Carrie Fisher

Carrie Fisher: Aus Prinzessin Leia wurde eine gefragte Drehbuchautorin. Vergrößern
Carrie Fisher: Aus Prinzessin Leia wurde eine gefragte Drehbuchautorin.
Fotoquelle: Matteo Chinellato/shutterstock.com
Carrie Fisher
Geboren: 21.10.1956 in Los Angeles, Kalifornien, USA
Gestorben: 27.12.2016 in Los Angeles, Kalifornien, USA

"Als Carrie Fisher ein Kind war, sah alles so aus, als hätte ein gutgelaunter und überbezahlter Gott sich diese Kindheit im Champagnerrausch ausgedacht," schreibt der "Spiegel" 1991. Und in der Tat ist ihre Traumkarriere näher am Märchenland als an der Wirklichkeit. Carrie Fishers Mutter, die Schauspielerin Debbie Reynolds, ist der Star aus "Singin' in the Rain", und der Starsänger Eddie Fisher ("Oh My Pa Pa") ist der dazugehörige Vater. Glamour, Showbusiness und Cocktailparty sind die ersten Worte, die sie lernt. Mit 13 steht sie auf der Bühne, mit 18 verführt sie Warren Beatty in Hal Ashbys "Shampoo" (1974), mit 20 betört sie als Leia Organa nicht nur die "Krieg der Sterne"-Gemeinde. Doch nach Ende der "Star Wars"-Trilogie gibt kein Regisseur ihr Regieanweisungen, wie sie mit dem Leben, der Liebe und dem Beinahe-Drogentod fertigzuwerden hat. Carry Fisher fällt in ein tiefes Loch.

Dennoch, in all ihren folgenden Rollen wirkt sie witzig, klug und als guter Kumpel des Protagonisten, so in John Landis' "The Blues Brothers" (1979), in Steve Rushs "Geheimauftrag Hollywood" (1981), Sidney Lumets "Die Göttliche" (1984), Stan Dragotis "Der Verrückte mit dem Geigenkasten" und Woody Allens "Hannah und ihre Schwestern" (beide 1985). Doch all das sind kleinere oder größere Nebenrollen, wie auch in Michael Winners "Rendezvous mit einer Leiche" (1988), Joe Dantes "Meine teuflischen Nachbarn" und Rob Reiners "Harry und Sally" (beide 1989).

Schreiben als Therapie

Um gegen die Einsamkeit anzukämpfen, führt Carrie Fisher Tagebuch über ihr Leben, über ihre Träume. Dazwischen müssen gewaltige Drogenexzesse gelegen haben. Von einer Krankenschwester erfährt sie, dass man sie mit einer Überdosis aufgefunden habe. Die Lebensgeschichte der Carrie Fisher wirkt wie eine schlechte Hollywood-Schnulze. Und so wird allmählich aus dem Tagebuch ein Roman mit dem Titel "Postcards From the Edge", - Postkarten vom Rande der wirklichen Welt zum Traumland. Folgerichtig wird daraus ein Film: Mike Nichols, der bereits die Richard Burton/Liz Taylor-Story in seiner Albee-Verfilmung "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" gespiegelt hat, inszeniert 1990 "Grüße aus Hollywood". Carrie Fishers Mutter rückt in den Vordergrund. Es ist nicht mehr die Geschichte der Einsamkeit, sondern eine der Rivalität zwischen Meryl Streep und Shirley MacLaine in der Rolle der Mutter.

Carrie Fisher schreibt weiter. Der Roman "Surrender the Pink" (1990) ist eine fiktive Aufarbeitung des Verhältnisses zu ihrem Ex-Ehemann, dem Sänger und Komponisten Paul Simon. Und sie bleibt natürlich im Filmgeschäft: Als Schauspielerin ist sie zu sehen in Michael Hoffmans TV-Satire "Lieblingsfeinde - Eine Seifenoper" (1991) und - ohne Nennung - dem Michael-Myers-Vehikel "Austin Powers - Das Schärfste, was Ihre Majestät zu bieten hat" (1997). Nicht genannt ist sie auch als Co-Autorin an den Drehbüchern zu "Lethal Weapon III - Die Profis sind zurück" (1992), "Sister Act" (1992), "Liebling, hältst du mal die Axt?" (1993), "Outbreak - Lautlose Killer" (1995) und "Eine Hochzeit zum Verlieben" (1998).

Zurück ins Star Wars-Universum

2015 kehrte sie noch einmal zu der Rolle zurück, dank derer sie zur weiblichen Heldin vieler Generationen wurde. Noch einmal mimte sie Prinzessin Leia. Eine gealterte Leia, die weit weg von dem ikonenhaften Bild der Star-Wars-Fangemeinde war und doch so treffend gegen den Jugendwahn Hollywoods rebellierte. In "Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht" gab sie einmal mehr Han Solo die entsprechenden Repliken und zeigte erneut ihren untrüglichen Geschmack bei der Frisurenwahl.

Weihnachten 2016 kehrte sie nach Dreharbeiten in London nach Los Angeles zurück. Während des Transatlantikflugs erlitt sie einen schweren Herzinfarkt, an dessen Folgen sie am 27. Dezember 2016 starb.

Weitere Filme mit Carrie Fisher: "Das Imperium schlägt zurück" (1979), "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" (1982), "Verrückter Sonntag" (1986), "Amazonen auf dem Mond", "Hollywood Cop" (beide 1987), "Loverboy" (1989), "Eine fast anständige Frau", "Mein böser Freund Fred", "Rache ist süß!" (alle 1990), "Showtime - Hilfe, meine Mama ist ein Star" (1992), "Scream 3" (2000), "Jay & Silent Bob schlagen zurück" (2001), "Drei Engel für Charlie - Volle Power", "Wonderland" (beide 2003), "Sinners" (2004), "Undiscovered" (2005), "Suffering Man's Charity", "Fanboys", "Cougar Club", "Weeds - Kleine Deals unter Nachbarn" (Serie, alle 2007), "The Women - Von großen und kleinen Affären" (2008), "Schön bis in den Tod" (2009), "Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht" (2015).


Zur Filmografie von Carrie Fisher
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