platten.

Nach Abschluss der High School ist der Junge aus Memphis Lastwagenfahrer und Sänger an verschiedenen lokalen Radiostationen. Als der 18-jährige Elvis im Tonstudio der Sun Record Company eine Platte besingt, die er seiner Mutter zum Geburtstag schenken will, wird der Chef auf diese ungewöhnliche Stimme aufmerksam. "My Happiness" bringt Elvis den ersten Plattenvertrag, und als die Aufzeichnungen der Songs "That's Allright Mamma" und "Blue Moon of Kentucky" von Radio Memphis probeweise gesendet werden, ist das jugendliche Publikum hingerissen.

Jetzt schickt SRC seinen neuen Star als "Hillbilly Cat" auf Reisen. Elvis Presley singt bei großen Musikveranstaltungen und tritt im Radio auf. Er hat den neuen Sound und trifft mit Rock-'n'-Roll und Rhythm & Blues voll ins Schwarze: Die amerikanische Jugend schwelgt in hysterischer Begeisterung. Doch so sehr ihn das jugendliche Publikum annimmt, verweigert ihm die Eltern-Generation jegliche Zuneigung. Seine Bewegungen, sein Hüfteschwingen empfindet man als obszön, ja geradezu feminin (zu jener Zeit einer der schwerwiegendsten Vorwürfe für einen Mann); Auftreten, Bewegung, Garderobe und Sound machen ihn zum Albtraum der Älteren. Als im Herbst 1955 die größte amerikanische Plattenfirma Radio Corperation of America (RCA) Elvis für 35000 Dollar von SRC abkauft, ist er ein Star.

RCA-PR Manager Colonel Thomas A. Parker lanciert nicht nur eine weltweite PR-Aktion, zu der auch Fernsehauftritte in prominenter Umgebung gehören, sondern er kümmert sich auch um die Filmkarriere seines Schützlings. "Love Me Tender" - wie der Song - heißt 1956 der erste Kinofilm, "Pulverdampf und heiße Lieder" macht der deutsche Verleih daraus. Der Erfolg der seichten, rein auf Musik angelegten Kinostücke führt zur Serienproduktion: "Gold aus heißer Kehle" (1957), "Rhythmus hinter Gittern" (1958), "Mein Leben ist Rhythmus" (1958).

Von 1958 bis 1960 dient Elvis in der Armee in Deutschland. Die Filmproduktion wird unterbrochen, nicht aber die Konzerte: Auch in Deutschland darf er an freien Tagen auf die Bühne, und als die Militärzeit zu Ende geht, steht Elvis wieder vor der Kamera. Nach "Café Europa" (1960) folgt in Don Siegels "Flammender Stern" im gleichen Jahr seine erste dramatische Rolle. Elvis spielt überzeugend das Indianerhalbblut Pacer.

Doch danach folgen wieder Musikfilme wie "Blaues Hawaii" (1961), "Ein Sommer in Florida" (1961) oder "Girls! Girls! Girls" (1962). Elvis ist nach wie vor erfolgreich und er erhält im Fernsehen die höchste Gage, die je ein Künstler bislang dort erhielt: 125 000 Dollar in der Frank-Sinatra-Show! In "Tolle Nächte in Las Vegas" (1964) und "Speedway" (1968) tritt er als Rennfahrer auf.

Obwohl die Fans ihm die Stange halten, geht es mit Elvis bergab, er wird träge, verliert an Originalität, macht keine öffentlichen Auftritte mehr, wird massig, unbeweglich, unansehnlich. Was ist geschehen? An der Person Elvis Presley lässt sich besonders deutlich nachweisen, wie ein geschicktes Management einen Trend ausbeutet und zu Tode reitet. Niemand kümmert sich um die Stimme, um die Auftritte, um das Arrangement von Shows. Das Management bedient eine Marktlücke, es tut aber nichts dafür, neue zu erschließen und mit dem stimmbegabten Jungen, dem die Fans hemmungslos zuschreien, etwas zu machen, das auch ihm persönlich nützlich ist.

So ist Elvis Presley zwar ein Synonym für Rock-'n'-Roll, doch - wie Franz Schöler schreibt -"ein Chuck Berry etwa formuliert den Geist der Rockmusik in wenigen Songversen schöner und überzeugender als Elvis in einem Halbdutzend Hits. Und verglichen mit der irrsinnigen Energie, die ein Little Richard in seinen Auftritt investiert, bleibt Elvis der larmoyante Hillbilly-Sänger, als der er angefangen hatte." (Die Zeit, 15.9.1972)

Nach seinem Karriere-Tief Ende der 60er Jahre kommt Elvis zurück, tritt wieder in Las Vegas öffentlich auf. Die Show wird aufgezeichnet - als TV-Special und als Kinofilm. 1970 folgt der Dokumentarfilm "Elvis - That's the Way It Is".

1972 gibt es noch einmal eine bemerkenswerte Aufzeichnung (gegenüber den vielen unsäglichen Fernsehfilmen) "Elvis on Tour". Schließlich fordert der hemmungslose Gebrauch von Medikamenten seinen Tribut: Presley stirbt jung, und bis heute reißen die Meldungen nicht ab, dass irgendwelche Leute ihn angeblich irgendwo gesehen haben wollen.

Elvis ist schon zu Lebzeiten eine Legende, seine Ehe mit Priscilla Presley wird nach fünf Jahren geschieden. Presleys Auftritte sind Rituale, und nach seinem Tod werden Memphis, sein Grab, sein letztes Domizil und die Villa Grace Land zum Ziel von Wallfahrten. Elvis ist unsterblich, und die Industrie arbeitet weiter: Elvis ist bis heute ein Markenartikel.

Ein Jahr nach dem Tod des Idols dreht John Carpenter das Kino-Fernsehspezial "Elvis" mit Kurt Russell in der Titelrolle.

Weitere Filme mit Elvis: "Lied der Rebellen" (1960), "Harte Fäuste, heiße Liebe" (1961), "Ob blond, ob braun ..." (1962), "Acapulco" (1963), "Die wilden Weiber von Tennessee" (1963), "Cowboy-Melodie", "König der heißen Rhythmen", "Kurven-Lilly" (alle 1964), "Frankie und Johnny", "Verschollen im Harem" (beide 1965), "Sag niemals ja", "Seemann ahoi", "Südsee-Paradies" (alle 1966), "Nicht nur Millionär sein", "Zoff für zwei" (beide 1967), "Harte Fäuste, heiße Lieder", "Liebling laß das Lügen" (beide 1968), "Charro", "Immer Ärger mit den Mädchen" (beide 1969) und "Warnung vor einer heiligen Nutte" (1970).


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