Ronald Reagan

Ronald Reagan war von 1981 bis 1989 der 40. Präsident der USA. Vergrößern
Ronald Reagan war von 1981 bis 1989 der 40. Präsident der USA.
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Ronald Wilson Reagan
Geboren: 06.02.1911 in Tampico, Illinois, USA
Sternzeichen: Wassermann
Gestorben: 05.06.2004 in Kalifornien, USA

"In meiner Amtszeit wird die wirtschaftliche, militärische und strategische Stärke der USA wieder hergestellt, erhalten die Geheimdienste wieder ihren angestammten Platz", sagte Ronald Reagan. Henry Kissinger behauptete einmal, dass er gerne John Wayne gewesen wäre, Ronald Reagan hat mindestens zweimal einen Ex-Kollegen um seine Rolle beneidet: George G. Scott, als dieser den großen Kriegsstrategen des Zweiten Weltkriegs General Patton - Rebell in Uniform spielte, und Gregory Peck, der 1976 den MacArthur - Held des Pazifik just in dem Jahr spielte, als Reagan sein Klassenziel bei den Präsidentschaftswahlen nicht erreichte und gern wieder ein Leinwand-Held gewesen wäre.

Doch zu großen Kino-Ehren hat es der Klein-Darsteller Ronald Reagan nie gebracht. Der Sohn eines verarmten Schuhverkäufers aus Illinois besuchte die Dixon High School und das Eureka College in Illinois. 1932 schließt er das Studium in Ökonomie und Soziologie ab. 1932 bis 1937 ist er Sportreporter einer Radiostation in Davenport, Iowa, und Ansager für die Chicago Cubs. In Nick Grindes "Love is the Air" (1937) spielt er seine erste wirkliche Kinorolle, danach folgt das Melodram "Opfer einer großen Liebe" (1939). Später sieht man ihn als Gangster, Ku-Klux-Klan-Mann, Kriegsheld und Sheriff. Vornehmlich blieb es bei Nebenrollen. In "Land der Gottlosen" ist er immerhin der Gegenspieler von Errol Flynn, mit dem er auch für den Kriegsfilm "Sabotageauftrag Berlin" vor der Kamera steht.

Doch mindestens einmal, in seinem letzten Film, hat er eine bemerkenswerte Leistung gezeigt. In Don Siegels äußerst freier Hemingway-Adaption "Der Tod eines Killers" spielt er an der Seite von Angie Dickinson und John Cassavetes einen üblen Gangsterboss, der seine Geliebte verprügelt und auch sonst recht rüde mit den Leuten umspringt.

1976 waren ihm seine Freunde beim Wahlkampf behilflich: Bob Hope und John Wayne, Dean Martin und Frank Sinatra, James Cagney und James Stewart. Jimmy Stewart hatte Reagan durch Indiana, Süd-Carolina und Texas begleitet. Wayne forderte in zahlreichen Radio- und Fernsehspots "Reagan for President", und unter dem Fan-Fußvolk des kommenden Präsidenten waren Merle Oberon, Gilbert Roland, Efrem Zimbalist, der TV-Star von "FBI", Roland Stack, Pat Boone und die einstige "Miss America" Mary Ann Mobley, dazu der einflußreiche Hollywood-Produzent Hal B. Wallis. 1980 spielte der ehrgeizige Chargenschauspieler seine größte Rolle: den smiling Präsidentschaftsanwärter im Law- and Order-Look.

Nachdem er nach 25-jähriger Schauspieltätigkeit einen guten TV-Job los wurde und nur noch in der minderwertigen TV-Western-Serie "Death Valleys Days" tätig war, schwenkte er, der sich schon in den 50er Jahren für die Kommunistenjagd des Senators MacCarthy und seiner Gefolgsleute stark gemacht hatte, in die Politik ein. Noch im gleichen Jahr,1962, trat er für einen radikaldemokratischen Abgeordneten der Republikanischen Partei auf, nannte die Arbeitslosenversicherung einen "vollbezahlten Urlaubsplan für Schnorrer" und die progressive Einkommenssteuer-Reform der Gegner eine "geistige Erfindung von Karl Marx".

Für Barry Goldwater, den rechtsradikalen Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, sammelt er 1964 Geld, und zu dieser Zeit lernt er eine Reihe von erzkonservativen Millionären kennen, die ihm 1966 zum Amt des Gouverneurs von Kalifornien verhelfen - und auch auf dem weiteren Weg zum Vorstoß in die große Politik.

Bereits zwei Jahre später unternimmt der ehrgeizige Kinoheld den ersten Vorstoß, US-Präsident zu werden. Doch gegen Nixon hat er bei den Vorwahlen keine Chance. So dreht er geschickt den Spieß um, schmeichelt sich bei Nixon ein und dankt ihm öffentlich für seine großen Verdienste in Vietnam und Kambodscha, sowie bei der Regelung der Inflation. Er sieht 1972 ein, dass er gegen den erfolgreichen Nixon gar nicht erst antreten muss, und wird erst 1976 wieder aktiv.

Beim zweiten Anlauf, 1980, gelingt es ihm, seinen Gegner Jimmy Carter aus dem Feld zu schlagen - angesichts der schlechten wirtschaftlichen Situation und der Image-Einbußen bei Carter seit dem jämmerlichen Fehlschlag beim Versuch der Geiselbefreiung in Teheran, standen Reagans Chancen sehr gut. Nun ist die Welt wieder in Ordnung: Der Mann, der gegen Kommunismus und Pornografie, für Familie, Arbeit und Patriotismus ist, der versprochen hat, daß er als Präsident 40000 Mann in die Sinai-Wüste zur Stabilisierung der Golf-Region verlegt und die Blockade Kubas betreibt, um die Infiltritation der Karibik zu beenden, hat sein Ziel erreicht.

Ronald Reagan bündelt in der Folgezeit ungeheure politische und wirtschaftliche Macht: Zu den alten Freunden aus den Goldwater-Kampftagen von 1964 zählen die Erdöl-Multis, Henry Salvatori und A. C. Ruppel, einst Vorsitzender der Union-Oil, Holmes Tuttle, Zwischenhändler von Ford Inc. und ungezählte andere. Von 1981 bis 1989 ist er amerikanischer Präsident. Er treibt die Aufrüstung voran und sorgt für einen Skandal, als er bei einer versehentlich gesendeten Mikrophonprobe die Sowjetunion für vogelfrei erklärt und die Bombardierung anordnet.

In seine Amtszeit fällt aber auch das Ende des Kalten Krieges, die Öffnung der Sowjetunion, Glasnost und Perestroika. Außenpolitisch sind ihm große Erfolge nicht abzusprechen, während er innenpolitisch die Kluft von Arm und Reich auseinandertreibt. Auf diese Art der Wirtschaftspolitik wird der Begriff "Reaganomics" gemünzt. Die letzten Jahre seines Lebens zog sich Reagan aus dem öffentlichen Leben völlig zurück. Er bekannte sich auch zu seiner Alzheimer-Krankheit, an dessen Folgen er 2004 starb.

Weitere Filme mit Ronald Reagan: "Der kleine Star" (1938), "King's Row", "Jukebox-Fieber", "Der Dollarregen" (alle 1941), "Venus am Strand", "Judy erobert Hollywood", "Gezählte Stunden" (alle 1949), "Hongkong" (1951), "Tropische Zone" (1952), "Die Hand am Colt" (1953), "Königin der Berge", "Prisoner of War" (beide 1954), "Die Höllenhunde des Pazifik" (1957), "James Stewart: A Wonderful Life" (Doku, 1987), "Roger and Me" (Doku, 1989).


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