Danny Kaye

Danny Kaye fühlte sich wohl als Clown und Hofnarr Vergrößern
Danny Kaye fühlte sich wohl als Clown und Hofnarr
David Daniel Kaminsky
Geboren: 18.01.1913 in Brooklyn, New York, USA
Sternzeichen: Steinbock
Gestorben: 03.03.1987 in Los Angeles, Kalifornien, USA

Danny Kaye ist der Sohn eines russisch-jüdischen Immigranten, eines Schneiders, den ein Leben lang die Armut plagt. Zwar besucht Daniel David Kaminsky die Jefferson High School, doch der Bankrott des Vaters macht ein Studium unmöglich. Kaye versucht sich in allen möglichen Berufen. Er ist Kellner, Laufbursche, Buchhalter und Versicherungsagent, tingelt - bereits unter dem Namen Danny Kaye - als Komiker und Sänger durch die Lande, bis er schließlich 1926 als Clown und Artist in einem Varieté landet.

Später ist er noch Entertainer in Hotels, arbeitet beim Rundfunk und unternimmt kurze Gastspiele bei Tourneetheatern. Der Name Danny Kaye ist übrigens nicht etwa eine Verkürzung des bürgerlichen Namens, sondern ein Schimpfwort, wie Juden es in Brooklyn zu hören bekommen. Der Erfolg beginnt, als Sylvia Fine Texte und Songs für ihn schreibt. 1940 heiraten sie. Den großen Durchbruch hatte Kaye schon ein Jahr zuvor: In "Strohhutrevue" wird er am Broadway gefeiert. Groß sind auch die Erfolge im New Yorker Nachtlokal "La Martinique" und in verschiedenen Broadway-Musicals wie "Lady in the Dark" von Moss Hart und Kurt Weill.

In kurzen Kinokomödien tritt er bei den Educational Pictures auf. 1944 verpflichtet ihn Samuel Goldwyn nach Hollywood. Kayes erster Kinoerfolg ist die Militärkomödie "Up in Arms" von Elliott Nugent. 1945 spielt er erstmals an der Seite von Virginia Mayo in "The Wonderman - mein zauberhafter Bruder" von Bruce Humberstone. Sie ist auch seine Partnerin in "Das Doppelleben des Herrn Mitty" (1947) von Norman Z. McLeod. Herausragend sind Filme wie "A Song is Born - Die Danny Kaye Story" von Howard Hawks, "Der Revisor"/"Die sündige Stadt" (1949), Henry Kosters freie Adaption von Gogols Satire, "Der Hofnarr" (1956) von Norman Panama und Melvyn Frank, die beide schon "Knock on Wood - Die Lachbombe" (1954) mit Kaye gedreht haben.

"Der Hofnarr" ist einer seiner erfolgreichsten Filme; Kaye hat ihn selbst für die Paramount produziert. Und hier zeigt er gerade die verschiedenen Formen der Begabung: Pantomime, die Kunst der Sprachverwirrrung und sein schauspielerisches Komödiantentum. 1954 spielt Kaye auch an der Seite von Bing Crosby und Rosemary Clooney in Michael Curtiz' Musical "Weiße Weihnachten". Bei all den großen Erfolgen bleibt "Das Doppelleben des Herrn Mitty" für viele Kritiker der Glanzfilm seiner Karriere, jener Film, der ihn, intensiver noch als der "Der Held des Tages - The Kid from Brooklyn" (1946), ebenfalls von Norman Z. McLeod, zu jenem typisch amerikanischen Helden formt, der Danny Kaye bekannt und beliebt macht. Hier ist er der schüchterne Jüngling, vollgestopft mit Komplexen und zerquetscht von der Metropole, und nach und nach findet er durch die Liebe einer faszinierenden jungen Frau zu sich selbst, er gewinnt Vertrauen in sich und besteht bravourös die tollsten Abenteuer.

Solche Filme spielt Danny Kaye mehrfach mit seiner Lieblingspartnerin Virginia Mayo. Sie spielt auch in "Der Held des Tages" und in der "Danny Kaye Story". Gewiß, Danny Kaye, der sich mit seiner Begabung aus der Armut und Düsternis seiner Kindheit rettet, spielt in solchen Rollen immer auch seine schwierige Herkunft aus: Stets ist es so, als sei der Film auch ein Stück von ihm. Das macht jeweils die hinter aller Komik spürbare Sentimentalität aus. Als man Kaye während seiner Tournee für die seine einzige Tragikomödie - Peter Glenvilles "Jakobowsky und der Oberst" (1958) - fragte, welche seiner Filme ihm die liebsten seien, sagte er: "Natürlich wäre es ungalant, wenn ich diesen meinen letzten Film nicht als den größten, bedeutendsten und wichtigsten meiner Karriere nennen würde. Das bin ich allein dem Thema schuldig. Doch darüber hinaus liebe ich 'Der Hofnarr' sowie 'König der Spaßmacher' von Michael Kidd, da beide meinem Naturell als Clown entsprechen. Und natürlich liebe ich jede kleinste Szene mit Virginia Mayo."

In "König der Spaßmacher" spielt der brillante Komiker einen College-Lehrer, der die verrücktesten Dinge anstellt, um bei seinem Vater in Achtung zu steigen. Die Musik von Saul Chaplin ist nicht immer originell, die Story hauchdünn, aber Kaye ist fabelhaft. Die tragikomische Rolle des kleinen jüdischen Chauffeurs an der Seite von Curd Jürgens in "Jakobowsky und der Oberst" hat bei uns viele, denen die amerikanische Komödie weniger liegt, auf Danny Kaye aufmerksam gemacht. Für diesen Film erhält er nach "An der Riviera" (1952) seinen zweiten Golden Globe.

Seit Ende der 50er Jahre sieht man ihn nur noch selten im Film. 1960 gründet er eine Fernsehgesellschaft. Dort produziert er unter anderem auch die "Danny Kaye Show", spielt aber auch den Holzschnitzer Geppetto in der TV-Musical-Version von "Pinocchio" (1976) und einen Überlebenden des Holocaust in dem TV-Film "Skookie" (1981). 1969 sieht man ihn noch einmal in Bryan Forbes' Kinofilm "Die Irre von Chaillot" neben Katharine Hepburn. Eine wichtige Rolle seines Lebens spielte Danny Kaye seit 1955: Als Botschafter des Kinderhilfswerks der UNICEF reist er quer durch die Welt, singt Opernarien, dirigiert Symphonieorchester mit einer Leidenschaft und einem Kunstverstand, der erstaunt. Hierin teilt er Begabung und Engagement mit dem genialen Sir Peter Ustinov. 1954 erhält er gemeinsam mit Greta Garbo den Ehren-Oscar für sein Gesamtwerk, 1981 wird er noch einmal von der Amerikanischen Filmakademie ausgezeichnet: für seine humanitäre Arbeit verleiht man ihm den "Jean-Hersholt Humanitarian Award".


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