Irwin Winkler

Als Regisseur wie Produzent erfolgreich: Irwin WInkler Vergrößern
Als Regisseur wie Produzent erfolgreich: Irwin WInkler
Irwin Winkler
Geboren: 28.05.1931 in New York, USA
Sternzeichen: Zwillinge

Gemeinsam mit Robert I. Chartoff beginnt Winkler 1969 mit der Produktion von anspruchsvollen, engagierten Spielfilmen wie "Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss" von Sydney Pollack, Martin Scorseses "Wie ein wilder Stier" (1980), Hugh Hudsons "Revolution" (1985), Bertrand Taverniers Jazzfilm "Um Mitternacht" (1986) und Constantin Costa-Gavras "Music Box", produziert aber auch John G. Avildsons "Rocky" (1976) mit Sylvester Stallone. Das wird, mit zahlreichen Fortsetzungen, ein gewaltiger kommerzieller Erfolg.

1991 debütiert Winkler als Regisseur mit dem Film "Schuldig bei Verdacht": In Paris wird er gefeiert, in Hollywood gefeuert. Der amerikanische Regisseur David Merril (Robert De Niro) versteht die Welt nicht mehr. Nach der glanzvollen Europatour darf er wegen gespenstischer Denunziationen nicht mehr im Atelier arbeiten. Statt zum Drehtermin schickt der Boss den Ahnungslosen zum Rechtsanwalt. Irvin Winklers Film führt in die USA der Endvierziger, Anfangsfünfziger Jahre, als kommunistischer Beziehungen verdächtige Prominente im Zuge des Kalten Krieges kaltgestellt werden. Hunderte von Existenzen werden seinerzeit zerstört, Regisseure wie Joseph Losey, Charlie Chaplin, Jules Dassin und Abraham Polonsky erhalten Berufsverbot, ja wandern ins Gefängnis. Weil viele Prominente an der Hatz teilhaben, erinnert sich Hollywood noch heute ungern an jene Zeit.

Am Anfang von Winklers Projekt steht ein autobiographisches Drehbuch des Ex-Kommunisten und McCarthy-Opfers Abraham Polonsky, bei dem der Franzose Bertrand Tavernier Regie führen soll, doch als Winkler das Projekt übernimmt, verändert er es so stark, dass Polansky nicht mehr als Urheber genannt werden will: Winklers Kinoheld ist durch und durch unpolitisch. Es geht um Verrat unter Freunden und darum, daß der Karriereknick des Mannes, der lieber in den Knast geht, als andere anzuschwärzen, zur Wiederversöhnung mit der noch immer geliebten Ex-Ehefrau, einer tüchtigen Lehrerin alias Annette Bening, führt.

1992 folgt unter dem Titel "Die Nacht von Soho" das Remake des berühmten Jules-Dassin-Films "Die Ratte von Soho" (1950) mit Richard Widmark als Harry Fabian. Die Rolle des kleinen miesen Gangsters, dem Widmark immer etwas unberechenbares gibt, spielt bei Winkler Robert De Niro. Aber er ist weder der nervöse kleine Außenseiter aber auch nicht mehr der Rupert Pupkin, den er an der Seite von Jerry Lewis in Martin Scorseses "The King of Comedy" gespielt hat. Er wirkt hier selten unsicher. Dem Film fehlt aber auch ein Kameramann wie Michael Ballhaus, der die bedrohlich düstere New-York-Atmosphäre hätte fühlbar machen können. 1995 inszeniert Winkler den wirren Computer-Krimi "Das Netz" mit Sandra Bullock. Die spielt eine Spezialistin, die den Systemmanipulationen einer Firma auf die Spur kommt und dadurch selbst in ihrer Existenz bedroht wird. Da muss Winkler zwar nicht versuchen, politisch sozialpolitisches Engagement aufzupropfen, doch sein Film funktioniert inhaltlich auf keiner Ebene.

1999 folgt dann der recht schmalzig geratene Liebesstreifen "Auf den ersten Blick" in dem sich der blinde Val Kilmer in die Augenspezialistin Mira Sorvino verliebt. Auch der tränenselige Film "Das Haus am Meer" (2001) überzeugt keinesfalls. Irvin Winkler bleibt aber auch als Produzent aktiv: 1996 produziert er Brian Gibsons "Nicht schuldig" mit Demi Moore als alleinerziehende Mutter, die als Jury-Mitglied in einem Prozess von der Mafia unter Druck gesetzt wird.

Weitere Filme, die Irvin Winkler produzierte: "Zoff für zwei" (1967), "Die ganz große Kasse" (1968), "Leo, der Letzte" (1969), "Wo Gangster um die Ecke knallen" (1971), "Polizeirevier Los Angeles Ost", "Kalter Hauch" (beide 1972), "Spur der Gewalt" (1973), "Der Mann ohne Nerven" (1974), "Die falsche Schwester" (1975), "Nickelodeon" (1976), "Solo mit Trompete" (1977), "Rocky II" (1978), "Gefährliche Beichte", "Rocky III - Das Auge des Tigers" (1981), "Daddy! Daddy! Fünf Nervensägen und ein Vater" (1982), "Der Stoff, aus dem die Helden sind" (1983), "Rocky IV - Der Kampf des Jahrhunderts" (1985), "Verraten" (1988), "Music Box - Die ganze Wahrheit" (1989), "GoodFellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia" und "Rocky V" (beide 1990).


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