Lloyd Bridges

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Fast ein halbes Jahrhundert Hollywoodkarriere auf dem Buckel: Lloyd Bridges
Lloyd Vernet Bridges jr.
Geboren: 15.01.1913 in San Leonardo, Kalifornien, USA
Sternzeichen: Steinbock
Gestorben: 10.03.1998 in Los Angeles, Kalifornien, USA

Lloyd Bridges hatte eigentlich keine Ambitionen, eine Filmkarriere zu machen. Am Ende war er in fast 200 Filmen dabei, und nicht nur das: Er ist auch der Vater von zwei überaus erfolgreichen Söhnen: Beau und Jeff. Lloyd Bridges studierte zunächst Politikwissenschaft an der Uni von Los Angeles. Seine Zukunft sah er als Jurist. Allein, das Studium wollte nicht so flutschen, denn der junge Lloyd zeigte für zwei Nebensachen mehr Begeisterung als für die Paukerei: Basketball und Schauspielerei. In Studentenaufführungen war er schon sowohl in Shakespeare-Stücken als auch modernen Dramen ein gefragter Mann. Einer, dem dies nicht gefiel, war der Basketballtrainer. Der stellte Lloyd vor die Wahl: Sport oder Bühne...

Lloyd Bridges entschied sich für die Bühne. Während seines Abschlusssemesters wurde der Autor Sidney Howard auf ihn aufmerksam und bot ihm eine Rolle in seinem Broadway-Stück "Paths of Glory" an. Doch kurz danach starb Howard bei einem Autounfall und die Pläne zerschlugen sich. Lloyd Bridges riss mit verschiedenen Theaterstücken (unter anderem "Der Widerspenstigen Zähmung") eine Ostküstentournee ab. 1937 debütierte er dann doch am Broadway in dem Stück "Oh Men! Oh Women!" Danach rief Hollywood. Nach 1941 wurde Lloyd Bridges zunächst in zahllosen Nebenrollen eingesetzt, alles B-Filme. Als Pilot war er - ungenannt - in "Urlaub vom Himmel" (1941) von Alexander Hall dabei. Weitere Filme aus dieser Zeit sind "Sahara" (1943) von Zoltan Korda, "Landung in Salerno" (1945) von Lewis Milestone und "Farm der Gehetzten" (1947) von André de Toth.

Auch wenn Lloyd Bridges gelegentlich in Klassikern auftauchte, blieb doch der B-Film sein Hauptbetätigungsfeld. Unvergessen ist allerdings sein Faustkampf mit Gary Cooper in Fred Zinnemanns klassischem Western "Zwölf Uhr mittags" (1952). Weitere bemerkenswerte Rollen hatte er in "Wichita" (1955) von Jacques Tourneur und "Der Regenmacher" (1956) von Joseph Anthony. Zu seinen wichtigeren Arbeiten in den 60er Jahren zählten "Unter Wasser rund um die Welt" (1965) von Andrew Marton und "Die Tollkühnen" (1968) von Laslo Benedek.

Im allgemeinen spielte Lloyd Bridges aufrechte Helden und kampfgestählte Draufgänger mit Herz, mit ergrauendem Haar zunehmend auch die Respektsperson. Seit den späten Sechzigerjahren entstand das meiste davon fürs Fernsehen. Typisch für diese Art Film ist sein wackerer Pilot (mal wieder) in dem Katastrophenfilm "Verschollen im Pazifik" (1969) von Leonard Horn. Darin wehrt er sich nach einem Absturz auf einer einsamen Insel gegen Ralph Meeker und Andrew Prine als Bösewichte.

