Barry Sonnenfeld

Der Mann für Nummer-1-Hits: Barry Sonnenfeld. Vergrößern
Der Mann für Nummer-1-Hits: Barry Sonnenfeld.
Fotoquelle: lev radin/shutterstock.com
Barry Sonnenfeld
Geboren: 01.04.1953 in New York, USA

Barry Sonnenfeld zählt ohne Zweifel zu den angesagtesten Regisseuren Hollywoods. Dabei ist er aber nicht hoffnungslos im Mainstream aufgegangen, sondern hat sich einen eigenen Stil bewahrt. Doch am Anfang seiner Karriere sah es nicht danach aus, als würde aus ihm einmal ein Mann für Nummer-1-Hits. Denn Sonnenfelds Anfänge liegen, nun ja, im Pornofilm. Als 1998 der Film "Boogie Nights" von Paul Thomas Anderson herauskam, ein Film über das Porno-Business Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre, war Barry Sonnenfeld ganz geknickt. So einen Film hatte er selbst geplant, aus der Zeit, wie er sagt, als er in neun Tagen neun abendfüllende Filme abdrehte.

Einen Namen machte sich Sonnenfeld dann schließlich doch im seriösen Film, und zwar zunächst als ausgezeichneter Kameramann. Nach dem Dokumentarfilm "In Our Water" (1982) hielt er bei "Blood Simple - Director's Cut" (1984) von Joel Coen zum ersten Mal bei einem Kinospielfilm die Kamera. Danach photographierte er so erfolgreiche Filme wie "Arizona Junior" (1986, wieder von den Coens), "Schmeiß' die Mama aus dem Zug" (1987) von und mit Danny deVito, "Big" (1988) von Penny Marshall, "Harry und Sally" (1989), "Misery" (1990) von Rob Reiner sowie "Miller's Crossing" (1990) von Joel und Ethan Coen.

Mit der Horrorkomödie "Die Addams Family" (1992) gab Sonnenfeld sodann sein Regiedebüt (die Hardcore-Filme jetzt nicht mitgerechnet). Der Film verriet bereits viel von seinem visuellen Einfallsreichtum, wenngleich das arg dünne Drehbuch da nicht ganz mithalten konnte. 1993 inszenierte Sonnenfeld auch die bessere Fortsetzung "Die Addams Family in verrückter Tradition". Besonders amüsant war in beiden Filmen die Top-Besetzung, allen voran Anjelica Huston, Raul Julia und Christopher Lloyd.

"Ein Concierge zum Verlieben" (1993) mit Michael J. Fox war dagegen eine schlappe Komödie. Wieder fiel Sonnenfelds inszenatorischer Einfallsreichtum auf, doch wenn das Drehbuch nichts hergibt, verpuffen die besten Ideen oder wirken im schlimmsten Fall gar wie aufgesetzte Mätzchen. Mit der Gangsterkomödie "Schnappt Shorty!" (1995) nach Elmore Leonard war Sonnenfeld dann in seinem Element. Endlich hatte er eine vernünftige Story, an der er seine Qualitäten beweisen konnte. Und da es - am Rande - auch um einen Produzenten übler Filmschundware geht, konnte Sonnenfeld sicherlich auf eigene Erfahrungen aus seiner nicht so seriösen Zeit zurückgreifen.

Zwischendurch bot man Sonnenfeld die Regie zu "Forrest Gump" an - und er lehnte ab. Robert Zemeckis sprang ein und sackte ein paar Oscars ein. Ärgern mußte sich Sonnenfeld aber deswegen nicht, denn nach dem Erfolg von "Schnappt Shorty!" war der Weg nach oben so oder so frei.

Mit "Men in Black" inszenierte er den Hit des Jahres 1997. Tommy Lee Jones und Will Smith jagen Aliens, die unerkannt auf der Erde leben und sich dabei nicht an die Regeln halten: eine flotte und geistreiche Sciencefiction-Komödie mit intelligenten Gags und vorzüglichen Tricks. Außerdem führte Barry Sonnenfeld bei der TV-Produktion "Maximum Bob" (1998) Regie. 1999 und 2002 folgten mit "Wild Wild West" und "Men in Black 2" erneute Zusammenarbeiten mit Amerikas schwarzen Superstar Will Smith. Sehenswert war auch die Actionkomödie "Jede Menge Ärger" (2000), in der Tim Allen in einen Entführungsfall verwickelt wird. Ein Tiefpunkt in Sonnenfelds Schaffen war dagegen "Die Chaoscamper" (2006).


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