James Cameron

Oscarpreisträger James Cameron. Vergrößern
Oscarpreisträger James Cameron.
Fotoquelle: Featureflash/shutterstock.com
John Carson
Geboren: 16.08.1954 in Kapuskasing, Ontario, Kanada
Sternzeichen: Löwe

1997 sorgte er mit dem elffach Oscar-gekrönten Untergangsspektakel "Titanic" - der bis dahin erfolgreichste Film aller Zeiten - für Furore: Regisseur, Autor und Cutter James Cameron, der in Niagara Falls aufwuchs. 1971 zog er nach Brea, Kalifornien, wo er Physik am Fullerton College studierte und sich seine Brötchen als Maschinist und später als LKW-Fahrer verdiente.

1978, als er sein Augenmerk auf eine Filmkarriere gerichtet hatte, sammelte Cameron von einem Zahnarzt-Konsortium Geld, um einen 35mm-Kurzfilm zu produzieren. Damals fungierte er als Produzent, Regisseur, Co-Autor, Cutter, Miniaturbauer, Kameramann und Supervisor für Spezialeffekte. 1980 führte seine Arbeit an dem Kurzfilm zu einer Position bei Roger Cormans New World Pictures für "Sador - Herrscher im Weltraum". In der wahnwitzigen Welt des Low-Budget-Guerilla-Filmemachens fand Cameron seine Heimat bei einer Produktion, die ihm wiederum erlaubte, mehrere Funktionen zu erfüllen: unter anderem Miniaturbauer, Model Unit DP und Matte Painter. Viel wichtiger war aber, dass er Art Director der ersten Unit wurde und die Energie am Set ihn zu faszinieren begann.

Da er unbedingt Regie führen wollte, stellte Cameron seinen Produktionsdesigner-Job beim nächsten Corman-Film "Planet des Schreckens" zur Verhandlung und wandelte ihn in den Second Unit Regisseur um. Als die Produktion hinter dem Zeitplan zurückfiel, bat Corman ihn, einige Szenen mit den Hauptdarstellern zu drehen. Da Cameron die Arbeit mit den Schauspielern sehr aufregend fand, begann er ein Skript vorzubereiten, das er selbst verfilmen wollte. 1982 schrieb Cameron "Der Terminator" und hoffte, seine Erfahrungen in Effekte und Design mit einem Low-Budget-High-Impact-Ausdrucksmittel koppeln zu können, das unabhängige Finanziers finden würde. Nach zwei mageren Jahren brachte Cameron den Film schließlich als Hemdale/HBO-Co-Produktion, die von Orion herausgebracht wurde, vor die Kameras. Obwohl der Film nur sechs Millionen Dollar gekostet hatte, erhielt er internationalen Beifall, erschien auf zahlreichen Bestenlisten (u. a. auf der des Time Magazin) und spielte über 80 Millionen Dollar ein.

Während er auf die Finanzierung des "Terminator" gewartet hatte, schrieb Cameron zwei Drehbücher, um beschäftigt zu sein. Innerhalb von drei Monaten verfasste er (mit Sylvester Stallone) das Skript zu "Rambo II" und "Aliens - Die Rückkehr", der Fortsetzung zum Sciencefiction-Klassiker "Alien" von 1979. "Rambo II" wurde zum internationalen Mega-Hit und spielte weltweit über 250 Millionen Dollar ein. Nach dem Erfolg von "Terminator" nahm Cameron die Regie für "Aliens II" an und stürzte sich 1985 in die Produktion. Gedreht in England und gestartet im Sommer 1986, erhielt "Aliens" sieben Oscar-Nominierungen, einschließlich der für die beste weibliche Hauptrolle für Sigourney Weaver. Der Film gewann Oscars in den Kategorien Best Visual Effects und Best Sound Effects. "Aliens" wurde zu einem der erfolgreichsten R-rated Filme aller Zeiten und spielte über 180 Millionen Dollar ein.