Ende der Siebzigerjahre brachte ihm die Zusammenarbeit mit dem ZAZ-Team (Jerry Zucker, Jim Abrahams, David Zucker) ein neues Betätigungsfeld. In Filmen wie "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" (1980) oder "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff" (1982, Regie: Bert Convy) konnte er erfolgreich sein eigenes Image - als Pilot natürlich - durch den Kakao ziehen. Mit solchen Rollen schaffte er denn doch noch den Sprung zum A-Star. Für den Rest seiner ungewöhnlich langen Laufbahn sollten solche Rollen typisch bleiben, auch wenn er etwa unter Francis Ford Coppola in "Tucker" (1988) oder unter seinem Sohn Beau in "Die Top-Cops" (1987) auftrat. Dauergast blieb er bei Jim Abrahams, mit dem er die Chaos-Komödien "Hot Shots! Die Mutter aller Filme" (1991), "Hot Shots II: Der 2. Versuch" (1993) und "Mafia!" (1998) drehte. Kurz nach Abschluss der Dreharbeiten zu dieser überdrehten "Pate"-Parodie starb Lloyd Bridges.

Einen seiner schlechtesten Filme - an ihm lag es nicht! - drehte er übrigens ausgerechnet in Deutschland: In Sönke Wortmanns Super-Flop "Mr. Bluesman" (1992) spielte er einen alternden Killer, dessen weinerlichste Szenen hinterher zum Glück der Schere zum Opfer fielen. Gegen das lausige Drehbuch vermochte er einfach nichts auszurichten.

Weitere Filme mit Lloyd Bridges: "Freshman Love", "Dancing Feet" (beide ungenannt 1936), "The Lone Wolf Takes A Chance", "They Dare Not Love", "The Son Of Davy Crockett", "Sing For Your Supper", "Three Girls About A Town", "Our Wife", "Cadets On Parade", "The Royal Mounted Patrol", "I Was A Prisoner Of Devil's Island", "Du gehörst zu mir", "Harmon Of Michigan", "The Medico Of Painted Springs", "Honolulu Lu", "Two Latins From Manhattan", "Harvard, Here I Come" (alle 1941), "West of Tombstone", "Canal Zone", "Atlantic Convoy", "Alias Boston Blackie", "Meet The Stewarts", "Riders Of The Northland", "Pardon My Gun", "Flight Lieutenant", "Shut My Big Mouth", "A Man's World", "Blondie Goes to College", "The Spirit Of Stanford", "Tramp, Tramp. Tramp", "Stand By All Networks", "North Of The Rockies", "Sweetheart Of The Fleet", "The Daring Young Man", "The Wife Takes a Flyer", "Hello, Annapolis", "Zeuge der Anklage", "A Man's World", "Boston Blackie Goes Hollywood", "Underground Agent" (alle 1942), "The Heat's On", "Hail To The Rangers", "Commandos Strike At Dawn", "The Great Glover", "Crime Doctor's Strangest Case", "They Stooge to Conga", "City Without Men", "His Wedding Scare", "Passport To Suez", "Destroyer", "A Rookie's Cookie" (alle 1943), "Pinky und Curly", "The Impostor", "She's A Soldier Too", "The Master Race", "Saddle Leather Law", Louisiana Hayride", "Two-Man-Submarine" (alle 1944), "Strange Confession", "Secret Agent X-9", Banditen ohne Maske" (alle 1945), "Miss Susie Slagle's", "Feuer am Horizont" (beide 1946), "Die Unbesiegten", "The Trouble With Women", "Die Farm der Gehetzten" (alle 1947), "Secret Service Investigator", "Sixteen Fanthoms Deep", "Erbe des Henkers" (alle 1948), "Menschenfalle", "Home Of The Brave", "Calamity Jane und Sam Bass", "Die rote Schlucht", "Hideout", "Mr. Whitney Had A Notion" (alle 1949), "Das Geheimnis der schwarzen Bande", "Try And get Me", "Aufruhr in Santa Sierra", "Rakete Mond startet", "Hölle am weißen Turm", "tre passi a Nord" (alle 1950), "The Whistle At Eaton Falls", "Tödliche Pfeile" (beide 1951), "Der lange Marsch durch die Wüste", "Schiff ohne Heimat" (beide 1952), "The Kid From left Field", "Die Geier von Carson City", "Der lange Texaner", "The Limping Man" (alle 1953), "Pride Of The Blue Gras" (1954), "Thrid Party Risk", "Heiße Colts und schnelle Pferde" (beide 1955), "Menschenjagd im Pazifik" (1956), "Blinder Hass" (1957), "Die Göttin" (1958), "Ein paar Stiefel", "Knockout für Daddy" (beide 1962), "Sturm auf die eiserne Küste" (1967), "A Case of Libel" (1968), "Der Revolverheld", "Love War", "Silent Night, Lonely Night", "Happy-End für eine Ehe" (alle 1969), "Flugalarm in San Francisco" (1970), "Do You Take This Stranger?", "A Tattered Web", "To Find A Man", "The Deadly Dream" (alle 1971), "Haunts Of The Very Rich", "Trouble Comes To Town" (beide 1972), "Crime Club", "Death Race", "Die Ungezähmten" (alle 1973), "The Whirlwind", "Abenteuer im Weltraum" (alle 1974), "Cop on the Beat" (1975), "Force of Evil", "Strandparty" (1977), "World War II: G.I. Diary" (Erzähler), "Die großen Wallendas", "Telethon", "Die schwarze Liste", "Erlöse uns von dem Übel", "Mission Galactica - Angriff der Zylonen" (alle 1978), "Das Geheimnis der eisernen Maske", "Die Bäreninsel in der Hölle der Arktis", "Die Weiche steht auf Tod" (alle 1979), "Moviola", "The Scarlett O'Hara War" (beide 1980), "Jenseits von Eden" (1981), "Paper Dolls", "Beatrice" (beide 1982), "Grace Kelly" (1983), "George Washington", "Weekend Warriors" (beide 1984), "Alice im Wunderland" (1985), "Crazy Airforce", "Dress Gray", "Ein Mann - ein Wort", "Fackeln im Sturm" (alle 1986), "Seitensprünge", "Winter People - Wie ein Blatt im Wind", "Zwei und zwei ist Mord" (alle 1988), "Vom Hass besessen" (1989), "Shining Time Station Christmas: 'Tis a Gift", "Die Dollar-Queen", "Joe gegen den Vulkan" (alle 1990), "Ein Weihnachtstraum" (1991), "Devlin - Blutige Intrige", "Liebling, jetzt wir haben ein Riesenbaby" (beide 1992), "Die Sünden eines Vaters", "Cinderella... Frozen in Time", "Explosiv - Blown Away" (alle 1994), "Herzen in Bedrängnis", "Ärztinnen auf Leben und Tod", "Kinder, ich muss sterben", "Peter und der Wolf" (alle 1995), "Geständnis mit tödlichen Folgen" (1996) und "Meeting Daddy" (1998).

