Ein sensationeller Aktendiebstahl bei der Französischen Botschaft und ein tödliches Attentat auf den Handelsminister sorgen für öffentliche Aufregung. Von den Tätern fehlt jede Spur. Unbemerkt führt der gelähmte Chef des Bankhauses Haghi ein Doppelleben als Kopf einer internationalen Spionagezentrale. Der Geheimdienst setzt Agent "No. 326" auf den großen Unbekannten an, doch dieser verliebt sich in die schöne Sonja, die für die gegnerischen Seite arbeitet ...

Nach dem großen Erfolg des kurz zuvor erschienenen "Metropolis" setzte Fritz Lang diesen Agentenfilm mit bescheidenen Mitteln und geringem Budget in Szene. Dennoch war "Spione" ein enormer kommerzieller Erfolg und wird heute gern der Großvater aller Spionagethriller genannt. Langs Entdeckung und zeitweise Geliebte Gerda Maurus ("Frau im Mond") wurde durch ihre erste Rolle zum neuen Stummfilmstar, nicht nur aufgrund ihrer allseits bewunderten Schönheit und ihrer Affäre mit dem Regisseur. Der setzte sein Werk nach einer Drehbuchvorlage von Thea von Harbou, der Autorin der gleichnamigen Romanvorlage, in Szene. Harbou, ebenfalls eine berühmte Theaterschauspielerin, zählt zu den bedeutendsten Frauen des frühen deutschen Films und war von 1922 bis 1933 mit Lang verheiratet. Stilistisch erinnert "Spione" an Langs "Dr. Mabuse, der Spieler" (1922), jedoch entwickelte der Regisseur bei diesem späteren Werk das Genre des Spionagethrillers in entscheidendem Maße weiter. Die Ikonographie des hermetisch atmosphärischen Spionagefilms inspirierte Regisseure wie Hitchcock ebenso wie die Macher der James Bond-Filme. In den Jahren 2003 und 2004 wurde der Stummfilm von der ww.murnau-stiftung.de/de/00-00-00-willkommen.html Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung restauriert.

Foto: ARD/Degeto