Der ausgebrannte Schriftsteller Leo Shepherd hat seit Jahren nichts mehr geschrieben und lebt zurückgezogen auf einem südfranzösischen Bauernhof. Als Leo überraschend mit dem Literaturnobelpreis geehrt wird, bricht er mit dem Motorrad nach Stockholm auf, um den Preis entgegen zu nehmen. Doch unterwegs gerät er in einen schweren Verkehrsunfall und wird auf Grund einer Verwechslung für tot gehalten. Leos erwachsener Sohn Paul, der sich von seinem Vater seit der Kindheit im Stich gelassen fühlt, ist ihm gefolgt und ergreift die Chance, seinen Vater zu kidnappen. Statt nach Stockholm geht die Reise nun in die gemeinsame Vergangenheit...

Gérard Depardieu lebt zwar auf einem südfranzösischen Schloss und nicht auf einem Bauernhof, doch Regisseur und Autor Jacob Berger hat in seinem starken Stück Vergangenheitsbewältigung durchaus reale Hintergründe der gestörten Beziehung Gérard Depardieus zu seinem Sohn Guillaume einfließen lassen, was den Dialogen sowie den Darstellungen eine besondere Intensität verleiht. Über die private Dimension hinaus seziert Berger mit beeindruckender psychologischer Tiefenschärfe den auf viele Künstlerbiografien zutreffenden Konflikt eines Autors, der sich in seinem Schreiben verewigen will, durch die bloße Existenz seines Sohns jedoch an die eigene Sterblichkeit erinnert wird. Mit geschickt gestalteten Rückblenden und einer poetischen Bildsprache deutet Berger an, dass der Sohn seinen Platz im Leben nur dann einnehmen kann, wenn er den Vater symbolisch tötet. Vater und Sohn Depardieu spielten übrigens schon vielfach miteinander, so etwa in "Die siebente Saite", "Der Graf von Monte Christo", "Les Misérables - Gefangene des Schicksals" und "Napoleon".