Die 18-jährige Amal lebt in einem ärmlichen Viertel in Kairo. Sie steht vor einer schweren Entscheidung. Die koptische Christin ist schwanger von ihrem gleichaltrigen Freund, einem Muslim. Religiöse Differenzen lassen eine Heirat nicht zu. Sie weiß nicht, ob sie das Baby überhaupt behalten will. Die Situation spitzt sich zu, als sie ihren kärglichen Job verliert und ihr Freund von ihr verlangt, dass sie das Kind abtreiben lässt und zusammen mit ihm die gefährliche illegale Überfahrt nach Griechenland wagt ...

"Cairo Exir" ist das gelungene Langfilm-Regiedebüt des aus Kairo stammenden und in den USA lebenden Filmemacher Hesham Issawi, das er unter strengster Geheimhaltung - er hatte keine Drehgenehmigung - atmosphärisch dicht in seiner Heimatstadt inszenierte. In dem noch vor der ägyptischen Revolution entstandenen Gesellschaftdrama greift Issawi so wichtige Fragen wie die Stellung der christlichen Kopten und ihr Verhältnis zu den Moslems auf und zeigt, wie gesellschaftliche Konflikte bis in eine Zweierbeziehung hineinreichen und ein Leben der jungen wie modernen Generation in Ägpyten nahezu unmöglich machen.

Foto: WDR/Baby Blue Pictures