"GoodFellas", "Gangs Of New York", "Departed" - von Martin Scorsese erwartet man mafiöse Strukturen, doch auch mit der Religion hat der Regisseur sich ausgiebig beschäftigt. So adaptierte er 1988 mit "Die letzte Versuchung Christi" einen Roman, der sich auf das Neue Testament stützt, und reiste 1997 mit "Kundun" nach Tibet, um die Wiedergeburt des 14. Dalai Lama zu schildern.

"Silence" kann nun als dritter Teil dieser Reihe gesehen werden, in der Andrew Garfield den Jesuiten Sebastião Rodrigues gibt, der im Japan des Jahres 1638 zwei Missionen hat: Das Christentum unter die dortige Bevölkerung zu bringen und mithilfe seinen Begleiters Francisco Garrpe (Adam Driver) sowie eines Dolmetschers (Tadanobu Asano) seinen Mentor Pater Cristóvão Ferreira (Liam Neeson) aufzuspüren. Dieser soll den Glauben an Gott verloren haben. Dabei trifft Rodrigues auf ein enormes Hindernis: Die Herrscher des Landes wollen keine Christen bei sich haben.

Dämonen des Glaubens

Auch bei diesem Werk greift Scorsese auf eine Vorlage zurück, den Roman "Schweigen" des japanischen Katholiken Shusaku Endo, und bespricht das Thema Glaube und dessen Bedeutung ohne großartige Schnörkel, dafür aber schön fotografiert und mit ebenso gelungenen Dialogen.

Es ist keine einfache Debatte, die da geführt wird – besonders, wenn es um die Stille Gottes im Angesicht des Leids seiner Gläubigen geht –, sodass der Film nicht frei von Längen bleibt. Die Darbietungen von Garfield und seinen Kollegen machen dies aber wieder wett.