Robert Siodmak

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Thriller-Spezialist: Regisseur Robert Siodmak
Robert Siodmak
Geboren: 08.08.1900 in Dresden, Deutschland
Gestorben: 10.03.1973 in Locarno, Tessin, Schweiz

Er gilt als Thriller-Spezialist, als Meister des film noir und prägt mit seinen filmischen Psychostudien das amerikanische Kino der Vierzigerjahre: Robert Siodmak. Stilistisch brilliant entwirft er in Filmen wie "Die Wendeltreppe" (1945), "Rächer der Unterwelt" (1946), "Der schwarze Spiegel" (1946) und "Gewagtes Alibi" (1948) eine atmosphärisch raffinierte Welt aus Licht und Schatten, mit fatalistischen Zügen, zynisch und obsessiv.

"Ich habe die Aufgabe, die Welt von allem, was schwach ist, zu befreien. Heute bin ich stark. Mein Vater wäre stolz auf mich!" Die Worte des Mörders in dem Thriller "Die Wendeltreppe" von 1945 erschreckt das deutsche Kinopublikum nach dem zweiten Weltkrieg. Es will das, was an die Euthanasie der Nazis erinnert, nicht im Kino sehen. Kritiker beschimpfen den Emigranten Siodmak wegen solcher "Geschmacklosigkeit". Sie haben vergessen, dass er bis 1933 in den UFA-Ateliers Erfolge produziert hat wie "Abschied" mit Brigitte Horney von 1930, "Der Mann, der seinen Mörder sucht" (1930) mit Heinz Rühmann, "Stürme der Leidenschaft" mit Emil Jannings und "Quick" mit Hans Albers, beide 1932.

Dabei ist dieser Regisseur, von dem sein damals weniger prominenter Bruder Curt sagt, der Regisseur wie der Schauspieler werde vom Publikum viel zu hoch eingeschätzt, denn es käme letztlich auf die Ideen des Autors an, ein ganz besonderer Gestalter und Künstler. Das flackernde Kerzenlicht in der Hand von Dorothy McGuire, die die Wendeltreppe herabsteigt, die im Studio nachempfundene Großstadtenge in den Gangsterfilmen, die Licht- und Schattenspiele dort und in dem Horrorfilm "Sohn von Dracula". Siodmak ist dabei immer auch ein Schauspieler-Regisseur: Er besetzt Brigitte Horney. Bei ihm spielt Heinz Rühmann die erste Titelrolle. In Frankreich schließlich findet er Charles Boyer, Pierre Brasseur und Danielle Darieux auf der Bühne, sowie Louis Jouvet, der bei ihm erstmals im Film auftritt.

In dramatischen Rollen reussieren unter seiner Regie Maurice Chevalier 1939 in "Piéges" und 1944 Gene Kelly in "Christmas Holiday". Er entdeckt Burt Lancaster (mit dem er in zahlreichen Filmen zusammenarbeitet), dreht mit Charles Laughton, Gregory Peck und George Sanders. Vor allem aber inszeniert er Frauen: Ava Gardner, Olivia de Havilland, Dorothy McGuire, Yvonne de Carlo, Barbara Stanwyck und Ella Raines sind seine Hauptdarstellerinnen. Dass Siodmak in Memphis geboren wird, ist Zufall, denn seine Eltern befinden sich auf einer Geschäftsreise des Vaters, ein deutscher Banker. Robert wächst nach der Rückkehr in Deutschland auf, besucht die Universität zu Marburg und versucht sich nach seinem Abschluss als Schauspieler. 1926 beginnt er amerikanische Filme zu übersetzen, arbeitet zwei Jahe Cutter bei Harry Piel und in Zusammenarbeit mit Edgar G. Ulmer gelingt ihm sein Regiedebüt "Menschen am Sonntag" (1929). Seinerzeit steht der spätere Regie-Star Fred Zinnemann ("Zwölf Uhr mittags") noch hinter der Kamera, Billy Wilder und Siodmaks Bruder Curt, der Autor, schreiben das Buch.

