Ingrid Bergman

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Noch geht's mir gut! Ingrid Bergman
Fotoquelle: arte
Ingrid Bergman
Geboren: 29.08.1915 in Stockholm, Schweden
Gestorben: 29.08.1982 in London, England, Großbritannien

"Spiel es noch einmal, Sam", bittet sie den Mann am Klavier in "Rick's Cafe Americain", und der Farbige greift in die Tasten und singt mit wehmütiger Stimme:"You must remember this.." "As time goes by", hieß das traurige Lied, das den Kultfilm "Casablanca" untermalte, jene bittersüße Liebesgeschichte zwischen Rick und Ilsa, die mit dem Abschied auf dem Flughafen endet.

Viele Jahre ist es nun schon her, dass Ingrid Bergman am 1982 in London ihrem Krebsleiden erlag, doch wir werden sie immer so in Erinnerung behalten, wie sie in "Casablanca" zu sehen war: jung, blond und von strahlender Schönheit. Doch sie sah nicht nur gut aus, sie besaß auch Vitalität und Durchsetzungskraft: keine andere Schauspielerin hatte in ihrem Leben so viele Schicksalsschläge zu verkraften wie die Bergman. Als sie drei Jahre alt war, starb ihre Mutter; sie war dreizehn, als sie durch den Tod ihres Vaters Vollwaise wurde. Schicksalsschläge, die sie fürs Leben prägten: "Ohne den frühen Tod meiner Eltern wäre ich vielleicht nie Schauspielerin geworden".

Sie lebte im Rekordtempo: Nach einer winzigen Rolle in "Landskamp" (1932) dreht sie mit 20 ihren ersten Film ("Munkbroreven" 1935), mit 22 heiratet sie den Arzt Petter Lindström, mit 23 bringt sie Tochter Pia zur Welt - und bereits mit 24 Jahren ist Ingrid Bergman am Ziel ihrer Träume: in Hollywood. Am Anfang wollte die Traumfabrik nicht viel von ihr wissen: "Sie hat eine viel zu große Nase, schiefe Zähne und unmögliche Augenbrauen", mäkelte Star-Produzent David Selznick ("Vom Winde verweht"). Doch dass ihre Schönheit von innen kam, dass Ingrid Bergman mehr zu bieten hatte, als nur ein hübsches Durchschnittsgesicht wie all die anderen erfolgssüchtigen Starlets, die in Hollywood von der großen Karriere träumten, das bewies sich in den nächsten Jahren.

Ob in "Intermezzo" (1939), "Wem die Stunde schlägt" (1943), "Das Haus der Lady Alquist" (1943) oder "Ich kämpfe um dich" (1945) - stets besaß Ingrid Bergman auf der Leinwand das geheimnisvolle "gewisse Etwas", das einen wirklichen Star ausmacht. Das Publikum liebte sie. Man verglich die dreifache Oscar-Preisträgerin mit der "Göttlichen Garbo", man nannte sie den "schwedischen Schneeball, der ganz Hollywood zum Schmelzen bringt" und hielt sie für die Verkörperung der blonden Unschuld.

Umso tiefer war ihr Fall, als sie sich 1949 von ihrem Ehemann trennte und ohne ihre Tochter Pia nach Italien zog, um mit dem Regisseur Roberto Rossellini zusammen zu leben. Ganz Amerika lief Sturm. Sie geriet in einen Strudel von Anklagen, wurde bespuckt, beschimpft und geächtet. Plötzlich galt die Bergman als Kassengift. Hollywood weigerte sich, sie zu besetzen. In den Augen der Öffentlichkeit blieb sie die gemeine Ehebrecherin, trotz Hochzeit, trotz der Geburt der drei Kinder Robertino, Isotta und Isabella.

Jahre später erinnerte sie sich in ihrer Autobiographie: "Es war eine schwere Zeit für mich. Ich war nicht auf die furchtbaren Konsequenzen, die meine Liebe zu einem anderen Mann haben sollte, vorbereitet. Ich weinte die ganze Zeit und hatte entsetzliche Schuldgefühle..." Aber es sollte noch schlimmer kommen: Auch Ingrid Bergmans zweite Ehe erwies sich als Fiasko. Die Filme, die das Paar zusammen drehte, wurden zu gigantischen Flops - und Rossellini konnte es nicht ertragen, wenn seine Frau mit anderen Regisseuren zusammenarbeitete. "Für ihn war das das gleiche wie sexuelle Untreue..."

Sieben Jahre lang war die Bergman "beruflich im Exil", dann hatte sie genug: Sie trennte sich von Rossellini und kehrte nach Hollywood zurück. Die Traumfabrik empfing die "verlorene Tochter" mit offenen Armen und honorierte ihre Leistung in "Anastasia" 1956 mit dem Oscar. Die nächsten Jahre war Ingrid Bergman wieder "ganz oben"; sie drehte so unvergessliche Filme wie "Lieben Sie Brahms?" (1961), "Der Besuch" (1963) und "Die Kaktusblüte" (1969). Als sie 1974 von ihrer Krebserkrankung erfuhr, reagierte sie tapfer: Natürlich bin ich krank, aber ich gebe nicht auf. Ich nehme gerade jetzt das Leben leicht. Ich weigere mich, mich von der Krankheit besiegen zu lassen. Ich habe keine Angst vor dem Tod." Und die hatte Ingrid Bergman wohl auch nicht, als sie Hand in Hand mit ihrem Ex-Gatten Lars Schmidt am Vormittag ihres 67. Geburtstags für immer einschlief.

Weitere Filme mit Ingrid Bergman: "Bränningar", "Swedenhielms", "Walpurgisnacht" (alle 1935), "På solsidan", "Intermezzo" (beide 1936), "Dollar", "Die vier Gesellen", "Das Gesicht einer Frau" (alle 1938), "En enda natt" (1939), "Juninatten", "Arzt und Dämon" (beide 1940), "Gefährliche Liebe" (1941), "Adam hatte vier Söhne" (1941), "Die Glocken von St. Marien", "Abrechnung in Saratoga" (beide 1945), "Berüchtigt" (1946), "Johanna von Orleans", "Triumphbogen" (beide 1948), "Sklavin des Herzens", "Stromboli" (beide 1949), "Europa '51" (1951), "Reise in Italien" (1953), "Angst", "Giovanna d'Arco al rogo" (beide 1954), "Weiße Margeriten" (1956), "Die Herberge zur 6. Glückseligkeit", "Indiskret" (beide 1958), "The Turn of the Screw" (1959), "Auguste" (ungenannt, 1961), "Hedda Gabler" (1963), "Der gelbe Rolls-Royce" (1964), "Stimulantia", "The Human Voice" (beide 1967), "Die Frau des anderen" (1969), "Der geheimnisvolle Engel" (1973), "Mord im Orient-Express" (1974), "Nina - Nur eine Frage der Zeit" (1975), "Herbstsonate" (1978), "Golda Meir" (1981) und in Archiv-Bildern in "Tote tragen keine Karos" (1981).

 


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