Das Haus Buddenbrook in der Mengstraße in Lübeck ist um 1845 in der ganzen Stadt ein Begriff. "Man kennt" die wohlsituierte Familie wie auch das Handelshaus von anerkanntem Ruf und einer fast hundertjährigen Tradition, und man bringt beiden den ihnen gebührenden Respekt entgegen. Auch deshalb betreibt Bendix Grünlich sein Ziel, in das einzuheiraten. Auf Wunsch der Eltern lässt sich die 19-jährige Tony auf eine Vernunftehe mit dem ungeliebten Kaufmann ein, während Thomas, der pflichtbewusste älteste Sohn, nach dem tragischen Tod des Vaters die Firma übernimmt ...

In episodenhafter Exposition stellt Regisseur Alfred Weidemann im ersten Teil des Zweiteilers die späteren Handlungsträger der "Buddenbrooks" nach dem Klassiker von Thomas Mann vor. Wer jedoch dessen Vorlage kennt, bemerkt schnell, dass Weidemann mitten in die Geschehnisse rund um die Lübecker Handelsfamilie einsteigt. Manns Roman mit dem Untertitel "Verfall einer Familie" erschien im Jahre 1901 als zweibändige Ausgabe im S. Fischer-Verlag als erstes Werk des damals 26-jährigen Autors. Der Nobelpreis für Literatur, den Thomas Mann 1929 erhielt, wurde ihm ausdrücklich für die "Buddenbrooks" zugesprochen. Das Werk zählt zu den bedeutendsten Gesellschaftsromanen in deutscher Sprache, hat im deutschsprachigen Raum bis heute eine Auflage von circa sechs Millionen erreicht und wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Charakteristisch für den Roman ist die Vermischung verschiedenster realer Zeitzeugnisse, realer Personen und fiktiver Elemente, die den Figuren und Begebenheiten eine besondere Authentizität verleiht. Diese ist auch in der Verfilmung des Romans nicht verloren gegangen.

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