Als Simone de Beauvoir 1929 an der Sorbonne den jungen Jean-Paul Sartre kennenlernt, beginnt der untypische Frauenschwarm, sie heftig zu umwerben. Gemeinsam bereiten sie das Abschlussexamen der "Agrégation" vor, das Simone auf dem zweiten Platz hinter Sartre und als eine der ersten Frauen überhaupt besteht. Sartre und de Beauvoir schließen einen Liebespakt, der mit den bürgerlichen Moralvorstellungen der Zeit bricht: Die beiden werden immer füreinander an erster Stelle stehen, doch Sartre möchte, dass weitere, "kontingente", also nebensächliche, Liebesbeziehungen für ihn als Schriftsteller weiter möglich sind. Simone de Beauvoir akzeptiert den Pakt und verstößt damit gegen die Vorstellungen ihres Elternhauses. Allerdings muss sie sich nicht nur gegenüber dem Ego ihres existentialistischen Geliebten behaupten, sondern hat trotz aller revolutionären Ideen mit Eifersucht zu kämpfen ...

Regisseur Ilan Duran Cohen ("Man liebt es unentschieden") gibt hier einen Einblick in das Liebesleben einer Frau, die kompromisslos ihrer Philosophie getreu lebt und sich sowohl ihren bürgerlichen Eltern als auch ihrem unkonventionellen Geliebten gegenüber behauptet. Cohen, der sich hier stark an den biografischen Vorgaben orientierte, besetzte in der weiblichen Hauptrolle die überzeugend aufspielende Anna Mouglalis, die zuvor in Filmen wie "Der Rachepakt" und "Süßes Gift" zu sehen war.

Foto: arte F/© Hassan Brahiti