Der dem Alkohol verfallene Schriftsteller Gérard ist nicht sehr wählerisch, was seine Beischlafpartner angeht, ob Männlein oder Weiblein, er nimmt, was er bekommen kann. Nach einer Lesung lernt er die aufregende Christine kennen, und auch da braucht er nicht lange, bis er mit ihr im Bett liegt. Zu spät erkennt Gérard, dass er in ein tödliches Netz einer Frau geriet, die bereits dreimal verwitwet ist und ihre einstigen Männer wahrscheinlich tötete. Doch durch traumatische Erlebnisse wird der Literat gewarnt und kann dem Tod noch von der Schippe springen. Da geht es einem jungen Mann, der auch die homosexuelle Begierde in Gérard geweckt hat, schon anders...

"Basic Instinct"-Regisseur Paul Verhoeven bewegte sich in dem Thriller souverän zwischen Wirklichkeit, Absurdität und expressionistischer Surrealität und lässt den Protagonisten die Hölle auf Erden zwischen schrecklichen Alpträumen und rätselhaften Visionen erleben. Nicht zuletzt die brillante Fotografie von Jan de Bont, der in den USA seit seinem Riesenhit "Speed" auch als Regisseur arbeitet, lässt einem diesen Film mit seiner hemmungslosen Erotik, dem bizarren Mystizismus und dem psychologischen Horror derbe in die Knochen fahren. Ein Meisterwerk, das einige Gags durch die Synchronisation leider verliert: So trägt etwa der Schönheitssalon von Christine den Namen "Sphinx". Als Gèrard nachts dort ankommt, funktioniert die Leuchtschrift nicht richtig und es blinken nur die Buchstaben "Spin" (niederländisch = Spinne) und der (niederländische) Zuschauer ahnt, dass sich der Literat in einem Netz verfangen wird.