Als eines Nachts die Fabrik des wohlhabenden Andrew Holmes niederbrennt und der Vorarbeiter Bracken offenbar in den Flammen stirb, beschuldigt Holmes sofort seinen Angestellten Leopold Dilg der schändlichen Tat. Der unkonventionelle Freigeist wird vor Gericht gestellt, entschließt sich aber angesichts der massiven Vorverurteilung zur Flucht. Er versteckt sich bei Nora Shelley, einer früheren Mitschülerin, die gerade ihr Haus an den spröden Jura-Professor Lightcap vermietet hat. Nora glaubt an Dilgs Unschuld und präsentiert ihn Lightcap gegenüber als ihren Gärtner. In dieser Maske verwickelt Dilg den Professor in Diskussionen über Recht und Gerechtigkeit. Lightcap, der das Recht nur aus dem Hörsaal kennt, will zunächst nicht glauben, dass ein bornierter Kleinstadtrichter und eine manipulierte öffentliche Meinung dem Recht hohnsprechen können. Als Dilg erneut verhaftet wird, ahnt Lightcap jedoch, dass Fabrikdirektor Holmes und sein untergetauchter Vorarbeiter Bracken einen Versicherungsbetrug planten. Und aus einem weltfremden Hochschullehrer wird ein handfester Streiter für Gerechtigkeit...

Nach ihrem gemeinsamen Auftritt in der Howard-Hawks-Komödie "SOS - Feuer an Bord" standen die beiden Hollywood-Stars Cary Grant und Jean Arthur für diesen gelungenen Spaß von George Stevens das zweite und letzte Mal gemeinsam vor der Kamera. Dritter im Bunde ist der bereits aus Stummfilm-Zeiten bekannte Ronald Colman ("Der Gefangene von Zenda", "In den Fesseln von Shangri-La") als spröder Jura-Professor. "Zeuge der Anklage" war 1943 für sieben Oscars nominiert, konnte aber keine der begehrten Trophäen gewinnen, da William Wylers Melodram "Mrs. Miniver" die wichtigsten Preise abräumte. Jean Arthur, die sich in den Vierzigerjahren weitestgehend aus dem Filmgeschäft zurückzog, stand für Stevens 1953 noch einmal für den klassischen Western "Mein großer Freund Shane" vor der Kamera.

Foto: Sony