Gig Young

Zum ewigen Nebendarsteller verdammt: Gig Young "neben" Shirley MacLaine Vergrößern
Zum ewigen Nebendarsteller verdammt: Gig Young "neben" Shirley MacLaine
Bryant Fleming
Geboren: 04.11.1913 in St. Cloud, Montana, USA
Gestorben: 20.10.1978 in New York, New York, USA

Gig Young heißt der junge Herr in Irving Rappers an Tschechow erinnerndes Familiendrama "The Gay Sisters" (1942) mit Barbara Stanwyck in der Hauptrolle. Und diesen Namen behält sein Darsteller, ein gewisser Byron Barr, bei. 25 Jahre lang spielt er den höflichen Herren mit besten Manieren, der immer ein bißchen Grund zur Traurigkeit hat. Denn seine große Liebe wird nicht erwidert oder ein anderer spannt ihm das Mädchen aus. Dennoch: In all seinen mehr als 50 Filmrollen strahlt über sein Gesicht meist ein Lächeln, und selbst an den letzten Tagen seines Lebens haben ihn Freunde nicht anders gesehen.

In einem Restaurant habe er mit seiner jungen Frau geturtelt. Dennoch muss dieser liebenswerte Darsteller am Ende einen tiefen Riss verspürt haben: Nur drei Wochen nach der Hochzeit mit der gerade 31-jährigen Kim Schmidt aus Kassel tötet er aus dem Lauf einer kleinen Derringer seine Frau und nimmt sich selbst das Leben. Das aufgeschlagene Tagebuch in seiner Hand verweist auf den 27. September 1978. Da steht: "Wir heiraten heute."

Die Stars, mit denen er in seinen Filmen auftritt, kennt er aus der Studienzeit: Bette Davis, Olivia De Havilland, Errol Flynn kommen wie er aus der Schule des Pasadena Playhouse. Gig Young dreht mit Michael Curtiz und Raoul Walsh, mit Howard Hawks und George Sidney, mit William Wyler und Gene Kelly. In Fliegerfilmen wie Howard Hawks' "Airforce" (1943) ist er ebenso zu Hause wie beim Rodeo, in Richard Fleischers "Arena" (1953). Er spielt in Gordon Douglas' Western "Bis zum letzten Atemzug" (1951), Robert Z. Leonards Komödie "Zu jung zum Küssen" (1951), in John H. Auers Thriller "Chicago 12 Uhr Mitternacht" (1953), William Wylers klassischem Gangsterfilm "An einem Tag wie jeder andere" (1955) und in schwungvollen Komödien wie Delbert Manns "Ein Hauch von Nerz" (1961), Melvin Franks "Fremde Bettgesellen" (1964) und Cy Howards "Liebhaber und andere Fremde". 55 Filme zählt seine Filmographie.

Makaber ist alles um die letzten Jahre dieses bescheidenen, freundlichen Menschen, der selbst immer wieder verstört war, dass seine Ehen, fünf insgesamt, nicht halten: "Mein letzter Kampf" (1977) heißt sein letzter Film, davor liegen zwei blutige Actiondramen von Sam Peckinpah: "Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia" (1974) und "Die Killer-Elite" (1975), dazwischen Robert Wises "Die Hindenburg" (1974).

Das sind natürlich keine Rollen mehr, wie Gig Young sie liebt, vor allem in den Peckinpah-Gangstern steckt nichts mehr von jenem Charme, der seine Rollen sonst prägt. Dabei konnte er noch einmal davon ausgehen, dass sich die Filmangebote häufen, als er 1969 erstmals mit einem Oscar ausgezeichnet wird: für die Nebenrolle als Zyniker in Sydney Pollocks "Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss". Doch Gig Young blieb in Hollywood ein Mann der zweiten Reihe, ein Grund vielleicht für die Kurzschlusshandlung - so es eine war...

Weitere Filme mit Gig Young: "Sein letztes Kommando" (1941), "In Freundschaft verbunden" (1943), "Die drei Musketiere" (1948), "Im Banne der roten Hexe", "Das Geheimnis der Frau in Weiß", "Der Berg des Schreckens" (alle 1949), "Ein verwöhntes Biest" (1952), "Herzen im Fieber" (1953), "Man soll nicht mit der Liebe spielen" (1954), "Eine Frau, die alles kennt" (1957), "Immer die verflixten Frauen" (1959), "Harte Fäuste, heiße Liebe" (1961), "Die dritte Dimension" (1962), "Der Fuchs geht in die Falle" (1963), "Das Diamantenquartett" (1974), "Sherlock Holmes in New York" (1976), "Bruce Lee - Mein letzter Kampf" (1977).


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