Hypnotiseur Dr. Caligari lässt durch sein Medium Cesare mehrere Menschen töten. Erst ein Student kann Licht ins Dunkel der Ereignisse bringen ...

Der berühmteste deutsche Stummfilm, 1919 von Robert Wiene gedreht, ist ein expressionistisch gestalteter Film und gleichzeitig eine Anklage gegen Autoritätssucht, Machtmissbrauch und Tyrannei. Die Tonspur des Stummfilms ist nicht stumm, das war sie nie. Aber sie ist nach wie vor frei. Man kann sie neu beschriften. Man kann ihnen eine andere Musik mitgeben. Armin Brunner hat die freie Tonspur des stummen Films als kreative Herausforderung angenommen. Im "Cabinet des Dr. Caligari" zieht Brunner die Bläsersymphonie op. 34 von Ernst Krenek hinzu. Eine Musik der klanglichen Härte, des schrägen Unterhaltungstons zum einen, eine Musik der abgründigen Trauer zum anderen. Endlich findet die kompromisslose Dichte der Bildersprache ihr Gegenüber in einem konsistenten musikalischen Stil; endlich tönt der Film ebenso "dicht", wie er optisch ver"dichtet" ist. Am 9. Februar 2014 feierte eine digital restaurierte Fassung bei den 64. Internationalen Filmfestspiele Berlin Premiere. Neu ist dabei auch das Stummfilmkonzert. John Zorn, Komponist und Multi-Instrumentalist aus New York, hat es an der Karl-Schuke-Orgel der Berliner Philharmonie im Auftrag von ZDF/arte eingespielt.

Foto: Atlas