Jean-Marc Barr

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"Im Rausch der Tiefe" machte ihn zum Star: Jean-Marc Barr
Fotoquelle: cinemafestival/shutterstock.com
Jean-Marc Barr
Geboren: 27.10.1960 in Bitburg, Deutschland

Seine Mutter war Französin, sein Vater Amerikaner, doch geboren wurde der Schauspieler und Regisseur Jean-Marc Barr in Deutschland. Seinen ersten großen internationalen Erfolg hat Jean-Marc Barr mit Luc Bessons Kultfilm "Im Rausch der Tiefe" (1987) in der mystisch angehauchten Rolle eines selbstzerstörerischen Tiefseetauchers nach der Biographie des französischen Weltrekordlers Jacques Mayol. Auf einmal war er in Frankreich, wo er seit Beginn der 80er Jahre lebt, ein Star. "Plötzlich war ich Teenie-ldol und bekannt wie Micky Maus", sagt er Jahre später in einem Interview mit der Münchner Abendzeitung. "Da habe ich die Tücken dieses Berufs, den ich eigentlich aus Rebellion gegen die strikte Erziehung meiner Eltern gewählt hatte, schnell begriffen."

Zunächst lehnte er alle weiteren Filmangebote ab und ging nach London, wo er mit Vanessa Redgrave in Tennessee Williams' "Orpheus steigt herab" auf der Bühne stand - in derselben Rolle, die in Sidney Lumets Verfilmung "Der Mann in der Schlangenhaut" im Jahre 1960 Marlon Brando an der Seite von Anna Magnani gespielt hatte. Erst 1991 stand Barr wieder vor die Filmkamera - als polnischer Minenarbeiter in Eric Barbiers "Höllenglut" mit Maruschka Detmers.

Bevor Barr seine Ausbildung zum Schauspieler an der Guilbhall School of Music and Crama in London begann, hat der Sohn eines hohen US-Militärs, Weltkriegs- und Korea-Veteranen sowie späteren Sicherheitschefs von Nixons Airforce One, diverse Anläufe zu verschiedenen Berufsmöglichkeiten gestartet. Nachdem er mit 17 vier Monate lang Priesterschüler war und in diesem Milieu schnell Korruption und homosexuelle Nötigung entdeckte, ging er auf den Spuren seines Vaters an die Air Force Academy. Doch da fühlte er sich gar nicht wohl, und er beschloss, seinem Leben eine total andere Richtung zu geben. Er studierte an der Humboldt State University, an der UCLA in Kalifornien und begann, sich während seines Philosophiestudiums an der Pariser Sorbonne für die Schauspielerei zu interessieren. Schließlich schloss er sich einer Theatergruppe an und spielte Shakespeare auf Englisch, um wenig später an die Guildhall School in London zu gehen.

Der erste Film, in dem Jean-Marc Barr vor der Kamera stand, wenn auch nur als gehobener Komparse, ist "König David" (1984) von Bruce Beresford, dessen Titelrolle immerhin Richard Gere spielt. Seinem ersten professionellen Bühnenauftritt hat er in Friedrich Schillers "Die Verschwörung des Fiesko zu Genua" am Theatre Gerard Philipe in Saint Denis. Die erste kleine Filmrolle, in der Jean-Marc Barr auch Dialog spricht, gibt ihm der Brite John Boorman 1986 in seinem hinreißenden autobiografischen Film "Hope and Glory". Luc Besson engagiert ihn für "Im Rausch der Tiefe", und Barr erinnert sich nicht nur mit Glücksgefühlen an diese Dreharbeiten: "Neun Monate haben wir gedreht, und ich bin zweimal fast ertrunken. Dieser Film hat mein Leben verändert."

Doch dann ist er überglücklich, als Regisseur Sir Peter Hall ihn in London neben Vanessa Redgrave in seiner Tennessee-Williams-lnszenierung besetzt. Drei Jahre hält Barr sich vom Film fern und startet dann mit Lars von Trier und dessen "Europa" (1990) seine eigentliche Karriere, die er konsequent weiterführt mit Filmen wie Luis Puenzos "Die Pest" (1992) nach Albert Camus, "Der Lieblingssohn" (1993) von Nicole Garcia und erneut unter Lars von Trier in "Breaking the Waves" (1996) und "Dancer In The Dark" (2000).

1999 folgte Barrs erste Regiearbeit "Lovers", zu der ihn Lars von Trier angeregt hatte. Weitere Filme mit Jean-Marc Barr: "Der Märchenprinz" (1984), "Höllenglut" (1991), "Iron Horseman" (1994), "Les Faussaires" (1994), "Der Lieblingssohn" (1994), "Für Ehre und Vaterland" (1995), "L'Echappee Belle" (1996), "Mo'" (1996), "Die Untreuen" (1997), "St. Ives - Alles aus Liebe" (1998), "The Scarlet Tunic" (1998), "Preference" (1998), "Fole d'Elle" (1998), "Ça ne se Refuse Pa" (1998), "J'aimersais pas Crever le Dimance" (1998), "Too Much Flesh" (2000, auch Regie), "Dogville", "Eine Affäre in Paris" (beide 2003), "Meeresfrüchte", "Manderlay", "Ein Haus in Irland", "Martin Paris - Magier des Verbrechens" (alle 2005), "The Boss of It All" (2006), "Parc", "Die Frauen des Anarchisten" (beide 2007), "Die Frau des Anarchisten" (2008), "Rendezvous in Belgrad" (2011), "Nymphomaniac 1" (2013), "Nymphomaniac 2" (2014).


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