Weitere Filme, zu denen Curt Siodmak das Drehbuch verfasst, folgen und etablieren Robert Siodmak als ernstzunehmenden UFA-Regisseur. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verlässt Siodmak Deutschland, denn kurz nach der Uraufführung im Berliner Capitol wird "Das brennende Geheimnis" 1933 von Goebbels verboten, - die Ironie des Schicksals will es, dass dieses Verbot am Tage des Reichstagsbrands ausgesprochen wird. Siodmak emigriert nach Paris, wo er durch die Erfolge der französischen Versionen seiner Filme "Voruntersuchung", "Stürme der Leidenschaft" und "Quick" mit Lilian Harvey bekannt wird. Er dreht ein paar Filme, u. a. mit Größen wie Louis Jouvet und Erich von Stroheim nach Vorlagen von Emeric Pressburger. 1939 muss Siodmak erneut fliehen, er geht in die USA. Ein kleiner Film bringt ihm und seinem Hauptdarsteller Erfolg: "Unter Verdacht" (1944) mit Charles Laughton.

Dann verbindet sich sein Name rasch mit perfekter Action-Qualität, er arbeitet mit Stars und schafft sich selbst welche. In den elf Jahren bei der Universal gilt er als einer ihrer großen Regisseure. Seinen Hollywood-Durchbruch feiert er 1943. Wieder hat Bruder Curt das Drehbuch geschrieben, heraus kommt einer der besten späten Universal-Horrorfilme, "Son of Dracula". Und nach "Zeuge gesucht" (1943) folgen seine schon genannten Klassiker. 1948 folgen für Cenfox der Gangsterfilm "Schreie der Großstadt" und für MGM die Dostojewski-Verfilmung "Der Spieler" mit Gregory Peck. Eine ebenso spannende wie Augen zwinkernde Piraterie ist "Der rote Korsar" (1952). Burt Lancaster rettet sich bei einer Schiffskeilerei in einem Ballon und der gewitzte Wissenschaftler Professor Prudence entsteigt einem selbst gebastelten Unterseeboot. Überall liegt ein Gag bereit.

1953 schließlich kehrt Siodmak als anerkannter Regisseur nach Europa zurück, zunächst nach Frankreich, dann nach Deutschland. Mit "Die Ratten" (1955 mit einem Goldenen Bären ausgezeichnet) und vor allem mit "Nachts, wenn der Teufel kam" (1957) gelingen ihm zwei außergewöhnliche Produktionen im Nachkriegsdeutschland. Kameramann in "Nachts, wenn der Teufel kam" ist Georg Krause, Darsteller Claus Holm, Annemarie Döringer, Hannes Messemer und ein damals Unbekannter namens Mario Adorf. Ein politisches Thema von Kraft und Wahrheit unter den halbherzigen Versuchen, die Vergangenheit zu retten statt sie zu bewältigen. Der Ton ist eiskalt. Es ist die Geschichte des Massenmörders Bruno Lüdke, den es im Dritten Reich gar nicht geben kann, den man unauffällig liquidiert, weil allein seine Existenz dem Regime Kopfzerbrechen bereitete.

Die Qualität des Films bleibt Ausnahme, weder die Gerhardt-Hauptmann Verfilmung "Dorothea Angermann" (1958) noch der ambitioniert klischeehafte Simmel-Film "Mein Schulfreund" (1960) oder der naive Berliner-Mauer-Film "Tunnel 28" (1962) können an den frühen Siodmak erinnern. Und während Fritz Lang sowohl mit seinen Indien-Filmen und dem Mabuse-Remake am Ende noch einmal zeigte, dass er selbst unter deutschen Atelier-Bedingungen große Filme drehen konnte, bleibt Siodmak am Ende kraftlos: zwei mühsame Karl-May-Filme, ein heroischer Film über den Indianer-Schlächter General Cutser "Ein Tag zum Kämpfen" (1966) und die epische Felix-Dahn-Schnulze "Kampf um Rom" (1968) über den Niedergang des Ostgotenreichs. Doch Siodmak bleibt unsterblich mit der "Wendeltreppe", "Der schwarze Spiegel", "Gewagtes Alibi", "Der rote Korsar" - Filme, die Jahrzehnte überdauern.

Weitere Filme von Robert Siodmak: "Die Krise ist vorbei" (1934), "Weiße Fracht für Rio" (1937), "Der Fallensteller" (1939), "Die Schlangenpriesterin" (1943), "Weihnachtsurlaub" (1944), "Onkel Harry seltsame Affäre" (1945), "Strafsache Thelma Jordan" (1949), "Abgeschoben" (1950), "Die letzte Etappe" (1953), "Mein Vater, der Schauspieler" (1956), "Das Bittere und das Süße", "Katja, die ungekrönte Kaiserin" (beide 1959), "Affäre Nina B." (1961), "Der Schut" (1964), "Der Schatz der Azteken" und "Die Pyramide des Sonnengottes" (beide 1965).

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