Vincente Minnelli

Lester Anthony Minnelli
Geboren: 28.02.1903 in Chicago, USA
Sternzeichen: Fische
Gestorben: 25.07.1986 in Beverly Hills, Kalifornien, USA

Vincente Minnelli, der Vater von Liza Minnelli, war einer der großen Männer der Filmgeschichte - vor allem der amerikanischen. Neben Busby Berkeley, Gene Kelly und Stanley Donen prägte er das amerikanische Filmmusical, das in den ersten Jahrzehnten des Tonfilms neben dem Western und dem Gangsterfilm dem US-Kino seinen Stempel aufdrückte.

Aber nicht nur Musikfilme bestimmten das Werk Minnellis: Dramen wie "Stadt der Illusionen" (1952), "Die Verlorenen" (1955) oder "Verdammt sind sie alle" (1958), aber auch Komödien wie "Vater der Braut" (1950) und "Warum hab' ich ja gesagt?" (1957) gehören zu seinem unverwechselbaren Repertoire neben musikalischen Highlights "Ein Häuschen im Himmel" (1943), "Ein Amerikaner in Paris" (1951) und "Gigi" (1958). Zahlreiche Minnelli-Filme wurden mit dem Oscar der amerikanischen Filmakademie ausggezeichnet, so erhielt 1951 "Ein Amerikaner in Paris" achtmal, 1952 "Stadt der Illusionen" fünfmal und 1958 "Gigi" neunmal einen Akademiepreis.

Als Sohn eines Musikers und Vaudeville-Künsters italienischeer Herkunft und einer französischen Schauspielerin, der bildhübschen Nina Lebeau, kam Vincente am 28. Februar 1913 in Chicago zur Welt (es gibt sehr divergierende Quellen anderer Geburtsjahre wie 1903, 1908, 1910). Bereits mit drei Jahren stand der Junge auf der Bühne der "Minnelli Brothers Dramatic and Tent Show", die sich recht und schlecht durch die konkurrenzreiche Theaterlandschaft schlug. Dieses Leben auf Wanderschaft, der Glanz und der Flitter, die Lichter, Farben und Melodien prägten den Jungen, und vieles davon floss später in seine Filme ein.

Doch bis dahin sind es noch harte Zeiten. In Delware, Ohio, wo sich die Truppe niederlässt, geht Vincente zur Schule. Bald schon arbeitet er nebenbei bei einem Schildermaler und Dekorateur, darf selbst einen Bühnenvorhang für eines der neuen Kinos herstellen. Mit 16 verlässt er die Schule, folgt einem Fotografen als Assistent nach Chicago. Bald ist er dort wieder am Theater, arbeitet als Dekorateur, wird von Earl Carrol entdeckt. New York, das Paramount Theater, der Broadway, das bedeutet einen Aufstieg. Jetzt beginnt Vincente Minnelli, seine Karriere vorzubereiten.

In New York bewundert er Man Ray und Hans Richter, er war den Surrealisten verwandt und wandt sich dennoch dem Star-Kino zu. Fred Astaire, Gene Kelly, Lena Horn und vor allem die brillante Judy Garland waren seine Stars. Doch sein Name wurde erstmals in der Theaterwelt bekannt, als er die bizarren Kostüme für "Madame Dubarry" entwarf. Von hier ist es nicht mehr weit zum Erfolg: 1933 wird Minnelli künstlerischer Leiter der "Radio City Music Hall". Jetzt macht er sich einen Namen als Regisseur von Balletts und Musicals, manche seiner Bühneneninszenierungen wird er später verfilmen, wie etwa "Ein Häuschen im Himmel" und "Ziegfelds himmlische Träume" (1946).

Nach zwei großen Erfolgen im Winter Garden geht er 1937 zur Paramount nach Hollywood, doch nach acht Monaten tatenlosen Auf-der-Stelle-Treten kehrt er nach New York zurück. Nach weiteren großen Bühnenerfolgen holt ihn Arthur Freed nach Hollywood zurück zur Metro Goldwyn Mayer. Minnelli beginnt mit der Inszenierung von Einzelszenen zu größeren Showfilmen - meist von Busby Berkely - und 1942 entsteht mit "Ein Häuschen im Himmel" sein erster eigener Spielfilm. Das Nichts an Handlung, die Traumgeschichte vom kleinen schwarzen Jungen wird zum phantasievollen Musikkino mit Stars wie Lena Horne, Louis Armstrong und Duke Ellington und seinem Orchester.

1951 ist der "Amerikaner in Paris" der große Höhepunkt des amerikanischen Filmmusicals. Ein Jahr später wird die beißende Kritik am Produktionssystem Hollywoods, an der Macht der gott-ähnlichen Produzenten "Stadt der Illusionen" ironischer Weise zum großen Publikums- und Oscar-Sieg des Jahres. Es entstehen die Musicals "Vorhang auf" (1953) und "Brigadoon" (1954) sowie das Vincent-van Gogh-Porträt "Vincent van Gogh - Ein Leben in Leidenschaft", für das Kirk Douglas als Maler den Oscar erhält. 1958 ist "Gigi" mit Leslie Caron und Maurice Chevalier der große Publikumserfolg, bis zu "On a Clear Day you can see Forever", der nie in den deutschen Kinos erschien, war Minnellis Erfolg ungebrochen.

Später hat er sich zurückgezogen, wollte nicht mehr diese hektischen, schmuddeligen Filme. 1986 starb Vincente Minnelli, aber ohne ihn war die singende und tanzende Leinwand schon lange ein Stück ärmer.

Weitere Filme von Vincente Minnelli: "Der Tolpatsch und die Schöne" (1943), "Heimweh nach St. Louis" (1944), "Urlaub für die Liebe", "Yolanda und der Dieb" (beide 1945), "Ziegfelds himmlische Träume" (1946), "Der unbekannte Geliebte" (1947), "Der Pirat" (1948), "Madame Bovary" (1949), "Ein Geschenk des Himmels" (1951), "Villa mit 100 PS" (1953), "Kismet" (1955), "Anders als die andern" (1956), "Was weiß Mama von der Liebe?" (1958), "Anruf genügt - Komme ins Haus", "Das Erbe des Blutes" (beide 1959), "Die vier apokalyptischen Reiter" (1961), "Vater ist nicht verheiratet", "Zwei Wochen in einer anderen Stadt" (beide 1962), "Goodbye Charlie" (1964), "Die alles begehren" (1965), "Einst kommt der Tag ..." (1969) und "Nina - Nur eine Frage der Zeit" (1975).


Alle Filme mit Lester Anthony Minnelli
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