José Ferrer

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Sollte eigentlich Konzertpianist werden: José Ferrer
José Vincente Ferrer Otero y Cintron
Geboren: 08.01.1912 in Santurce, Puerto Rico, USA
Sternzeichen: Steinbock
Gestorben: 26.01.1992 in Coral Gables, Florida, USA

José Ferrers Eltern stammen aus Spanien, sie sind eingebürgerte amerikanische Staatsbürger. Und sie sind wohlhabend: der Vater ist Rechtsanwalt und Grundbesitzer. Ursprünglich soll José Konzertpianist werden, das war das Traumziel des Vaters, doch José ist dafür nicht zu gewinnen. Schon früh nutzt er sein Sprachtalent, er lernt in kürzester Zeit perfekt französisch, englisch, spanisch, italienisch und - deutsch! Bei einem einjährigen Schweiz-Aufenthalt vervollständigt er seinen Sprachschatz. Er studiert an der Nobeluniversität in Princeton Architektur, Musik und Komposition und ist schon in jungen Jahren ein gefeierter Broadway-Schauspieler.

Da spielt er die großen klassischen Bühnenrollen und er wird gefeiert als Jago in Paul Robeson's "Othello" von 1942, für den "Cyrano de Bergerac" erhält er 1946 den Tony Award und er ist der Prinz in dem Noel-Coward-Musical "The Girl Who Came to Supper" (1946). Und als Victor Fleming mit Ingrid Bergman in der Titelrolle eine aufwändige Filmversion des klassischen Stoffes dreht, gelingt es ihm, Ferrer zum ersten Mal für eine Kinorolle zu gewinnen. Für seine Rolle in "Johanna von Orleans" (1948) erhält Ferrer auf Anhieb eine Oscarnominierung, doch ebensowenig wie Ingrid Bergman bekommt auch er den Preis.

Doch Ferrer ist jetzt bekannt und als Otto Preminger für sein Mördermelodram "Whirlpool" mit Gene Tierney einen magischen Hypnotiseur sucht, der die vermeintliche Mörderin in der Hand hat, spielt José die Rolle so eindringlich, dass es die Kinobesucher schaudert. In Richard Brooks "Hexenkessel" (1950) ist er als Gegenspieler von Cary Grant der südamerikanische Diktator und als Bühnenregisseur Michael Gordon seine Adptation des "Cyrano und D'Artagnan" (1963) verfilmt, holt er natürlich den neuen Kino-Star José Ferrer für die Rolle, die der über Jahre immer wieder auf der Bühne gespielt hat. Die Rolle bringt ihm den Oscar.

1952 spielt er an der Seite von Kim Hunter in "Anything Can Happen" von George Seaton, einem Abenteuer einer russischen Einwandererfamilie in New York. Ebenfalls 1952 besetzt ihn John Huston als verkrüppelten Maler Toulouse Lautrec in seinem Meisterwerk "Moulin Rouge". Der Film wird mehrfach für den Oscar nominiert, auch Ferrer, doch bester Schauspieler des Jahres wird Gary Cooper für "Zwölf Uhr mittags".

Weitere wichtige Filme folgen: "Fegefeuer" (1953) mit Rita Hayworth, Edward Dmytryks "Die Caine war ihr Schicksal" mit Humphrey Bogart, "Tief in meinem Herzen" von Stanley Donen mit Merle Oberon (beide 1954). 1955 inszeniert er selbst "In all diesen Nächten" ("The Shrike"), 1956 folgen "Himmelfahrtskommando" mit Trevor Howard, und "The Great Man", 1957 "Ich klage an!", ein Film über die Affäre Dreyfuss mit Adolf Wohlbrück, der ihn als ausgezeichneten und engagierten Regisseur ausweist.

Auch in späteren Jahren sind seine brillante Spielweise und die kultivierte Sprache im amerikanischen Film gefragt. So fasziniert er als aufgeblasener Nazi-Professor in Mel Brooks' Remake "Sein oder Nichtsein" (1983), und er ist der sadistische Türke in David Leans "Lawrence von Arabien" (1962). José Ferer war 1938 bis 1948 mit der Schauspielerin und Schauspiellehrerin Uta Hagen verheiratet und von 1953 bis 1966 mit der Sängerin und Schauspielerin Rosemary Clooney. Josés Sohn Miguel ist als Charakterdarsteller aus Filmen wie "Robocop" (1987) von Paul Verhoeven, "Revenge" (1990) und "Twin Peaks" (1990) bekannt.

Weitere Filme mit José Ferer: "Der letzte Musketier" (1950), "Mayerling" von Terence Young (1957), "The High Cost Loving" (1958, auch Regie), "Rückkehr nach Peyton Place" (1961, auch Regie), "Neun Stunden zur Ewigkeit" (1962), "Die größte Geschichte aller Zeiten" (1963), "Das Narrenschiff" (1964), "Cervantes - Der Abenteurer des Königs" (1966), "Sein großer Auftritt" (1967), George Roy Hills "Libelle" (1969), "Mord in San Francisco" (1971), "Kojak: Mordfall Marcus Nelson" (1973), "Columbo - Teuflische Intelligenz", "Starsky und Hutch - Gesellschaftsspiel mit fünf Bomben" (1975), "Die haarsträubende Reise in einem verrückten Bus", Michael Winners Gruselschocker "Hexensabbat", "Reise der Verdammten" (alle 1976), "Fedora", "Zoltan, Draculas Bluthund" (beide 1977), "Abenteuer in Atlantis", "Der tödliche Schwarm" (beide 1978), "Das Geheimnis der eisernen Maske", "Der Fall Gideon", "Victor Charlie ruft Lima Sierra" (alle 1979), "Die große Keilerei" (1980), "Berlin Tunnel 21", "Golda Meir" (beide 1981), Woody Allens "Eine Sommernachts-Sexkomödie" (1982), "B.T. Brady - Privatdetektivin", "The Liquidator" (beide 1983), "David Lynchs "Der Wüstenplanet" (1984), "Die Verführung - Seduced" (1985), "Blut und Orchideen", "Matlock - Auf Ehre und gewissen" (beide 1986), "Geheimkommando Supermodels" und "Tödlicher Verdacht" (beide 1989). Seine letzte Rolle spielte José Ferrer in Ridley Scotts 1992 gezeigtem Columbus-Film "1492 - Die Eroberung des Paradieses".


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