Spezialist für harte Aktion: Regisseur John Boorman
Fotoquelle: cinemafestival/shutterstock.com

John Boorman

Lesermeinung
Geboren
18.01.1933 in Shepperton bei London, Großbritannien
Alter
89 Jahre
Sternzeichen
Biografie

John Boorman ist einer der vielseitigsten Regisseure der Welt, der auch im härtesten Actionfilm die psychologische Wahrhaftigkeit seiner Figuren nicht aus den Augen verliert. Seine größten Stärken in Filmen wie "Excalibur" (1980), "Beim Sterben ist jeder der Erste" (1971)" oder "Der Smaragdwald" (1985) sind jedoch seine unprätentiöse und doch poetische Bildsprache sowie sein genialer Umgang mit der Musik.

Mancher Anfang lässt wirklich nicht auf eine große Karriere schließen. John Boorman war in den Fünfzigerjahren Vertreter für Wäschetrockner und schrieb ab un du Filmkritiken für ein Girlie-Magazin. Ab 1955 arbeitete er sich durch verschiedene Landesstudios der BBC und hatte es bis 1962 nicht weiter als zum Dokumentarfilmleiter von BBC-Bristol gebracht. Immerhin, 1965 drehte er einen vielbeachteten Feature-Film mit der "Dave Clark Five", einer in den Anfangsjahren der Beatmusik sehr populären Band. Titel: "Catch us if you can".

Zwei Jahre später taucht Boorman verblüffenderweise in Hollywood auf und dreht einen knallharten und im Fernsehen oft wiederholten Reißer: "Point Blank" (1967) mit Lee Marvin und Angie Dickinson. Auf diesem Erfolg ließ sich aufbauen. Zwar kehrte Boorman noch einmal nach England zurück, um mit "Leo der Letzte" eine mäßig erfolgreiche Komödie zu drehen, aber spätestens mit "Beim Sterben ist jeder der Erste" war er ein Star. Es ist dies die Geschichte eines Wochenendausflugs im Kanu, doch was Jon Voight, Burt Reynolds und Ned Beatty dort alles zustößt, gehört zum spannendsten, was Hollywood je produziert hat. In Deutschland wird der Film unter verschiedenen Titeln gezeigt, meist als "Beim Sterben ist jeder der erste".

Mit der Merlin-Sage um das Wunderschwert "Excalibur" und dem Indianer-Drama "Der Smaragdwald" betrat Boorman Fantasy-Gefilde, wobei übersehen wird, dass der märchenhafte Smaragdwald (mit Powers Booothe) auf einer wahren Geschichte beruht. Einen der bitter-süßesten Kriegsfilme drehte Boorman 1986 wieder in England: "Hope and Glory". Aus Kinderaugen betrachtet wurde der Zweite Weltkrieg, zumindest in London, zum Abenteuerspielplatz - amüsant und traurig zugleich, niederschmetternd und im nächsten Moment wieder ermutigend. Der Film brachte Boorman drei Oscar-Nominierungen, aber keinen Oscar.

Weitere Filme von John Boorman: "Leo, der Letzte" (1969), "Zardoz" (1973), "Der Exorzist II - Der Ketzer" (1977), "Die Zeit der bunten Vögel" (1989), "Rangoon - Im Herzen des Sturms" (1995), "Der General" (1999), "Der Schneider von Panama" (2000), "In My Country" (2003).

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