Die ehemalige Lehrerin Dora verdient sich ihren Lebensunterhalt als Briefschreiberin für Analphabeten. Am Hauptbahnhof von Rio de Janeiro wartet sie an ihrem kleinen Stand täglich auf Kunden. Als eines Tages eine ihrer Kundinnen, die Mutter des neunjährigen Josué, einen tödlichen Unfall erleidet, nimmt Dora sich des Jungen an. Obwohl die egoistische Frau weder ein Herz für Kinder noch sonst einen Menschen hat, beschließt sie, Josué zu helfen, seinen Vater zu finden. Gemeinsam macht sich das ungleiche Paar auf eine Reise quer durch Brasilien ...

In seinem vielfach preisgekrönten, bewegend inszenierten Roadmovie erzählt Walter Salles ("Fremdes Land", "Hinter der Sonne", "Die Reise des jungen Che") von den ergreifenden Abenteuern eines Kindes auf der Suche nach seinem Vater und damit seiner eigenen Identität. Die Kulisse des Films bildet das bald traumhafte, bald schmutzige, doch immer realistische Brasilien. Salles stellt das größte Land Südamerikas als ein Land zwischen Marienverehrung und Kinderhandel vor, als ein armes Land, das im Aufbau begriffen ist. Regisseur Salles wurde für "Central Station" 1998 mit dem Goldener Bären der Filmfestspiele von Berlin ausgezeichnet, Hauptdarstellerin Fernanda Montenegro erhielt den Silbernen Bären als beste Hauptdarstellerin sowie eine Oscar-Nominierung.