Der deutsche Ingenieur Harald Berger reist nach Eschnapur, um im Auftrag des Maharadschas Chandra den fürstlichen Palast zu modernisieren. Schon bei der Anreise hat Berger Gelegenheit, die schöne Tempeltänzerin Seetha , in die er sich verliebt hat, vor dem Angriff eines gefährlichen Tigers zu retten. Zunächst vom Maharadscha, der sich selbst um Seetha bemüht, hoch belohnt, liefert der den Nebenbuhler Berger bald einem Kampf auf Leben und Tod aus. Denn Seetha fühlt sich mehr zu Berger hingezogen ....

Ein farbenfrohes, aber auch unfreiwillig komisches Werk von Fritz Lang. Man muss diesen Abenteuerfilm nicht gleich zum reifen Spätwerk hoch stilisieren, um daran Gefallen zu finden und überraschende Schönheiten zu entdecken. Miserable Besetzungsbedingungen waren ein Handikap: Walter Reyers Klischee vom magischen Maharadscha, René Deltgens Bilderbuch-Bösewicht, Debra Paget, die nur mit Augen und Füßen spielte, - sie alle fügten sich in die Langschen Dekorationen ein, zu Mustern, Diagonalen, zu Requisiten in der Szenerie. Aus einer Vielzahl statischer Einstellungen holt Lang mehr Action als viele seiner Kollegen mit hastig rotierender Kamera. Im Dialog ist stets vom Sieg des Guten, vom Tod des Bösen, von der alles überwindenden Liebe die Rede, aber Lang versteht es in hintergründiger Ironie, die Papiersätze ad absurdum zu führen. "Der Tiger von Eschnapur" ist der erste Teil der 1958 von Fritz Lang in Szene gesetzten Neuverfilmung nach einem Roman seiner Ex-Ehefrau Thea von Harbou ("Metropolis", "Spione", "M - Eine Stadt sucht einen Mörder"), noch im gleichen Jahr folgte "Das indische Grabmal".

Foto: ZDF/CCC