Von 1988 bis 89 schrieb und drehte Cameron sein nächstes Projekt, das Unterwasser-Epos "Abyss - Abgrund des Todes", welches nach 18 Monaten fertiggestellt war. Es spielten Ed Harris, Michael Biehn und Mary Elizabeth Mastrantonio, der Film erhielt vier Oscar-Nominierungen. "Abyss" eröffnete neue Dimensionen visueller Effekte durch die Kreation fotorealistischer Computeranimationen. Ergebnis waren ein Oscar in der Sparte Best Visual Effects und das Einspielen von über 110 Millionen Dollar weltweit. Dann schrieb Cameron "Gefährliche Brandung" zusammen mit Kathryn Bigelow – seine damalige Ehefrau –, die Regie führte. Cameron fungierte als ausführender Produzent des Films, der über 100 Millionen Dollar weltweit einbrachte und die Video-Besten-Listen für fünf Wochen anführte.

Als Autor, Produzent und Regisseur von "Terminator II - Tag der Abrechnung" erreichte Cameron eine neue Hochwassermarke in Sachen Action und Visual Effects. Aufbauend auf Techniken, die schon in "Abyss" Pionierarbeit geleistet hatten, arbeitete er mit ILM zusammen, um Computer generierte Bilder zu schaffen für diese visuelle Tour de Force, die global bekannt wurde als "T2" und über 500 Millionen Dollar weltweit einspielte, dazu fast eine Milliarde Dollar Nebeneinkünfte brachte. Zusätzlich zu diesem Box-Office-Erfolg konnte "T2" sechs Oscar-Nominierungen verbuchen und gewann vier davon: Best Makeup, Sound, Visual Effects und Sound Effects Editing. Außerdem bekam "T2" den Ray Bradbury Award für Dramatic Sreenwriting, fünf Saturn Awards von der Academy of Sciencefiction, Fantasy and Horror und sechs MTV Movie Awards. "T2" gewann ebenfalls den People's Choice Award und bekam Ehrungen bei den Video Software Dealers Awards und den ersten der jährlichen Laser Disc Award.

1994 schrieb Cameron, produzierte und führte Regie bei der Action-Komödie "True Lies - Wahre Lügen" mit Arnold Schwarzenegger und Jamie Lee Curtis. Dieser Flagschiff-Film für Camerons Produktionsfirma Lightstorm Entertainment und der Erste Film mit Spezialeffekten von seinem eigenen Effects Studio, Digital Domain, spielte über 365 Millionen Dollar weltweit ein. Im Jahr darauf präsentierte Lightstorm Kathryn Bigelows "Strange Days" mit Ralph Fiennes nach einem Drehbuch von Cameron und Jay Cooks. Cameron produzierte mit Steve Charles Jaffe. Ebenfalls 1995 wurde Cameron von der National Association of Thatre Owners mit dem Producer of the Year-Award geehrt. Zusätzlich ehrte die Laser Disc Association ihn mit dem Laser Beam Award als Anerkennung für den Verkauf einer halben Million seiner viel gepriesenen Laser Discs.

Zum Kassenschlager entwicklelte sich schon nach kurzer Zeit Camerons Sciencefiction-Spektakel "Avatar - Aufbruch nach Pandora" (2009), das innerhalb von kürzester Zeit über eine Milliarde Dollar an den Kinokassen einspielte. 2010 mit den Golden Globes als bester Film und für die beste Regie ausgezeichnet, ist "Avatar" mit 2,8 Milliarden Dollar Einnahmen inzwischen der erfolgreichste Film aller Zeiten. Zwar war das Spektakel für neun Oscars nominiert, erhielt letztlich aber nur drei (Spezialeffekte, Kamera, Ausstattung) und musste sich damit dem "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" von Camerons Ex-Ehefrau Kathryn Bigelow geschlagen geben, der sechs Oscars gewann.

Von 1997 bis 1999 war James Cameron in vierter Ehe mit Schauspielerin Linda Hamilton verheiratet, im Jahr 2000 heiratete er die Darstellerin Suzy Amis. Weitere Filme und Serien von und mit James Cameron: "Die Muse" (Darsteller, 1999), "Dark Angel" (Drehbuch und Produzent, 2000-2002), "Die Geister der Titanic" (Dokumentation), "Terminator 3 - Rebellion der Maschinen" (Charakter, beide 2003), "Aliens der Meere" (Doku, 2004), "Terminator: Sarah Connor Chronicles" (Drehbuch, 2008-2009).


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