Andrew Garfield

Andrew Garfield als Ermittler in dem Dreiteiler
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Andrew Garfield als Ermittler in dem Dreiteiler "Yorkshire Killer"
Fotoquelle: ARD/Degeto
Andrew Russell Garfield
Geboren: 20.08.1983 in Los Angeles, USA
Sternzeichen: Löwe

Er denke zu viel nach, sagt Andrew Garfield über sich. Hollywood-Partys findet der Jungschauspieler oberflächlich, ja armselig. Mit seiner Geburtsstadt Los Angeles kann der Sohn einer Engländerin und eines Amerikaners nicht viel anfangen: "Es ist der Gesundheit sicher nicht gerade zuträglich, wenn man sich hier zu lange Zeit am Stück aufhält."

Folgerichtig tobte in Andrew Garfield ein innerer Kampf, nachdem ihm die Rolle des "Spider-Man" angeboten worden war. Geld und Ruhm seien nun mal nicht seine Antriebsfedern, behauptet er. Und dann flattert so ein fieses Angebot ins Haus, das beides verspricht. Jeder würde ihn fortan auf der Straße ansprechen. Dennoch, Garfield sagte trotz aller Bedenken zu, angeblich, weil ihn das Kind in sich dazu gedrängt hatte: "Was überlegst du? Es ist Spider-Man!". In Marc Webbs "The Amazing Spider-Man" (2012) spielt Garfield den jungen Peter Parker, der nach einem Spinnenbiss seltsame Fähigkeiten entwickelt. Mit dem Film wird die Geschichte um den Superhelden neu aufgelegt. Fortsetzungen sind selbstverständlich geplant, zunächst kam 2014 der zweite Teil, "The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro" (2014), in die Kinos. Es geht schließlich um Geld und Ruhm. Tja, Mister Garfield, vorbei die ruhigen Zeiten.

Längst ein Hollywood-Star

Das hat er sich aber auch selbst eingebrockt. Zu konsequent hat der attraktive Mime mit den ausgeprägten Augenbrauen darauf hingearbeitet, als guter Schauspieler wahrgenommen zu werden. Spätestens seitdem er für seine Rolle als Facebook-Mitgründer Eduardo Saverin in der viel beachteten Kino-Tragikomödie "The Social Network" (2010) mit dem Golden Globe ausgezeichnet wurde, kann man Andrew Garfield getrost als Hollywood-Star bezeichnen. Kurz darauf wurde David Finchers Film auch noch mit drei Oscars prämiert. Und ein Film, der mit drei Oscars prämiert wird, macht seine Darsteller bekannt, selbst wenn sie keinen Oscar erhalten.

Dass Andrew Garfield nicht in erster Linie nach Erfolg strebt, sondern nach Anerkennung als Künstler, nimmt man ihm derweil ohne Weiteres ab. Noch immer wirkt er wie ein Junge, der sich trotzig sträubt, von Idealen abzulassen. Das ist ehrenwert, aber anstrengend. Der Superhelden-Status wird es ihm sicher nicht leicht machen, an allen inneren Vorgaben festzuhalten. Aber kämpfen will er für die Dinge, die ihm wirklich wichtig sind: "Man entwickelt sich weiter, indem man sich für etwas richtig einsetzt." Andrew Garfield will seine Rollen leben, nicht spielen. Zu seinen Vorbildern zählen nicht umsonst die Vollblut-Mimen Daniel Day-Lewis und Robert De Niro.

Europäische Lesart und britisches Understatement

Diese Einstellung ist eine eher europäische Lesart des Schauspieler-Berufs, keine pragmatische, keine typisch amerikanische. Garfield besitzt sowohl die britische als auch die amerikanische Staatsbürgerschaft. Aufgewachsen aber ist er in Europa. 1986, als er drei Jahre alt war, zog die Familie von Kalifornien nach England. Während der Schulzeit entwickelte sich sein Interesse für die Schauspielerei. Mit 19 wurde der junge Mann mit dem ausgeprägten Adamsapfel an der renommierten Londoner Central School of Speech and Drama aufgenommen, die er 2004 abschloss. Es folgte eine eindrucksvolle, mit zahlreichen Preisen unterlegte Theaterkarriere in England (u.a. Milton Shulman Award als bester Newcomer).

Im britischen Fernsehen war Andrew Garfield erstmals 2005 zu sehen, doch erst seine Auftritte in der Erfolgsserie "Doctor Who" 2007 lenkten die Aufmerksamkeit der Masse auf den jungen Schauspieler. Wie bereits erwähnt, Andrew Garfield ist selbst schuld, dass Hollywood auf ihn aufmerksam wurde. Anfangs hatte er auch überhaupt kein Problem mit dem Sprung über den großen Teich. Zu verlockend war der erste Auftrag: Wer würde nicht gerne mit Robert Redford drehen? In "Von Löwen und Lämmern" (2007) spielte Garfield einen politikverdrossenen Politik-Studenten, dessen Professor (Redford) ihn ermahnt, seinen Frust nicht in Resignation und Untätigkeit münden zu lassen. An der Seite von Superstars wie Redford, Streep und Cruise spielend, war Andrew Garfield in Hollywood angekommen. Und das in einer Rolle, die seinen Idealen entspricht.

Wieder in England, übernahm Garfield die Hauptrolle im Sozialdrama "Boy A" (2007). Ein harter Film über einen Jugendlichen, der nach einer Haftstrafe nicht ins Leben findet. Garfield erhielt für seine Darstellung den British Academy Television Award, kurz BAFTA, und war nun endgültig für eine große Karriere auserkoren. Eine Karriere, die mit den "Spider-Man"-Filmen vielleicht ihren kommerziellen Höhepunkt erfährt. Sicher aber nicht ihren künstlerischen ...

Oscarnominierung

2017 erhielt Andrew Garfield für seinen Part als Soldat Desmond T. Doss in  Mel Gibsons Kriegsdrama "Hacksaw Ridge – Die Entscheidung" (2016) seine erste Oscar-Nominierung in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller" sowie eine Nominierung in der gleichen Kategorie  bei den Screen Actors Guild Awards 2017. Wie lange der sympathische Darsteller sein britisches Understatement noch pflegen kann, bleibt abzuwarten.

Weitere Filme mit Andrew Garfield: "Mumbo Jumbo" (Kurzfilm, 2005), "Die Schwester der Königin" (2008), "Air" (Kurzfilm, 2009), "Yorkshire Killer 1974" (Dreiteiler, 2009), "Das Kabinett des Dr. Parnassus" (2009), "Alles, was wir geben mussten" (2010), "I'm here" (Kurzfilm, 2010).


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