Raul Julia

Raul Rafael Carlos Julia y Arcelay
Lesermeinung
Geboren
04.03.1940 in San Juan, Puerto Rico
Gestorben
24.10.1994 in Manhasset, New York, USA
Sternzeichen
Biografie
Raul Julia gehörte auch dann zu den unverwechselbaren Gesichtern Hollywoods, wenn ihm der Star-Status letztlich versagt blieb. Meist wurde er in markanten Nebenrollen eingesetzt, denen er aber nicht selten so viel Profil verlieh, dass er den eigentlichen Hauptdarsteller darüber an die Wand spielte. 1964 ging er nach New York, um dort sein Glück zu machen. Mit nichts in der Hand kam er nun nicht gerade dort an, denn Raul Julia stammt aus einer wohlhabenden Familie. Dennoch waren die ersten beiden Jahre in New York hart. Zuerst studierte er Schauspiel bei Wynn Handman, dann hatte er das Glück, den Theaterregisseur Joseph Papp zu treffen. Der war von Julia überzeugt und engagierte den jungen Mann.

Nach fünf Jahren Bühne und kleinen Rollen im Fernsehen und dem schlechten Kriminalfilm "Stiletto" (1968) gab Raul Julia sein wirkliches Filmdebüt 1971 an der Seite von Sidney Poitier in "Die Organisation", einem Nachzieher der Virgil-Tibbs-Reihe, die auf "In der Hitze der Nacht" (1966) zurückging. Eine Nebenrolle hatte Julia auch in "Panik im Needle Park" (1970) neben Al Pacino. Die Siebzigerjahre etablierten Raul Julia jedoch in erster Linie als vielseitigen Theaterschauspieler. Insgesamt viermal war er für den Tony Award nominiert, einmal erhielt er ihn: 1976 für seinen Auftritt als "Mackie Messer" in Brechts "Dreigroschenoper". Außerdem war Julia ein fleißiger Shakespeare-Schauspieler: Man sah ihn Ende der Siebzoger in "Der Widerspenstigen Zähmung", "MacBeth", "Othello" und "King Lear".

Daneben spielte er auch in neueren Stücken, so George Bernard Shaws "Man of La Mancha" oder Harold Pinters "Betrug". Im Kino erschien er in Richard T. Heffrons "Todesschreie" (1975) und Irvin Kershners "Die Augen der Laura Mars" (1977) neben Faye Dunaway und Tommy Lee Jones. Zu seinen TV-Arbeiten zählt "Die Sesamstraße". 1981 drehte Francis Ford Coppola mit Raul Julia den kostspieligen Flop "Einer mit Herz", in weiteren Rollen spielten Nastassja Kinski, Harry Dean Stanton und Teri Garr. Doch Flop hin, Flop her, nun kam Bewegung in Julias Kinokarriere. Neben John Cassavetes, Gena Rowlands und Susan Sarandon stand er für Paul Mazurskys Shakespeare-Adaption "Der Sturm" (1982) vor der Kamera. Diese Rolle brachte ihm die erste von drei Golden-Globe-Nominierungen ein. Ebenfalls 1982 stand er für Caleb Deschanels "Der große Zauber" vor der Kamera.

Bis zu seinem frühen Tod war Raul Julia in einer ganzen Reihe höchst unterschiedlicher Rollen zu sehen, nicht alles davon war sehenswert. Daneben stehen aber auch eine ganze Reihe unvergesslicher Auftritte. Da ist zum Beispiel der als politischer Gefangener in dem Gefängnisdrama "Kuss der Spinnenfrau" (1985) von Hector Babenco. Julia ist jener grantige Macho, der den mitinhaftierten Schwulen (William Hurt) mit Verachtung straft, am Ende aber einen Freund in ihm findet. Auch hierfür wurde Julia mit einer Golden-Globe-Nominierung belohnt. Die dritte erhielt er 1989 für seine energiegeladene Darstellung des cholerischen Polizeichefs in "Mond über Parador". Hier muss ein drittklassiger amerikanischer Schauspieler (Richard Dreyfuss) den verstorbenen Staatspräsidenten einer Bananenrepublik mimen, während Julia Sorge tragen muss, dass alles glatt geht. Regie führte ein weiteres Mal Paul Mazursky.

Gewonnen hat Julia den Golden Globe schließlich und endlich doch noch, 1994 für John Frankenheimers TV-Film "Flammen des Widerstands - Der Kampf des Chico Mendes" (1994). Für seine Rolle als brasilianischer Freiheitskämpfer gab es obendrein noch einen Emmy. Wie schon in "Kuss der Spinnenfrau" und "Mond über Parador" war auch hier der brasilianische Star Sonia Braga seine Partnerin. Dem breiten Publikum aber ist Julia als "Gomez" aus "Die Addams Family" (1992) und "Die Addams Family in verrückter Tradition" (1993) bekannt. Weitere bekannte Filme mit Raul Julia sind "Tequila Sunrise" (1988) mit Mel Gibson, "Rookie - Der Anfänger" (1990) von und mit Clint Eastwood und "Havanna" (1990) von Sydney Pollack.

Eine der letzten Rollen von Raul Julia war leider kein Ruhmesblatt. In dem tumben Actionfilm "Street Fighter - Die entscheidende Schlacht" (1994) spielte er den Gegenpart von Jean-Claude Van Damme. Wenige Tage nach den Dreharbeiten erlitt Julia einen Schlaganfall und fiel ins Koma. Kurz darauf starb er. Weitere Filme mit Raul Julia: "Die verrückteste Rallye der Welt" (1976), "Der große Zauber" (1982), "Tödliche Beziehung" (1985), "Der Morgen danach", "Schnee in Florida" (beide 1986), "Aus Mangel an Beweisen", "Roger Cormans Frankenstein" (beide 1990), "Flammen des Widerstands" (1994) und "Der Tod hinter der Maske" (1995).

Filme mit Raul Julia

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