Von 1957 bis 1960 spielte Lloyd Bridges eine tragende Rolle in der TV-Serie "Abenteuer unter Wasser" (bei der er gelegentlich auch Regie führte), 1962/63 leitete er die "Lloyd Bridges Show", 1965 spielte er in der Serie "The Loner", 1973/74 in "Water World", 1975 in "Forrester", 1977 in "Roots", 1977/78 in "Durch die Hölle nach Westen" 1982 in "Die Blauen und die Grauen", 1990 in "Capital News" und 1993 in "Harts of the West". Gastauftritte hatte er in den Serien "Robert Montgomery Presents", "Studio One" (auch in späteren Folgen), "Suspense" (alle 1952), "Summer Night Theater", "Goodyear Television Playhouse" (beide 1953), "Armstrong Circle Theatre" (1955), "The Alcoa Hour" (auch in späteren Folgen), "Climax!" (beide 1956), "Zane Grey Theater" (auch in späteren Folgen), "The United States Steel Hour" (beide 1957), "Westinghouse Desilu Playhouse" (1959), "The Dick Powell Show", "Checkmate" (beide 1961), "People Will Talk", "Kraft Suspense Theatre" (beide 1963), "The Great Adventure" (1964), "Cobra übernehmen sie!" (1966), "Here's Lucy" (1972), "Police Story" (1974/75), "The Hollywood Squares" (1975/76), "The Love Boat" (1981), "Matt Houston", "Loving" (beide 1983), "The People Next Door" (1989), "The Outer Limits" (1995), "Second Noah" (1996), "Seinfeld" (1997) und "Ned and Stacey" (1999).


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